Lounge- Zugang mit Dragon Pass

Der zweite große Airline- unabhängige Lounge- Pass neben dem Priority Pass ist der Dragon Pass mit chinesischen Wurzeln. Das Dragon Pass Netzwerk umfasst mit 900 Lounges weltweit zwar deutlich weniger als der Priority Pass, allerdings sind an den typischen Vielflieger- Airports überall Lounges vorhanden, meistens die gleichen wie im Priority Pass. Erstaunlicherweise habe ich in Bangkok sogar einige zusätzliche Lounges gefunden, in die man mit dem Priority Pass nicht kommt wie die Bangkok Airways Lounges.

Auch in Deutschland sind alle größeren Airports mit dem Dragon Pass abgedeckt, auch hier zumeist die gleichen Lounges wie mit PP.

Dragon Pass scheint allerdings schon weiter mit dem Angebot an zusätzlichen Food Partnern an den Airports zu sein. An meinem Stammflughafen in Bangkok kann ich sogar zu Burger King gehen. Allerdings ist dies kein All- Inclusive- Angebot sondern es gibt lediglich einen Discount von „bis zu“ 25%. Das klingt dann schon wieder nicht mehr so überzeugend. Warum sollte ich einen teuren Airport- Whopper mit einem Discount von „bis zu“ 25% (das können also auch 5% sein…) essen, wenn ich Snacks und warme Speisen in Buffetform in der Lounge genauso kostenlos habe wie all die Getränke.

Neben dem Lounge- Zugang bietet Dragon Pass auch andere Airport- basierte Dienstleistungen, die eine Gesamt- Experience schaffen sollen. Dazu gehören vor allem ein Limousinen- Service an ca. 300 Flughäfen und Meet & Greet- Angebote. Limousine klingt entspannter als Taxi- Mafia, allerdings hat solche Form von Entspannung auch ihren Preis. Ob der Dragon Pass Discount von 5% auf die Limousine  da am Ende ins Gewicht fällt, ist schwer zu sagen.

Was kostet der Dragon Pass

Schauen wir auf die harten Fakten: den Preis.

Lounge Zugang mit Dragon Pass Preise
Lounge Zugang mit Dragon Pass Preise

 

Vereinzelt wird die Meinung vertreten, der Dragon Pass sei dem Priority Pass überlegen, weil er eben mehr biete für ungefähr das gleiche Geld. Das wäre nur überzeugend, wenn denn die Zusatzangebote auch kostenlos wären. Die Möglichkeit, mir ein überteuertes Taxi im Voraus zu bestellen, ist ja erstmal kein Benefit an sich. Insofern kann man eigentlich nur die Lounge- Zugänge und die Preise dafür miteinander vergleichen.

Das Preis- Model des Dragon Pass ist dem Modell von Priority Pass ähnlich, insgesamt aber in der Tat etwas billiger. Das hängt allerdings auch stark vom jeweiligen Wechselkurs ab, denn den Dragon Pass kann man nicht in Euro bezahlen sondern nur in US Dollar oder Britischen Pfund.

Die Classic Variante ist mit 99 USD in etwa so teuer wie die 80 Euro teure Variante bei PP. Dafür ist bei Dragon Pass ein kostenloser Aufenthalt enthalten. Für weitere Aufenthalte gibt es hingegen auch hier nur einen Discount, immerhin in Höhe von 5 US Dollar pro Aufenthalt. Das bedeutet aber auch, dass ich mindestens 16 Mal im Jahr eine Lounge besuchen muss, bis sich die 99 Dollar Jahresgebühr gegenüber dem Zugang ohne Pass rentieren.

Wenn ich allerdings mehr als 16 Mal im Jahr eine Lounge besuche, dann macht natürlich ohnehin nur der Dragon Pass Prestige Sinn, der mit 399 Dollar ein paar Dollar Umrechnung günstiger ist als der Priority Pass, der in Deutschland 399 Euro kostet.

Insgesamt gilt für den Dragon Pass natürlich das Gleiche, was ich schon über den Priority Pass geschrieben habe: wenn es eine Möglichkeit gibt, den Pass mit einer Kreditkarte, die noch weitere Benefits bietet als nur den Lounge Zugang günstiger bekomme als die Flatrate beim Pass- sei es Dragon oder Priority- dann ist die Kreditkarte natürlich immer vorzuziehen.

Dragon Pass als Inklusivleistung

Mir ist keine Kreditkarte in Deutschland bekannt, die einen Dragon Pass anbieten würde. Dragon Pass selbst scheint, wie gesagt, im chinesischen Markt zu Hause zu sein und spricht auf seiner Webseite von einer Zusammenarbeit mit Visa. Dies scheint sich aber nur auf die Zahlungsmöglichkeit für den Lounge Pass zu beziehen. Referenzen gibt es auf der Webseite jedenfalls keine.

Unter Kontakt werden ein paar Hotlines englischer Banken wie Barclays oder Cooperative Bank genannt; in Deutschland verbreitete Banken allerdings auch hier Fehlanzeige.

Die einzige mir bekannte Möglichkeit, in Deutschland einen Dragon Pass als Inklusivleistung zu bekommen, ist die Prestige- Mitgliedschaft in dem Lifestyle Club „A small world“, die mit 5200 Euro Jahresgebühr allerdings auch nicht gerade im Schnäppchen- Segment angesiedelt ist. Der Fairneß halber muss man allerdings dazu sagen, dass die ASW- Mitgliedschaft 250.000 Prämienmeilen für Miles and More beinhaltet.

Ich kann zu ASW nicht viel sagen, weil ich dort nie Mitglied war, aber ich kann den Börsenkurs verfolgen und Reviews lesen und beides rät mir innerlich davon ab, dort Geld auszugeben…

Fazit

Wenn es den Dragon Pass zu einer attaktiven Jahresgebühr bei einer bekannten Kreditkarte als Benefit gäbe, wäre das eine Überlegung wert. So lange das nicht der Fall ist, empfehle ich weiterhin die American Express Platin Kreditkarte mit zwei kostenlosen Priority Pässen.