Priority Pass

Der Priority Pass gewährt seinem Inhaber Zugang zu über 1200 Flughafen- Lounges weltweit und ist damit Marktführer unter den Lounge- Pass- Anbietern. Beliebt ist er aus diesem Grunde vor allem bei Reisenden, die keinen Vielflieger- Status bei einer Airline haben und nicht Business oder First Class reisen und so keinen Zugang zu den exklusiven Airline- Lounges haben.

Priority Pässe mit Kreditkarten

SATS Premier Lounge Singapur
SATS Premier Lounge Singapur

In Deutschland ist der Priority Pass weit verbreitet, weil er Inhabern einer American Express Platinum Kreditkarte kostenlos ausgestellt wird. Und da Inhaber der AMEX Platin Anspruch auf eine zweite, so genannte Partnerkarte haben, könnt ihr noch einen Bekannten, Ehepartner oder Familienmitglied mit einem zweiten kostenlosen Priority Pass beglücken.

Neben der American Express Platin gibt es noch ein paar Plastikkarten, die euch als zusätzlichem Benefit mit einem Priority Pass versorgen. So kommt auch die Deutsche Bank bei ihrer exklusiven Master Card Platin mit einem kostenlosen Priority Pass daher. Die Jahresgebühr für diese Karte beträgt sogar nur günstige 200 Euro. Allerdings ist die Deutsche Bank sehr knauserig bei der Herausgabe dieses exklusiven Produkts und vergibt diese vor allem an langjährige gute Bestandskunden.

Auch die Sparda- Banken der verschiedenen Bundesländer geben eine Platin Kreditkarte heraus, die einen Priority Pass enthält. Allerdings gibt es nur bei der Sparda Bank in Hessen auch die so genannte Prestige- Variante des Priority Passes. Nur bei dieser sind sämtliche Lounge- Besuche auch wirklich kostenlos. Die meisten anderen Sparda Banken außerhalb Hessens bieten nur den Standard Priority Pass, der lediglich einen kleinen Rabatt auf den Lounge- Eintrittspreis bringt.

Nur für Personen mit Wohnsitz in Hessen ist die Sparda Bank daher wirklich interessant. Die Master Card Platinum der Sparda Bank Hessen hat neben dem PP auch noch ein umfangreiches Versicherungspaket an Bord und es werden keine Auslandseinsatzentgelte fällig.

Der Preis ist mit 195 Euro ähnlich der Deutschen Bank- Karte, doch wird einem der Jahresbeitrag bei der Sparda Bank sogar erstattet, wenn man einen Jahresumsatz von 7500 Euro auf der Karte hat.

Daneben gibt es viele Banken, die einen Priority Pass in einer Standard- Variante enthalten, bei dem der Lounge- Zugang nicht umsonst sondern nur verbilligt ist. Dazu zählt z.B. auch die American Express Goldkarte oder die Mastercard Premium der Netbank. Auch mit der Eurowings Kreditkarte Gold gibt es einen Rabatt auf den Lounge- Zugang.

Bei der American Express Goldkarte gibt es einen Rabatt auf die Mitgliedschaft im Priority Pass von bis zu 35%. So gibt es den Standard Plus mit zehn freien Eintritten pro Jahr als Goldkarteninhaber für 187 Euro, was einen Preis von 18,70 Euro ergibt und schon eine deutlichere Ersparnis gegenüber den Walk In Preisen ausmacht.

Da man als Goldkarten- Inhaber von American Express eine kostenlose Zweitkarte beantragen kann, ist in der AMEX Gold der Rabatt auf den Priority Pass auch für die zweite Person inklusive.

Priority Pass- Die 3 Mitgliedschafts- Level

Wer keinen Priority Pass über eine Kreditkarte bekommen kann, kann sich auch für eine Mitgliedschaft entscheiden, die es in drei Leveln gibt.

