Reisebeschränkungen weltweit – ein Überblick

Weltweite Reisebeschränkungen

Als Deutscher war man es gewohnt, fast überall auf der Welt problemlos und ohne Visum einreisen zu können. Das hat sich seit Ausbruch der Corona- Pandemie schlagartig verändert. Ich fasse mal die aktuellen Einreisebeschränkungen bzw. viel wichtiger die Aufhebung von Einreisebeschränkungen auf.

Einreise innerhalb der EU

In der EU ist inzwischen die Reisefreiheit fast vollständig wieder hergestellt.Aktuell müssen Deutsche lediglich bei Rückkehr aus Schweden eine 14- tägige häusliche Quarantäne einhalten. In alle anderen Länder der EU kann man inzwischen wieder einreisen. In Irland wird allerdings noch die Einhaltung einer 14- tägigen Quarantäne erwartet, auch wenn diese kaum überprüft wird. Gleiches gilt für Großbritannien.

Wie wir in Deutschland gerade erleben, sind die neuen Freiheiten immer noch sehr fragil. In Gütersloh und Umgebung hat man gerade schmerzhaft erfahren müssen, dass es sehr schnell wieder zu Einschränkungen kommen kann. Dies gilt natürlich auch für andere Länder.

Auch wenn man in fast alle EU- Länder wieder einreisen darf, bedeutet das natürlich nicht, dass auch ein Urlaub, wie man ihn aus der Vergangenheit kennt, schon wieder möglich ist. In allen Ländern gelten die Regeln des Social Distancing und in vielen Ländern auch eine Maskenpflicht mindestens beim Betreten von Geschäften.

Für die portugiesischen Inseln Madeira und die Azoren gelten vom Festland abweichende Bestimmungen. Hier muss noch mit Quarantäne gerechnet werden.

In anderen Ländern gibt es bei der Ankunft stichprobenartige Corona- Schnelltests. in Island müssen diese nach einer kostenlosen Testphase nun von den Reisenden bezahlt werden. Auch in Griechenland gibt es Tests, die dort aber für Reisende kostenlos sind.

Nordamerika

Die Grenzen zu Kanada und den USA sind weiterhin geschlossen. Die EU hat für die USA die Einreisesperre nach Europa auch gerade erst verlängert. Da die Fallzahlen dort wieder massiv ansteigen und Agent Orange offenkundig auch nicht Herr der Lage ist, sollte sich niemand der Illusion hingeben, dass es dieses Jahr noch etwas werden könnte mit dem USA- Trip.

Auch für Kanada ist noch vollkommen unklar, wann eine Öffnung der Grenzen wahrscheinlich wird. Aktuell wird zwischen USA und Kanada die Einrichtung einer „Travel Bubble“ erörtert. Es ist unwahrscheinlich, dass man aus Ländern Europas nach Nordamerika einreisen kann, bevor die Länder dort untereinander ihre Einreisesperren abgebaut haben.

Asien

Je nach Abhängigkeit vom Tourismus wird eine mehr oder weniger schnelle Öffnung der asiatischen Länder erwartet. Insbesondere Südostasien ist stark abhängig vom Tourismus. Dort beginnt die Hochsaison aber erst im Winter, so dass man hier noch recht zögerlich vorgeht.

Malediven

Als erste klassische Touristendestination haben die Malediven die Aufhebung der meisten Reisebeschränkungen für unbewohnte Resortinseln zum 15.07.2020 und für bewohnte Inseln (wo die günstigen Hotels beheimatet sind) zum 01.08.2020 angekündigt. Bemerkenswert ist, dass von den ursprünglich vorgesehenen Einschränkungen faktisch nichts übrig geblieben ist. Weder ist eine Quarantäne erforderlich, noch muss man bei Einreise einen negativen Corona- Test vorzeigen. Die Lage eines ohnehin isolierten Inselstaats lässt sich aber natürlich mit der Situation in großen Flächenländern oder einem Stadtstaat wie Singapur nicht vergleichen.

Sanfte Vorschriften wie Temperaturmessungen bei Ankunft, Maskenpflicht und Ausfüllen eines Gesundheitsfragebogens sind hinnehmbar.

Malediven

Kambodscha

Kamboscha geht genau den entgegen gesetzten Weg und schreckt Besucher mit hohen Hürden bei der Einreise ab. So müssen Einreisende nicht nur einen negativen Corona- Test innerhalb der letzten 72 Stunden nachweisen sondern bei Einreise noch einen kostenpflichtigen Test über sich ergehen lassen. Zudem muss eine Kaution in Höhe von 3000 US Dollar hinterlegt werden, die gegen etwaige Quarantäne- und sonstige Kosten aufgerechnet wird.

