Korean Air

Mitte November war bekannt geworden, dass Korean Air den kleineren koreanischen Konkurrenten Asiana übernehmen wird. Viele Vielflieger haben ihren Star Alliance Gold Status beim attraktiven Asiana Club. Kee- Hong Woo, Präsident von Korean Air äußert sich in einem Interview nun erstmals auch zur Allianzfrage.

Es war ein Paukenschlag, als das Skyteam- Mitglied Korean Air bekannt gab, den kleinen Konkurrenten aus der Star Alliance, Asiana, übernehmen zu wollen. Kurz zuvor war das eigentlich geplante Zusammengehen von Asiana mit Hyundai Development gescheitert. Während bei einer Fusion der beiden größten koreanischen Fluggesellschaften die zehntgrößte Airline der Welt entstehen würde, sorgen sich viele Vielflieger vielmehr um ihren Status, gehört der Diamond Status beim Vielfliegerprogramm Asiana Club doch zu den attraktivsten Wegen, sich für bis zu vier Jahre den Gold Status in der Star Alliance zu sichern.

Dieser Status, so befürchten viele, könnte durch die Fusion in Gefahr geraten, denn der größere Partner Korean Air ist Mitglied der konkurrierenden Skyteam Allianz.

Korean Air- Präsident Woo zur Zukunft der Airlines

Kee-Hong Woo, Präsident von Korean Air und seit 1987 im Unternehmen, hat im Interview nun einen kleinen Einblick in die geplante Neustrukturierung der beiden Airlines nach der Fusion gegeben.  So stellt er klar, dass der Flugbetrieb der beiden Airlines unter einem Markennamen zusammengefasst werde. Dass es sich hierbei um Korean Air handeln dürfte, darf man dabei wohl voraussetzen.

Von der Fusion erhofft er sich “Größenvorteile” im internationalen Wettbewerb, die sich in den Bereichen Gesamtauslastung durch effizientere Flugpläne, Kostensenkung beim Flugzeugleasing und Senkung der Betriebskosten in den Bereichen Bodenabfertigung, Wartung, Informatik oder Infrastruktur auszahlen werden.

Entlassungen will Woo vermeiden; ein Personalabbau von ungefähr 2000 Stellen soll aber durch natürliche Fluktuation erzielt werden.  Wie realistisch eine solche Prognose sein wird, wird maßgeblich auch vom weiteren Verlauf der Corona- Pandemie und der Erholung der internationalen Luftfahrt abhängig sein.

Zu der Frage, ob Korean Air nach Integration von Asiana im Skyteam verbleiben wird und was mit der Mitgliedschaft von Asiana in der Star Alliance wird, äußert sich Woo erwartungsgemäß unverbindlich. Dies werde im Rahmen des Integrationprozesses entschieden werden müssen und werde sicherlich Zeit brauchen.

Dies wird während der Integrationsplanung nach der Fusion diskutiert werden. Was ich jetzt sagen kann, ist, dass die Erörterung der Allianzfrage sicherlich Zeit brauchen wird.  (Kee-Hong Woo, Präsident von Korean Air)

Es wird kaum damit gerechnet werden können, dass Korean Air nach einer erfolgreichen Übernahme die Allianz wechseln wird. Vielmehr wird es bei der angedeuteten längeren Übergangsphase eher darum gehen, wie die Mitgliedschaft in der Star Alliance abgewickelt wird und was aus den Status werden wird, die Asiana- Vielflieger derzeit dort noch halten. Neben solchen Fragen wie der Gewährung der allianzweiten Goldvorteile bei Flügen mit anderen Star Alliance Airlines dürfte vor allem die Integration der beiden Vielfliegerprogramme Asiana Club und Korean Air Skypass zu Unmut führen, denn während Asiana Club ein attraktives Programm mit atttaktivem Award Chart ist, kann man das von Skypass eher nicht sagen.

Woo machte allerdings klar, dass das Streckennetz beider Airlines zunächst ohne Änderungen beibehalten werden soll. Es dürfte aber nur eine Frage der Zeit sein, bis man hier die Frequenzen für die einzelnen Strecken an den Bedarf anpassen wird. Langfristig würde es kaum Sinn ergeben, zwei tägliche Flugzeuge von Seoul nach Frankfurt halbvoll fliegen zu lassen. Einfacher wird es für Korean Air sicherlich werden, die drei Billigflieger Air Busan, Jin Air und Air Seoul unter einer gemeinsamen Marke zusammenzuführen.

Zur Zukunft der Flotte – inbesondere der großen Modelle A380 und B747 – betonte der Korean- Chef, dass der “gesamte A380- Betrieb und seine Routen” überprüft würden. Korean Air ist neben Lufthsansa die einzige Airline der Welt, die sowohl den A380 von Airbus als auch die B747 von Boeing in der Flotte hat. Korean Air war auch eine der ersten Airlines, die den A380 Ende 2020 wieder in den regulären Flugbetrieb – auf der Strecke Seoul- Guanghou – genommen hat.

Bei der Frage nach der Liquidität der neuen Korean Air verwies Woo auf den operativen Gewinn, den die Airline bereits in den beiden vergangenen Quartalen aufgrund des starken Cargo- Geschäfts erzielen konnte. Darüber hinaus plane man aber auch den Verkauf von Vermögenswerten, die nicht zum Kerngeschäft gehören, z.B. Beteiligungen im Catering- und Dutyfree- Bereich.

Für die Zukunft der internationalen Luftfahrt nach Corona prophezeit Woo eine weltweite Fusionswelle, denn nur die größten Netzwerkairlines werden gestärkt aus der Pandemie hervorgehen können. Seine eigene Airline sieht er nach der Fusion mit Asiana gut gerüstet.

Asiana- Übernahme durch Korean: “Allianzfrage braucht Zeit” – Fazit

Das Interview gibt einen interessanten Einblick in das Geschehen rund um Korean Air und Asiana. Wirklich erhellendes in der Frage, was mit dem Star Alliance Status der Asiana Vielflieger werden wird, war zu diesem Zeitpunkt nicht zu erwarten. Immerhin deutet er an, dass es hier keine Hauruck- Lösungen geben wird sondern es Übegangszeiten geben wird – wie auch immer die dann aussehen werden.

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Kai ist jahrelang als Backpacker um die Welt gereist, bis er gemerkt hat, dass man für wenig Geld auch recht luxuriös reisen kann. Auf Loungerocker.de teilt er seine Lounge- und Reise- Erlebnisse mit euch und zeigt euch Wege, wie auch ihr mit wenig Aufwand viel bequemer reisen könnt.

 

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