Miles & More baut Status-Qualifikation um

Neue Status-Qualifikation bei Miles & More

Viel war in letzter Zeit und besonders nach Bekanntgabe der Änderungen bei United Airlines spekuliert worden, in welche Richtung das von der Lufthansa- Gruppe dominierte Vielfliegerprogramm Miles & More sich entwickeln würde. Nachdem die Spekulationen vor allem in Richtung eines umsatzbasierten Status- Systems a la United gingen und der Untergang der Lufthansa- Airlines herbeispekuliert wurde, gibt es nun mehr Klarheit.

Schon vor der offiziellen Bekanntgabe durch Lufthansa und Miles & More hatte das Handelsblatt pünktlich zum Karnevalsbeginn exklusiv die Neuerungen des komplett umgebauten Systems der Status- Qualifikation vorgestellt. Dabei fällt vor allem auf, dass es keineswegs in die befürchtete Richtung eines Vielzahler- Systems geht sondern vor allem das Fliegen mit den Airlines der Lufthansa- Gruppe belohnt wird.

Miles & More Status: Punktesystem statt Statusmeilen

Die erste augenscheinliche Veränderung betrifft die Einheit, in der eure Flüge zukünftig abgerechnet werden. Ähnlich wie bei Air NewZealand gibt es zukünftig also ein Punktesystem statt der Statusmeilen. Die Punktevergabe wird dabei deutlich vereinfacht. Statt komplizierter undurchschaubarer Regelungen mit Meilenvergabe nach Buchungsklassen wird zukünftig nur noch nach Lang- bzw. Kurzstrecke und der Reiseklasse, also Economy, Premium-Economy, Business oder First Class differenziert. Im einzelnen sieht das dann so aus:

Punkte für Kurzstrecken-Flüge:

  • Economy Class = 5 Punkte
  • Business Class = 10 Punkte

Punkte für Langstrecken-Flüge:

  • Economy Class = 15 Punkte
  • Premium Economy Class = 20 Punkte
  • Business Class = 50 Punkte
  • First Class = 70 Punkte

Wichtig zu wissen, ist dass es weiterhin auch Punktegutschriften pro Segment gibt. Fliegt ihr also in der Economy Class von Hamburg über Frankfurt nach New York so erzielt ihr 5 + 15 Punkte für diese beiden Segmente.

Da es nur noch Kurz- und Langstrecke, aber keine Mittelstrecke mehr gibt, treten die stärksten Veränderungen natürlich am Übergang zwischen Kurz- und Langstrecke auf und die Strecken nach Tunis oder Tel Aviv, die nun Langstrecke sind, werden vermutlich in Zukunft die Rennstrecken für Punkt- Optimierer.

Ein Beispiel: Bei der bisherigen Statusmeilenvergabe bekam man für einen Flug von Frankfurt nach Tunis in der günstigen Buchungsklasse P 914 Meilen und in der teuren Buchungsklasse J für einen Flug nach Buenos Aires 14266 Statusmeilen. Zukünftig gibt es für beide Flüge genau 50 Punkte.

Wie viele Punkte braucht ihr zukünftig für einen Miles & More Status

Interessant ist für die meisten Punktesammler nun natürlich die Frage, wie viele Punkte ihr zukünftig braucht, um euren Frequent Traveller-, Senator- oder HON- Status zu halten. Dabei gilt es zunächst noch auf eine weitere Neuerung im System hinzuweisen: die qualifying points. Ihr müsst nämlich in Zukunft die Hälfte der erforderlichen Punkte bei einer der Miles & More Partner- Airlines sammeln. So sollen offenkundig Vielflieger der eigenen Gruppe bevorzugt werden und wenn wir ehrlich sind, macht das natürlich Sinn. Es war schon immer etwas merkwürdig, dass man mit SAS oder TAP- Flügen teilweise mehr Statusmeilen bekommen hat als mit Flügen der Lufthansa- Gruppe.

Für einen Status benötigt ihr ab dem 1. Januar 2021 folgende Punktzahlen:

  • Frequent Traveller: 160 Punkte, davon 80 qualifying points
  • Senator: 480 Punkte, davon 240 qualifying points
  • HON Circle: 1500 qualifying points

Den HON Circle Status erreicht ihr also auch zukünftig nur mit Flügen der Lufthansa- Gruppe; neu ist allerdings, dass nun auch Economy Flüge für die Status- Qualifikation zum HON zählen.

Für den Frequent Traveller benötigt man in Zukunft 32 Kurzstrecken- Segmente, das sind zwei mehr als bisher. Wer aber auch nur einmal Langstrecke im Jahr fliegt, ist dann schon genauso gestellt wie im bisherigen System, weil er dann nur noch 30 Segmente für den Frequent Traveller benötigt.

UPDATE: Inzwischen ist auch das Rätsel gelüftet, bei Flügen mit welchen Airlines es zukünftig die begehrten Qualifying Points geben wird. Aus der Lufthansa- Gruppe sind das Lufthansa, Swiss, Austrian, Brussels, Germanwings, Eurowings. Zudem gibt es auch bei den Miles & More Airlines Croatia, LOT und Luxair Qualifying Miles.

Wie lang ist der neue Miles & More Status gültig?

Mit der Frage nach der Gültigkeit des erflogenen Status nähern wir uns dem Haken an der ganzen Sache. Kann man die Veränderungen bis hierher als ausgewogen und sinnvoll auch im Interesse der Kunden begreifen, so ist die Halbierung der Statusgültigkeit natürlich ein gravierender Nachteil. Zukünftig ist ein Status also nur noch ein Kalenderjahr bzw. bis zum 28. Februar des Folgejahres gültig. Das so genannte „tote Jahr“ entfällt also. Das tote Jahr war für Statusinhaber vor allem deshalb interessant, weil man ohne Rücksicht auf die neue Status- Requalifikation auch mal andere Airlines und andere Allianzen ausprobieren konnte und auch mal Zeit hatte, seine angesammelten Prämienmeilen sinnvoll abzufliegen.

Genau das macht es aus Lufthansa- Sicht natürlich sinnvoll, das zweite Jahr Statusgültigkeit zu streichen, denn man möchte ja die Loyalität zur eigenen Airline honorieren und fördern. Wenn man also permanent im Qualifikationsstress ist, kommt man weniger auf dumme Gedanken -um es mal platt auszudrücken. Damit hofiert Miles & More vor allem die geschäftlichen Vielflieger, die auch im toten Jahr weiter geflogen sind, einfach weil es der Job erforderte.

Die Nicht-so-viel-Flieger werden sich hingegen einen einfacheren Weg zum Star Alliance Gold- Status suchen; aber wenn wir ehrlich sind, haben sie das ja auch schon bisher gemacht, denn der Senator war trotz der Statusgültigkeit von zwei Jahren schon bisher der wohl am schwersten zu erreichende Gold Status in der Star Alliance.

Veränderungen in der Statusqualifikation bei Miles & More: Fazit

Der befürchtete große Umbruch mit dem vermuteten Wechsel hin zu einem umsatzbasierten System ist ausgeblieben. Tatsächlich gibt es in der Vielfliegergemeinde viel Lob für Lufthansa und Miles and More für die ausgewogene und sinnvolle Neugestaltung des Status- Systems. Einzig die Verkürzung der Status- Dauer ist ein gravierender Nachteil, der aber vor allem Leute trifft, die es bei anderen Vielfliegerprogrammen auch jetzt schon leichter hatten.

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