Die Quarantäne droht dabei jedem, auf dessen Flug ein einziger Passagier positiv auf Corona getestet wird. Alle Passagiere dieses Fluges müssen sich dann in Staatsquarantäne begeben, für die ein umfangreicher Kostenkatalog festgelegt ist. Es ist kaum anzunehmen, dass diese Regelungen lange Bestand haben werden, denn wer nicht unbedingt nach Kambodscha einreisen muss, wird dies unter diesen Bedingungen auch nicht tun.

Viele Länder in Südostasien spielen mit ähnlichen Gedanken.

Thailand

Meine Wahlheimat Thailand ist gut durch die Krise gekommen. Entsprechend würde man vermuten, dass man mit den Lockerungen größere und schnellere Schritte machen würde, doch Thailand geht einen ähnlichen Weg wie Kambodscha. Die verpflichtende 14- tägige Staatsquarantäne kann in einem von einer Handvoll ausgewählter Hotels mit Krankenhausanschluss absolviert werden. Die Kosten reichen dabei von knapp 900 Euro bis etwa 5000 Euro für 14 Tage – ohne etwaige medizinische Kosten wohlgemerkt. Es drängt sich der Eindruck auf, dass hier versucht wird, mit Leuten, die nach Thailand reisen müssen (Familienangehörige, Inhaber einer Work Permit, Studenten) Kasse zu machen.

Für Touriisten aus einer angedachten Travel Bubble mit Ländern wie China, Südkorea oder Japan sollen die strengen Quarantäne- Regelungenn nicht gelten. Allgemein wird davon ausgegangen, dass normales Reisen nach Thailand nicht vor Oktober möglich sein wird.

Thailand gehört übrigens zu den Ländern, die nicht auf der Liste der Risikoländer des Robert- Koch- Instituts stehen. Sollten die Grenzen nach Thailand also geöffnet werden, müssten Deutsche bei Rückkehr keine Quarantäne befürchten. Dies ist nun auch von der EU bestätigt worden, denn Thailand gehört zu den 14 Drittländern, für die die Einreisesperren aufgehoben wurden. Allgemein wird erwartet, dass Thailand nach dem Prinzip der Gegenseitigkeit dann bald zeitnah mit europäischen Staatsangehörigen verfährt.

Singapur

Singapur ist sehr schnell sehr rigide gegen die Verbreitung des Corona- Virus vorgegangen und war dabei zunächst auch erfolgreich. Doch hat man den Erfolg mit einer zu schnellen Öffnung wieder zunichte gemacht, so dass nun ein weitgehender Shutdown in Kraft ist. Die täglichen neuen Fallzahlen liegen zwischen 100 und 200, wobei die Verbreitung in einem dicht besiedelten Stadtstaat natürlich sehr viel gefährlicher ist als in einem Flächenland. Wenn eine Einreise nach Singapur wieder möglich sein wird, ist unklar.

Seit 2. Juni ist immerhin der Transit durch Singapore Changi wieder erlaubt.

Marina Bay, Singapur
Marina Bay, Singapur

Ozeanien

Australien

Australien befindet sich weiterhin in einem massiven Lockdown und eine Grenzöffnung für Europäer wird es vermutlich dieses Jahr und möglicherweise sogar bis Mitte 2021 nicht geben. Ein Indiz hierfür ist auch, dass die australische Airline Qantas angekündigt hat, bis Mitte 2021 keine internationalen Flüge anzubieten.

Ab September soll es allerdings eine Grenzöffnung zu Neuseeland geben und danach wird mit einer behutsamen Erweiterung der Liste um pazifische Inselstaaten gerechnet.

Neuseeland

Neuseeland ist konsequent in den Lockdown gegangen und war sehr erfolgreich damit. Aktuell wird über eine Travel Bubble mit Australien verhandelt, die nach den Wahlen in Neuseeland im September wohl in Kraft treten wird. Für Europäer wird diese Gegend der Welt hingegen noch länger geschlossen bleiben. Das zunächst bis 30. Juni befristete Anlegeverbot für Kreuzfahrtschiffe soll nochmal um zwei bis drei Monate verlängert werden. Nachdem sich Neuseeland am 8. Juni offiziell zu covid-frei erklärt hatte, gibt es zwischenzeitlich wieder aktive Fälle, die von Rückkehrern eingeschleppt wurden.

