Welche Vorteile haben Reisekreditkarten?

Reisekreditkarte

Jedes Jahr vor der Sommersaison stellen sich zur Vorbereitung des Sommerurlaubs die gleichen Fragen. Welche Auslandskrankenversicherung benötige ich? Und ist meine Kreditkarte für den Einsatz im Ausland geeignet oder benötige ich eine spezielle Reisekreditkarte? In diesem Artikel geht es um die Frage, welche Vorteile Reisekreditkarten haben, damit euch im Ausland keine zusätzlichen Kosten entstehen.

Reisekreditkarte und Fremdwährungsgebühren

Der wichtigste Vorteil, den eine Reisekreditkarte im Urlaub haben sollte, ist der Verzicht auf Fremdwährungsgebühren. Zwar kann man in der Europäischen Union in vielen Ländern mit Euro zahlen, doch selbst in der EU gibt es eine Reihe beliebter Reiseziele mit eigener Währung. Dazu zählen viele osteuropäische Länder wie Polen, Tschechien, Bulgarien, Kroatien. Doch auch in Skandinavien wird mit Kronen bezahlt und nicht mit Euro (Norwegen, Schweden, Dänemark).

Außerhalb Europas kommt ihr mit Euros erst recht nicht weit. Ägypten, Marokko, Tunesien, die USA, Kanada oder die Karibik, Thailand, Australien oder Neuseeland – alle haben ihre eigene Währung. Für euch bedeutet das im Urlaub, dass ihr permanent Umsätze mit eurer Kreditkarte erzeugt, die von eurer Bank zuhause umgerechnet werden muss. Diese Umrechnung lassen sich viele Banken mit so genannten Fremdwährungsgebühren fürstlich entlohnen. Ungefähr 1,75% vom Umsatz werden im Schnitt von Banken für Umsätze in anderen Währungen als Euro verlangt.

Diese Gebühr lässt sich relativ einfach umgehen, indem man sich für den Urlaub mit einer Reisekreditkarte bewaffnet, die keine Fremdwährungsgebühren berechnet. In den letzten Jahren sind die Angebote für kostenlose Reisekreditkarten weniger geworden – aber es gibt sie noch.

Vorsicht Falle! Dynamic Currency Conversion

Mittlerweile wird einem im Ausland am Geldautomaten oft eine sofortige Umrechnung in Euro angeboten. Man lockt euch also mit dem vermeintlichen Vorteil, dass der Geldautomatenbetreiber euren Umsatz schon umrechnet und mit eurer Bank in Euro abrechnet. So müsst ihr zuhause keine Fremdwährungsgebühr bezahlen. Was wie ein guter Deal klingt, ist in der Realität Abzocke. Denn die Anbieter tauschen euren Umsatz zu einem frei gewählten Wechselkurs um – und der ist immer weit entfernt von einem fairen Deal. An US- Geldautomaten wurde mir schon eine 1:1- Umwandlung meiner gezogenen US Dollar in Euro angeboten. Das ist je nach tagesaktuellem Wechselkurs ein Abschlag von etwa zehn Prozent.

Die Dynamic Currency Conversion (auf deutsch auch „bevorzugte Währung des Karteninhabers“ genannt) ist nie ein gutes Geschäft für euch. Deshalb solltet ihr am Geldautomaten im Ausland aber auch in Geschäften IMMER auf Belastung in der Landeswährung bestehen. Auch Einzelhandelsgeschäfte, Hotels oder Airlines bieten euch inzwischen das lukrative Geschäft mit der Währungsumrechnung an. Dahinter steckt der psychologische Effekt bei vielen Urlaubern, die sich in der eigenen Währung „sicherer“ fühlen.

Doch ihr solltet bedenken: Während eure Bank daheim sich bei der Umrechnung immer zumindest am offiziellen Wechselkurz orientieren muss, kann euch ein Betreiber im Ausland berechnen, was er will. Gerade bei Ankunft am Flughafen, wenn man in der Urlaubswährung noch unsicher ist, kann einen solche dynamische Währungsumrechnung teuer zu stehen kommen.

Die perfekte Reisekreditkarte – Kostenlos sollte sie sein

Vor ein paar Jahren gab es noch eine große Auswahl an kostenlosen echten Kreditkarten. Heute werden immer öfter Jahresgebühren verlangt oder nur Debitkarten ausgegeben. Versteht mich nicht falsch: Eine Kreditkarte, die mit Vorteilen daherkommt, darf ruhig was kosten. Aber eine Kreditkarte, mit der man nicht mehr macht als bezahlen – und sei es in Fremdwährungen – sollte ohne Jahresgebühr auskommen.

Einige Anbieter von kostenlosen Kreditkarten haben in den vergangenen Jahren ihre VISA Kreditkarten gegen VISA Debitkarten ausgetauscht. Dazu gehören die Comdirect und auch die beliebte DKB Reisekreditkarte. Der Unterschied zwischen einer echten Kreditkarte und einer Debitkarte ist vor allem das Zahlungsziel. Während bei einer Kreditkarte der Rechnungsbetrag erst später von eurem Konto abgebucht wird – ihr also einen Kredit bekommt – wird die Debitkarte sofort belastet. Das führt dazu, dass einige Händler – insbesondere Autovermieter – Debitkarten nicht als Kaution akzeptieren. Schließlich kann eine Debitkarte ggf. nach einem Unfallschaden nicht nachbelastet werden. Wer also im Urlaub ein Auto anmieten will, sollte eine echte Kreditkarte im Portemonnaie haben.