Priority Pass Mitgliedschaft
Priority Pass Mitgliedschaft Preise

Die Standard- Mitgliedschaft ermöglicht keine kostenlosen Lounge- Besuche, sondern „vergünstigt“ lediglich den Eintritt. Da es den Einzel- Zutritt zu den Vertrags- Lounges auf verschiedenen Webseiten aber auch ohne PP- Mitgliedschaft zu ähnlichen Preisen zu buchen gibt, ist die Standard- Mitgliedschaft ein ganz schlechter Deal. Wenn ich ohne Mitgliedschaft so ca. 30 Euro zahle, muss ich schon ziemlich viele Besuche in Anspruch nehmen, bis sich die Jahresgebühr von 89 Euro rentiert hat.

Die Standard Plus- Mitgliedschaft kommt mit zehn kostenlosen Zutritten in einem Jahr daher, schließt allerdings die Möglichkeit aus, dass ihr zum Beispiel gemeinsam mit eurem Partner fünf Lounges besucht. Die freien Zutritte gelten personenbezogen für den Pass- Inhaber und können nicht übertragen werden. Gäste zahlen also trotzdem immer 28 Euro.

Bei einer Jahresgebühr von 259 Euro kostet ein „kostenloser“ Lounge- Besuch also 25,90 Euro, was jetzt noch kein Jubelpreis ist. Auch verfallen ungenutzte freie Zutritte nach Ablauf des Jahres und können nicht mit ins nächste Jahr genommen werden.

Wirklich Sinn ergibt für Vielfliegende also eigentlich nur die Prestige- Variante mit unbegrenzt kostenlosem Zutritt. Dabei könnt ihr tatsächlich so viele Lounges besuchen wie ihr wollt. Ich reise gerade bei großen Airports mit vielen Lounges immer schon Stunden vor Abflug an, um möglichst viele Lounges zu testen. Man kann auch nach Ablauf der Höchstaufenthaltsdauer von meist drei Stunden einfach kurz rausgehen und dann neu einchecken. Kein Problem.

Die Prestige- Variante mit 399 Euro im Jahr aber natürlich auch extrem teuer. Auf einigen Webseiten wird auf die Möglichkeit hingewiesen, bei der Registrierung ein anderes Wohnortland anzugeben, weil für unterschiedliche Länder auch unterschiedliche Preise gelten, z.T. bedingt durch die Wechselkurse. In Großbritannien kostet der Prestige- Pass zum Beispiel nur 339 Britische Pfund, was aber nur eine marginale Einsparung ergibt.

Es bleibt aber das Grundproblem, dass der interessante Prestige Pass eben doch recht hochpreisig ist. Kleine Rechenaufgabe für Mathe- Genies:

Wenn ihr eine AMEX Platin mit 2 Priority Pässen, 200 Euro Reiseguthaben, Gold- Status bei einem halben Dutzend großer Hotelketten, Vergünstigungen bei Mietwagen- Buchungen sowie ein exklusives Versicherungspaket mit Auslandsreisekrankenversicherung, Reiseausfall- oder -abbruchversicherung, Mietwagen- Vollkasko usw usw für 600 Euro Jahresgebühr bekommt (abzüglich der 200 Euro Reiseguthaben effektiv 400 Euro); wie viel Sinn macht es dann, sich einen einzelnen Priority Pass ohne irgendwelche sonstigen Vergünstigungen für 399 Euro zu kaufen??

Genau, gar keinen.

Und als Entscheidungshilfe packt American Express immer noch eine Menge kostenlose Rewards- Punkte obendrauf, die man zu Prämienmeilen bei einem Dutzend Vielfliegerprogramme umwandeln kann! Jetzt die AMEX Platin mit Willkommens- Bonus sichern!

Zurück zu Priority Pass: Es gibt von Priority Pass eine App mit den Daten sämtlicher zugänglicher Lounges. Übrigens weitet PP sein Angebot derzeit vor allem in Nordamerika auch auf Flughafen- Restaurants aus, so dass man statt des Lounge- Zugangs auch in einem Restaurant essen gehen kann und dafür einen bestimmten Betrag zur Verfügung hat. Dies habe ich aber noch nicht ausprobiert, weil ich die Ruhe in den Lounges eben so schätze und einem überfüllten Restaurant vorziehe, wo permanent jemand gegen meinen Bord- Trolley rempelt.

