Star Alliance Gold für wenig Geld

Ich hatte mir für 2019 vorgenommen, es flugtechnisch ein bisschen ruhiger angehen zu lassen. Da kam mir diese Möglichkeit, schon am 3. Januar meinen Star Alliance Gold Status  für dieses Jahr in der Tasche zu haben, sehr gelegen.

Star Alliance Gold: Die Basics

Doch der Reihe nach: Die Star Alliance ist ein Zusammenschluss aus 28 Fluggesellschaften, deren Flugnetz faktisch die ganze Welt abdeckt. Wer also viel in der Luft unterwegs ist, wird dabei sehr wahrscheinlich häufiger in einer Maschine einer Star Alliance Airline sitzen.

Jede Fluglinie der Star Alliance hat ihr eigenes Frequent Flyer Program, bei dem man neben den Prämienmeilen für Bonusflüge auch Statusmeilen sammeln kann. Anders als Prämienmeilen, die man auch durch Hotel-, Mietwagenbuchungen oder sonstige Umsätze bei Partnern erzielen kann, gibt es Statusmeilen in der Regel nur in der Luft, also durch das Absolvieren von Flügen.

Man kann sich einen Gold- Status bei einer Fluggesellschaft also nicht kaufen, was dem ganzen ein bisschen Exklusivität verleiht. Ok, so exklusiv ist der Gold- Status wohl doch nicht, wenn man sieht, wie voll die Gold- Lounges so sind…

Dabei sind übrigens die Meilen- Gutschriften, die man für einen Flug bekommt, von Vielfliegerprogramm zu Vielfliegerprogramm unterschiedlich. Da man sich Flüge allianzweit in jedem Vielfliegerprogramm gutschreiben lassen kann, lohnt es sich, sich vor einer Flugbuchung zu informieren, wo man die meisten Meilen für den Flug bekommt. Die günstigsten Buchungsklassen wie die Buchungsklasse K bei Lufthansa bringen bei vielen Vielfliegerprogrammen nur sehr wenige bis gar keine Meilen. Eine gute Adresse für einen Überblick ist wheretocredit.com

Hat man in einem Programm die Qualifikation für den Gold- Status geschafft, hat man für den entsprechenden Zeitraum den Gold- Status automatisch für die gesamte Star Alliance. Das bedeutet, dass ich auf jedem Flug mit einer SA- Airline (auch in der Economy) die Privilegien des Gold- Status genießen kann.

Der Qualifikationszeitraum ist auch noch mal von Airline zu Airline unterschiedlich. Bei einigen Airlines ist es das Kalenderjahr, bei anderen zwölf Monate ab Beitritt zum Loyalitätsprogramm und wieder andere räumen euch sogar zwei Jahre ein, um genügend Meilen für den Gold- Status zu sammeln (z. B. Asiana). Und um die Verwirrung komplett zu machen, muss man bei einigen Fluggesellschaften erst den Silber- Status erreichen, um dann für den Gold- Status sammeln zu können (Aegean).

Vorteile des Star Alliance Gold

Wer bei einer Star Alliance Mitglieds- Airline erst einmal den Gold- Status hat, genießt folgende Vorteile bei allen SA- Mitgliedern:

  • Priority Check In: Auch wenn ihr in Economy fliegt, könnt ihr am Priority Schalter einchecken.
  • Zusätzliches Freigepäck: Ihr könnt ein zusätzliches Gepäckstück kostenfrei aufgeben. Das allein kostet im Normalfall schon so um die 150 Euro.
  • Fastlane beim Security Check: Einer der wertvollsten Vorteile an großen überfüllten Flughäfen, mit dem man in 10 Minuten durch Security Check und Immigration ist.
  • Lounge- Zugang: Der Königsvorteil des Star Alliance Gold- Ihr habt Zugang zu den Lounges der Star Alliance Member (wie z.B. den Senator Lounges der LH). Dabei könnt ihr- wie inzwischen auch bei dem Priority Pass noch eine Begleitung mitnehmen. Beide müssen allerdings einen Star Alliance Flug gebucht haben.
  • Priority Gepäckausgabe: Ihr bekommt bei der Gepäckausgabe euer Gepäck zuerst. Klappt mal besser, mal schlechter.
  • Wartelisten- Priorität: Sollte ein Flug ausgebucht sein, rutscht ihr auf der Warteliste nach oben.

Der einfachste Weg zum Star Alliance Gold

Wie oben schon angedeutet ist die Qualifizierung für den Gold- Status bei jedem Programm selbstständig geregelt und damit auch unterschiedlich schwer. Bei einigen Airlines kann es attraktiv sein, wenn man viele Langstreckenflüge absolviert und deshalb viele Meilen sammelt. Bei anderen Airlines kann es leichter sein, wenn man viele Segmente fliegt (Kurzstrecke mit Umsteigeverbindung).

Bei der Lufthansa ist das dem Gold- Status entsprechende Pendant der Senatoren- Status, für den man stattliche 100.000 Statusmeilen im Kalenderjahr erfliegen muss (was meines Wissens der höchste Wert innerhalb der Star Alliance ist). Allerdings bekommt man bei Miles & More auch noch für die günstigsten Buchungsklassen noch Statusmeilen.