Es gibt teilweise Reisekreditkarten, die zwar keine Fremdwährungsgebühr erhebt, dafür aber eine Jahresgebühr berechnet. Meist kommt diese Karte dann mit einigen zusätzlichen Vorteilen daher wie einem Reiseversicherungspaket. In so einem Fall müsst ihr abwägen, ob euch die Vorteile die Jahresgebühr wert sind oder ob ihr z.B. Reiseversicherungen nicht günstiger bei einem Versicherungsanbieter abschließen könnt.

Ich gönne mir seit Jahren die Eurowings Kreditkarte von Barclays. Das ist eine echte VISA Card ohne Fremdwährungsgebühren, die allerdings ab dem zweiten Jahr 69 Euro kostet. Dafür sind Auslandskrankenversicherung und Mietwagen- Vollkasko enthalten und ich sammle mit den Umsätzen Eurowings Meilen. Dazu kommen ein paar Statusvorteile wie Fastlane bei der Sicherheitskontrolle usw. Da ich viel im Ausland bin, macht die Karte Sinn für mich. Doch jeder sollte eben die Vorteile einer kostenpflichtigen Karte abwägen.

Kostenlose Bargeldabhebungen

Ein weiteres wichtiges Einsatzfeld einer Reisekreditkarte ist die Versorgung mit Bargeld am Urlaubsort. Eine gute Reisekreditkarte berechnet auch hierfür natürlich keine Gebühren. Doch hier kommt noch ein dritter Beteiligter ins Spiel, der eigene Gebühren verlangt. Die Geldautomatenbetreiber nehmen in vielen beliebten Urlaubsländern eine immer höhere fixe Gebühr für Bargeldauszahlungen. Da diese Gebühr, wie gesagt, unabhängig von der Höhe des ausgezahlten Betrags ist, solltet ihr dann natürlich lieber einmal sehr viel als mehrmals ein bisschen Bargeld abheben.

In Thailand beträgt die Gebühr inzwischen teilweise 220 Baht, was über sechs Euro sind. Dazu kommt, dass die meisten Geldautomaten nur 20 Scheine auf einmal ausspucken können, so dass das Auzahlungslimit bei 20.000 Baht – umgerechnet knapp 550 Euro – liegt. Ihr zahlt also mehr als ein Prozent an den Geldautomatenbetreiber, was legaler Straßenraub ist.

Ich hebe inzwischen kaum noch Geld am Automaten ab, weil ich gemerkt habe, dass heutzutage fast überall auch mit Karte bezahlt werden kann. Da bei der Kartenzahlung keine Kosten von Drittanbietern dazukommen, bezahle ich auch die kleinsten Beträge mit Kreditkarte. Restaurants, Einkäufe im Supermarkt, Kaffee bei Starbucks, Parkgebühren in der Innenstadt, Spaghettieis im Strandcafe – alles mit meiner Eurowings Karte, die mir noch Meilen bringt.

Abrechnung der Reisekreditkarte

Gerade Anbieter von kostenlosen Karten wollen natürlich an irgendeiner Stelle auch Geld mit euch verdienen. Eine beliebte kleine Falle kann daher in der Abrechnungsweise stecken. So ist bei vielen kostenlosen Karten die Teilzahlung der monatlichen Rechnung in Raten voreingestellt. Ob das praktisch ist, muss jeder selbst entscheden, aber es ist auf jeden Fall teuer. Denn für die monatliche Ratenzahlung wird natürlich ein zweistelliger Zinssatz erhoben. Bei meinen beiden Empfehlungen kann man die Abrechnung aber auf volle monatliche Zahlung umstellen, so dass keine weiteren Zinskosten anfallen.

Einzig die ansonsten eigentlich sehr gute Kreditkarte von Advanzia (Gebuehrenfrei.de) muss jeden Monat pünktlich per Überweisung bezahlt werden, da ansonsten Verzugszinsen anfallen. Ein Lastschrifteinzug der Kreditkartenrechnung von eurem Girokonto ist hier nicht möglich. Das ist natürlich

Welche ist denn nun die perfekte Reisekreditkarte?

Für Puristen, die wirklich nur mit der Kreditkarte zahlen wollen und deshalb eine kostenlose Kreditkarte bevorzugen, gibt es zwei Favoriten. Das eine ist die GenialCard der Hanseatic Bank, die andere ist die VISA von Barclays. Beide sind kostenlos und berechnen keine Fremdwährungsgebühren. Wer wie ich gerne noch ein paar Meilen im Ausland sammelt und die Versicherungen gebrauchen kann, dem empfehle ich die Eurowings Gold VISA.

Natürlich gibt es neben der Eurowings Karte auch andere Kreditkarten, die für ihre Gebühren andere Vorteile anbieten. Der ADAC wirbt mit Tankrabatten, andere Karten haben teilweise Cashback. Da muss jeder für sich entscheiden, ob bestimmte Vorteile die Jahresgebühr wert sind.

Für das Meilensammeln ist im Grunde die Kombination aus einer AMEX Kreditkarte für Euro- Umsätze zum Meilensammeln und einer kostenlosen Reisekreditkarte perfekt.

Als Langzeit- Auslandskrankenversicherung empfehle ich die HanseMerkur*, die als eine der wenigen keinen Pandemie- Ausschluss in ihren AGV hat.

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