Bevor ich also zum Flughafen fahre, schaue ich mir in der App an, wie das Angebot an Lounges dort ist. Teilweise schaue ich auch bei der Flugbuchung schon nach Umsteigeverbindungen an Orten mit einem vernünftigen Lounge- Angebot. Gibt es am Abflugort mehrere interessante Lounges fahre ich sehr rechtzeitig hin, um mir mehrere anschauen zu können.

Priority Pass beantragen

Wie gesagt, bei der AMEX Platin sind für den Karteninhaber und für den Inhaber der kostenlosen Zusatzkarte Priority Pässe Prestige enthalten. Diese werden euch aber nicht mit der American Express Karte direkt zugeschickt, sondern diese müsst ihr gesondert beantragen. Ein Antragsformular findet ihr in eurem AMEX- Onlinekonto. Den Antrag müsst ihr unterschreiben und an AMEX faxen oder per Brief schicken (per Mail geht nicht).

AMEX leitet eure Anträge dann nach England weiter, wo Priority Pass, ein Unternehmen der Collinson Group, seinen Sitz hat. Die Bearbeitung eures Antrags ist meist innerhalb einer Woche abgeschlossen. Allerdings dauert es ca. zwei Wochen, bis die Mitgliedskarte bei euch in der Post ist.

Wenn es schneller gehen muss, weil ihr schon einen Flug gebucht habt, könnt ihr nach einer Woche bei AMEX anrufen und euch schon mal die Mitgliedsnummer bei PP geben lassen. Mit dieser könnt ihr dann bei der PP- Hotline anrufen und euch ein Einmal- Passwort geben lassen, mit dem ihr euch in der App anmelden könnt. In der App ist eure Digitale Mitgliedskarte hinterlegt, die bei den meisten Lounges ausreicht.

Es gibt auch eine deutschsprachige Hotline von Priority Pass, doch die scheint nur sehr schwer erreichbar zu sein. Ich habe es jedenfalls nicht geschafft und habe es dann bei der Hotline in England probiert.

Kleiner Tipp: Macht euch einen Screenshot eurer Digitalen Mitgliedskarte, denn wenn ihr in einem fremden Land ankommt, wo ihr möglicherweise keinen Internet- Zugang habt, habt ihr vielleicht Probleme euch auszuweisen.

Es muss immer die Priority Pass Mitgliedskarte vorgezeigt werden (entweder digital oder physisch); es reicht nicht, eure American Express Platin Kreditkarte vorzuzeigen.

Neben der Mitgliedschaft bei Priority Pass gibt es für Wenig- Flieger bei vielen Lounges auch die Möglichkeit, den Zugang als Walk In- Gast zu kaufen. Die Tarife hierfür sind kaum höher als die 28 Euro für Inhaber des Standard Priority Passes. Auch gab es bis zum 01.04.19 die Möglichkeit, sich auf Loungebuddy.com den Lounge- Zugang im Voraus online zu buchen- und das unabhängig von einer Mitgliedschaft oder Kreditkarte zu ähnlichen Preisen wie im Priority Pass Standard.

Zum 1. April 2019 ist Loungebuddy.com allerdings von American Express aufgekauft worden und seit diesem Tag ist Loungebuddy nur noch für Inhaber einer American Express Kreditkarte benutzbar, da nur noch AMEX als Zahlungsweise akzeptiert wird.

Derzeit ist auch die Zahl der verfügbaren Lounges deutlich verringert. Es wird nicht richtig deutlich, ob AMEX den Zugang zu Lounges über Loungebuddy einschränken will oder ob es sich dabei um technische Probleme bei der Umsetzung handelt. Eigentlich würde es keinen Sinn ergeben, eine Plattform zu kaufen und weiter als exklusiven Service für die eigenen Mitglieder zu betreiben und dann den Leistungsumfang zu verringern.

Das Angebot richtet sich vermutlich auch vor allem an Inhaber der Blue oder Green Card, denn die Preise sind höher als die rabattierten Tarife für Goldkarten- Inhaber und Platinum- Kunden haben ja eh kostenlosen Zugang zu allen Lounges über den Priority Pass Prestige.