Status Match bei Singapore Airlines

Wieder andere Airlines bieten einen Status Match für einen kurzen Zeitraum an oder Challenges, bei denen man eine bestimmte Anzahl an Flügen oder Meilen in einer vorgegebenen Zeit absolvieren muss, um eine Art vereinfachten „Schnupper- Status“ zu bekommen. Und da sind wir wieder am Anfang dieser Geschichte…

Als Inhaber der American Express Platinum bekommt man Status bei verschiedenen Hotelketten gewissermaßen geschenkt. Ich persönlich halte nichts davon, weil man sich die in der Praxis doch überschaubaren Vorteile wie ein etwas größeres Zimmer durch deutlich höhere Preise als bei Nicht- Kettenhotels selber bezahlt. Besonders albern finde ich das kostenlose Früstück als „Statusvorteil“, das in den meisten einfachen 3- Sterne- Hotels im Preis inbegriffen ist.

Doch zurück zu den Status bei der American Express Platinum. Dazu gehören z.B. Hilton, Marriott, Melia und die in Europa relativ unbekannte Luxus- Hotelkette Shangri La aus Asien. Bei letzterer bekomme ich als AMEX Platin- Inhaber den so genannten Jade- Status geschenkt. Die Registrierung für das Treueprogramm von Shangri La nimmt man in dem Online- Bereich von AMEX vor, die Aktivierung des Jade- Status erfolgt online auf der Seite von Shangri La.

Was hat das nun mit der Star Alliance zu tun?

Weil Shangri La ein Partner von Singapore Airlines ist und den Inhabern des Jade- Status angeboten wird, diesen mit dem Silber- Status bei Krisflyer, dem Vielfliegerprogramm von Singapore Airlines, anzugleichen, also zu „matchen“.

Man bekommt also als Inhaber des geschenkten Jade Status bei Shangri La den Silber- Status bei Krisflyer geschenkt (und damit auch den Star Alliance Silber- Status). Der ist allerdings noch nicht so viel wert.

Gleichzeitig wird einem eine Challenge angeboten, mit der man aus dem Silber- Status den Gold- Status machen kann, indem man innerhalb von vier Monaten drei Flugsegmente mit Singapore Airlines oder deren Regionalpartner Silk Air fliegt. Die Buchungsklasse spielt dabei keine Rolle, so lange es kein Prämienflug oder Gruppentarif ist.

Nun ist es in Europa nicht ganz einfach, mit Singapore Airlines zu fliegen. Außer den Flügen nach Singapur gibt es da eigentlich nur noch den 5th Freedom Flight von Frankfurt nach New York. Eine etwas kuriosere, aber vergleichsweise preiswerte Route führt noch von Stockholm nach Moskau (und von dort natürlich weiter nach Singapur)

Wer aber in Asien Urlaub macht oder (wie ich) womöglich sogar die meiste des Jahres hier lebt, für den ergeben sich natürlichsehr viel kostengünstigere Möglichkeiten, ein paar Segmente mit Singapore Airlines zu fliegen.Krisflyer Star Alliance Gold Challenge

Ich habe mich schließlich für einen Flug von Bangkok über Singapur nach Kuala Lumpur und zurück entschieden. Die Strecke von Singapur nach Kuala Lumpur ist für die Challenge besonders geeignet, weil der Flug keine Stunde dauert und aufgrund der Kokurrenz zahlreicher Billigflieger auch relativ preiswert ist.

Da ich als AMEX Platin- Inhaber darüber hinaus mit dem Priority Pass bereits weltweit Zugang zu Priority Pass- Lounges habe, habe ich  lange Umstiegszeiten in Singapur eingebaut, um da die verschiedenen Lounges ausgiebig zu testen.

Die vier Flugsegmente haben mich knapp 320 Euro gekostet. Übernachtungs- oder Verpflegungskosten sind nicht angefallen; zum Flughafen bin ich mit dem Bus gefahren. Wenn ich bedenke, was Lufthansa- Senatoren für den gleichen Status im Jahr so ausgeben müssen und was da für Jahresendralleys gestartet werden, dann finde ich, dass das ein ziemlich guter Deal war.

Den Star Alliance Gold- Status habe ich mit der Challenge dann für zwölf Monate. Den Status bei Singapore Airlines darüber hinaus zu erhalten, ist schwierig, weil die Bedingungen für die Requalifikation sehr hoch sind und Krisflyer bei der Meilengutschrift vergleichsweise knauserig, so dass ich 2020 sicherlich keinen Gold Status mehr bei Krisflyer haben werde.

Ich sammle deshalb jetzt bei ASIANA, wo ich hoffentlich im Januar nahtlos den Status erreichen werde, den ich dann aufgrund der Bedingungen dort noch für über drei Jahre behalten werde.

Eine weitere beliebte Möglichkeit, sich den Gold- Status mit relativ wenig Aufwand zu sichern, gibt es bei SAS Eurobonus, wo man im Idealfall mit nur einem Flug die Qualifikation schafft.

Der Artikel ist in leicht abgewandelter Form bereits auf Backpacker-Weltreise.de erschienen.