Französisch Polynesien

Neben den Malediven öffnet eine weitere Luxus- Destination Mitte Juli ihre Grenzen wieder für Besucher: Französisch Polynesien mit der Hauptinsel Tahiti und der Honeymoon- Destination Bora Bora kann ab 15 . Juli wieder bereist werden, ohne dass vor Ort eine Quarantäne droht. Allerdings muss ein negativer Corona- Test nicht länger als 72 Stunden vor Abreise vorgelegt werden. Krankenversicherung und ein ärztliches Attest werden außerdem benötigt. An Bord der Air Tahiti Nui, die Europa ab Anfang Juli wieder mit Papeete verbindet, herrscht Maskenpflicht, was bei einem 22-stündigen Flug anstrengend werden kann. Der übliche Zwischenstopp in L.A. muss zudem nach Vancouver bzw. Guadeloupe verlegt werden.

Cook Islands

Die Cook Islands sind eng mit Neuseeland assoziiert. Entsprechend wenig verwunderlich ist es, dass die ersten Öffnungen der Cooks in diese Richtung zielen. Diese Öffnungen wurden im Juni begonnen. Europäer werden aber kaum auf die Cooks reisen können, bevor auch Neuseeland seine Grenzen geöfnnet hat.

Bei den meisten anderen Inseln in der Südsee ist es faktisch unerhebliich, ob diese ihre Grenzen für Europäer wieder geöffnet haben, denn bei den meisten dieser Inseln muss man über Australien oder Neuseeland fliegen, was eben nur eingeschränkt möglich ist.

Südamerika

Südamerika ist neben den USA der kritischste Hotspot nach Infektionszahlen. Insbesondere Brasilien, aber auch Chile und Peru bekommen das Virus offenbar nicht in den Griff. Entsprechend hart sind in den meisten Ländern Südamerikas derzeit noch die Einschränkungen. Lediglich Uruguay ist gut durch die Krise gekommen und entsprechend wurde das Land auch auf die EU- Liste der Dritttaaten genommen, aus denen die Einreisesperre nach Europa aufgehoben wurde. Das bedeutet aber, wie oben schon erwähnt, nicht, dass Deutsche nun schon nach Uruguay einreisen dürften. Mangels Direktflügen nach Uruguay ist das ohnehin nur eine theoretische Möglichkeit.

Karibik

Antigua und Barbuda ist seit 1. Juni wieder sowohl auf dem Seeweg als auch per Flugzeug erreichbar. Wer bei der Einreise einen negativen Covid-19- Test vorlegen kann, muss nicht in Quarantäne. Der Test kann auch in Antigua nachgeholt werden. Ist der Test hier negativ, wird die Quarantäne aufgehoben. Standarmäßig gibt es eine kleine Gesundheitsprüfung mit Temperaturmessung bei Einreise.

Ganz so weit wie Antigua ist St Lucia noch nicht, doch auch hier sind die Grenzen seit Anfang Juni wieder geöffnet und die Einreise mit einem höchstens 48 Stunden alten negativen Corona- Test ist möglich. Als Unterkunft muss man allerdings ein von der Regierung zertifiziertes Hotel buchen und es besteht eine nächtliche Ausgangssperre.

Barbados hingegen ist noch unter Lockdown. Es besteht weiterhin Ausgangssperre und Quarantänepflicht bei Einreise.

Die niederländischen Antillen mit den BES- Inseln einerseits sowie den autonomen Gebieten Aruba und Curacao werden Anfang Juli langsam wieder für touristische Reisen geöffnet. In einem ersten Schritt soll die Öffnung für Menschen aus den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und Deutschland erfolgen. Die Touristenzahl muss aufgrund der medizinischen Versorgungsmöglichkeiten beschränkt bleiben.

Trinidad und Tobago sind noch voll im Shutdown. Eine Einreise ist bis auf weiteres nicht möglich.

Grenada ist ebenfalls noch gesperrt. Es herrscht Ausgangssperre, Einreiseverbot und an Urlaub ist dort auf absehbare Zeit noch nicht zu denkken.

In Jamaica ist die Einreise zu touristischen Zwecken seit dem 15. Juni wieder eingeschränkt möglich.Vor Abflug muss eine Einreiseerlaubnis bei der jamaikanischen Botschaft eingeholt werden und der Aufenthalt muss auf einen Korridor an der Nordküste beschränkt bleiben. Unterkunft darf auch nur in zertifizierten Hotels gebucht werden.

Reisebeschränkungen weltweit – ein Überblick: Fazit

Die Einreisebeschränkungen werden in vielen Ländern der Welt nun schrittweise wieder gelockert, doch steckt der Teufel oft im Detail und jeder sollte sich vor einer Reise tagesaktuell über die genaue Einreiseprozedur informieren.

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Wer schreibt denn hier?

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Kai ist jahrelang als Backpacker um die Welt gereist, bis er gemerkt hat, dass man für wenig Geld auch recht luxuriös reisen kann. Auf Loungerocker.de teilt er seine Lounge- und Reise- Erlebnisse mit euch und zeigt euch Wege, wie auch ihr mit wenig Aufwand viel bequemer reisen könnt.

 

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