Treibstoffzuschläge könnten Tickets um 15% verteuern

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Treibstoffzuschläge steigen um bis zu 15%

Angesichts der weltweiten Explosion der Energiekosten im Zuge des Ukraine- Konflikts warnen Experten vor steigenden Treibstoffzuschlägen in der Luftfahrtindustrie. Diese würden auch mindestens teilweise über den Ticketpreis an die Passagiere weitergegeben, so dass Ferienflüge im Sommer mindestens um 15% teurer würden. Auch Prämienflüge wären mutmaßlich betroffen.

Der Rohölpreis ist infolge des Kriegs in der Ukraine so hoch wie 2008 nicht mehr. Am 7. März 2022 erreichte der Preis für ein Barrel der Sorte Brent die 140 USD- Marke. Der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire verglich die derzeitige Situation gar mit der Ölkrise in Folge des Jom- Kippur- Kriegs 1973.

“The current energy crisis is comparable in intensity, in brutality, to the oil shock of 1973. In 1973, as you know, the response caused an inflationary shock, leading central banks to massively increase their rates, which killed off growth. This has a name: stagflation, and it’s precisely what we want to avoid in 2022.”

In den vergangenen Tagen ist der Ölpreis wieder in Richtung 100-Dollar-Marke gesunken, doch die Unsicherheit bleibt.

Wie sichern sich Airlines gegen schwankende Energiepreise ab?

Nun gibt es einen entscheidenden Unterschied zwischen Privatautos an der Tankstelle und den Verträgen über Kerosinbezug bei Airlines. Während der Autobesitzer den schwankenden Benzinpreisen relativ schutzlos ausgesetzt ist, sichern sich Airlines mit Termingeschäften ab. Dieses so genannte „Fuel Hedging“ legt Kerosinpreise langfristig fest, was Airlines wie Lieferanten SIcherheit über Preis und Umsatz gibt. Allerdings gibt es bei diesen Wetten auf die Zukunft auch immer Gewinner und Verlierer, weshalb nicht alle Airlines vollständig auf fixe Preise für die Zukunft setzen.Während z.B. Ryanair bis zu 90% seines Kraftstoffs in Termingeschäften absichert, ist die Lufthansa Gruppe da vorsichtiger. Wie „Fuel Hedging“ funktioniert hat Simpleflying vor einigen Jahren beschrieben.

Man darf nicht vergessen, dass Airlines, die Ende 2019 Termingeschäfte für Kerosin abgeschlossen haben, während der Corona- Pandemie hohe Verluste gemacht haben. Dies kann einen Trend zur Vorsicht befeuert haben, der sich nun – bei explodierenden Preisen – negativ auswirkt.

Doch die Treibstoffpreise, die immerhin ca. 35% der operativen Kosten einer Airline ausmachen, sind nicht der einzige Preistreiber. Infolge der Sperrung des russischen Luftraums sind viele Flüge deutlich länger geworden, was nicht nur den Treibstoffverbrauch steigert sondern auch die Personalkosten. Auch die Wartungsintervalle verkürzen sich bei längeren Strecken und verursachen zusätzliche Kosten, wie Reuters feststellt.

Der Trend steigender Preise trifft aktuell auf eine steigende Nachfrage nach Urlaubsreisen. Nach zwei Jahren Pandemie wollen die Menschen in diesem Jahr endlich wieder in Urlaub fliegen. Die Airlines werden den Aufwärtstrend sicher nicht durch eine vollständige Weitergabe steigender Kosten ersticken wollen. Doch ohne Preiserhöhungen wird es in dieser Sommersaison auch kaum gehen. Bis zu 15% Preissteigerungen durch höhere Treibstoffzuschläge prognostizieren Luftfahrtexperten für den Fall, dass der Ölpreis auf dem hohen derzeitigen Niveau verbleibt.

Steigende Treibstoffzuschläge erhöhen den Ticketpreis

Sorgen steigende Treibstoffkosten für höhere Ticketpreise?

Was bedeuten steigende Treibstoffzuschläge für Meilentickets?

Während die Preise für ein bezahltes Ticket aus vielen verschiedenen Komponenten bestehen, die einen gewissen Ausgleich mit sich bringen, haben Prämientickets eigentlich nur zwei Komponenten. Wir haben in der Vergangenheit oft gesehen, dass Airlines steigende Treibstoffzuschläge durch eine Senkung des Basistarifs auf bezahlte Tickets abgemildert haben, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Dieser Ausgleich funktioniert bei Meilentickets nicht. Bei einem Prämienticket habt ihr die Preiskomponenten Meilenpreis und Treibstoffzuschlag. Die Zahl erforderlicher Meilen wird allerdings nicht gesenkt, wenn der Treibstoffzuschlag steigt – auch nicht bei Airlines mit dynamischem Preissystem. Der Treibstoffzuschlag wird also bei der Buchung eines Prämientickets ungefiltert an den Kunden weitergegeben.

Nachdem wir während der Pandemie viele Airlines gesehen haben, die Treibstoffzuschläge abgeschafft oder zumindest gesenkt haben, schlägt das Pendel nun zurück. Mit Emirates und All Nippon Airways haben zwei große Airlines ihre Treibstoffzuschläge bereits wieder erhöht. Malaysia Airlines führt Zuschläge am 23.03.2022 ein und selbst der Lowcost- Carrier Air Asia erhebt seit kurzem erstmals Treibstoffzuschläge.

Es ist nicht auszuschließen, dass weitere Airlines unter dem Eindruck steigender Treibstoffkosten entsprechende Zuschläge wieder einführen oder erhöhen. Müsste ich eine Wette abschließen, welche Airline von einer Erhöhung bedroht sein könnte, wäre mein Geld vermutlich auf Finnair. Finnair hat 2020 die Treibstoffkosten drastisch gesenkt, ist nun aufgrund der geographischen Lage von dem Ukraine- Konflikt aber besonders betroffen.

Fazit

Die weltweit steigenden Energiekosten machen trotz langfristiger Verträge auch nicht Halt vor Fluggesellschaften. Um mindestens 15% könnten Ticketpreise steigen, wenn der Ölpreis auf dem hohen aktuellen Niveau verbleibt. Steigende Treibstoffzuschläge werden auch Prämientickets verteuern, da diese keinen Ausgleich über den Basistarif erfahren.

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