Aeroplan nimmt Veränderungen an Award Charts vor

Air Canada Aeroplan

Wir haben in den letzten Jahren eine Reihe von Meilenentwertungen bei Vielfliegerprogrammen erleben müssen. Die allermeisten großen Programme haben auf die eine oder andere Weise die Preise für Prämienflüge erhöht. Nun sind mir bei den Vorbereitungen für ein Video über Aeroplan Veränderungen am Award Chart des kanadischen Star Alliance Mitglieds Air Canada aufgefallen. Aeroplan verändert Award Chart – Alle Details dazu erfahrt ihr in diesem Artikel.

Aeroplan verändert Award Chart – Die Grundlagen

Aeroplan verwendet einen hybriden Award Chart, der die Welt in nur vier Regionen unterteilt: Südamerika, Nordamerika, Pacific Zone und Atlantic Zone. Innerhalb der Zonen und für Flüge zwischen den Zonen werden die Preise durch Distanzbänder ausdifferenziert. So gibt es zehn verschiedene Award Charts für Prämienflüge in und zwischen den Zonen plus einen weiteren Chart für Emirates, die als einzige Partner- Airline dynamisch bepreist werden.

Aeroplan Award Chart Zoneneinteilung

Aeroplan Award Chart Zoneneinteilung

Während die Zonen Nord- und Südamerika den erwartbaren geographischen Grenzen entsprechen, ist die Atlantic Zone mit Europa, Afrika, Middle East und dem Indischen Subkontinent sehr groß. Der ganze Rest der Welt östlich von Indien bildet die Pacific Zone. Hierzu gehören also Südostasien, Fernost inklusive China, Australien, Neuseeland und die Südsee.

Von den zehn Award Charts hat Aeroplan nun im Februar 2024 fünf verändert. Die Veränderungen gehen in beide Richtungen. Es wurden also Distanzbänder verteuert, aber auch neue, günstigere Distanzbänder eingeführt. Wir schauen uns die Änderungen einmal im Detail an.

Aeroplan Award Chart Südamerika

Der Award Chart für Südamerika war bisher der einfachste bei Aeroplan, weil er einen Preis für alle Flüge innerhalb des Kontinents vorsah. Das hat dazu geführt, dass lange Flüge durchaus attraktiv bepreist waren, während kürzere Flüge aber im Grunde genommen zu teuer waren.

Dies hat Aeroplan mit seiner Änderung adressiert und ein Distanzband bis 1600 Meilen eingeführt, für das die Preise niedriger sind als bisher. Dafür werden Business Class Flüge über 1600 Meilen um 5000 Punkte teurer und kosten nun 35.000 Punkte. Die Änderungen habe ich gelb markiert.

Aeroplan Award Chart Südamerika 2024

Aeroplan Award Chart Südamerika 2024

Aeroplan Award Chart zwischen Nord- und Südamerika

Während die meisten veränderten Charts Preiserhöhungen und Preissenkungen enthalten, ist der neue Chart für Flüge zwischen Nord- und Südamerika ausschließlich positiv. Hier ist ein neues Distanzband eingefügt worden, das niedrigere Preise vorsieht als bisher. Alle anderen Preise bleiben unverändert. Diese Änderung ist also vollständig positiv zu bewerten.

Aeroplan Award Chart zwischen Nord- und Südamerika

Aeroplan Award Chart zwischen Nord- und Südamerika

Wie ihr seht, gibt es nun am unteren Ende der Distanzbänder ein weiteres Band bis 2500 Meilen, für das bisher die höheren Preise des nächsten Distanzbandes bis 4500 Meilen galten.

Aeroplan Award Chart Atlantic Zone und Pacific Zone

Für Flüge zwischen der Atlantic Zone und der Pacific Zone gilt ebenfalls ein eigener Award Chart. Dieser ist für deutsche Meilensammler durchaus von Belang, denn hierunter fallen alle Flüge nach Asien und Australien.

Prämienflüge zwischen Atlantic und Pacific Zone

Prämienflüge zwischen Atlantic und Pacific Zone

Wie ihr seht, ist dieser Award Chart ein “Mixed Bag”, denn er beinhaltet Verbesserungen und Verschlechterungen. Einerseits ist ein neues unteres Distanzband bis 2500 Meilen Entfernung eingeführt. Auf der anderen Seite sind die Preise für Flüge in den Premiumklassen im weitesten Distanzband über 7000 Meilen Entfernung erhöht worden.

Aus deutscher Sicht wiegen die Verbesserungen auf der Kurz- und Mittelstrecke die Preiserhöhungen nicht auf. Denn die Preistafel gilt nur für Flüge zwischen Atlantic und Pacific Zone. Wenn ihr aus Deutschland abfliegt, kommt ihr aber mit 2500 Meilen im unteren Distanzband gar nicht bis in die Pacific Zone. Von diesem neuen Distanzband mit günstigeren Preisen kann man bei Abflug aus Deutschland also gar nicht profitieren. Lediglich wer aus Indien Richtung Südostasien abfliegt, zahlt ein bisschen weniger.

Dafür trifft die Preiserhöhung im weitesten Distanzband jeden, der aus Deutschland nach Bali oder nach Australien/Neuseeland fliegt. Ziele in Fernost oder Südostasien, die ihr per Direktflug ansteuert, sind von der Preiserhöhung dagegen nicht betroffen. Diese Ziele wie Singapur, Tokio, Bangkok oder Hongkong sind allesamt unter 7000 Meilen Entfernung.

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Prämienflüge zwischen Nordamerika und Pacific

Waren die bisherigen Änderungen überwiegend eine Mischung aus positiven und negativen Nachrichten, überwiegen nun die Preiserhöhungen. Im Award Chart zwischen Nordamerika und der Pacific Region kommt es ausschließlich zu Preiserhöhungen.

Betroffen sind allerdings nur die beiden höchsten Distanzbänder von 7500 bis 11.000 Meilen Entfernung und über 11.000 Meilen Entfernung. Business Class Flüge verteuern sich in beiden Distanzbändern geringfügig, First Class Flüge werden nur im weitesten Distanzband etwas teurer.

Preisänderungen zwischen Nordamerika und Pacific Region

Preisänderungen zwischen Nordamerika und Pacific Region

Wie ihr seht, kosten Business Class Prämienflüge zwischen 7501 und 11.000 Meilen nun 87.500 Punkte statt bisher 85.000 Punkte. Bei einer Entfernung über 11.000 Meilen steigt der Preis von 110.000 Punkten auf nun 115.000 Punkten. First Class Flüge über 11.000 Meilen verteuern sich auf 150.000 Punkte.

Entfernungen über 11.000 Meilen könnt ihr ausschließlich mit Umsteigeverbindungen erreichen. Der längste Flug der Welt von Singapur nach New York ist gerade mal 9537 Meilen lang. Das Distanzband von 7501 bis 11.000 Meilen ist dagegen schon praxisrelevanter. Hierunter fallen z.B. schon Flüge aus Südostasien an die US Westküste, die somit etwas teurer werden.

Bei allem, was wir an horriblen Preiserhöhungen in den letzten anderthalb Jahren gesehen habe, ist diese Erhöhung auf 87.500 Punkte natürlich eher als homöopathisch zu werten.

Prämienflüge zwischen Nordamerika und Atlantic Zone

Für den Alltagsgebrauch am wichtigsten für deutsche Vielflieger ist vermutlich der Award Chart für Prämienflüge zwischen Atlantic Zone und Nordamerika. Auch dieser enthält leider ausschließlich Verschlechterungen. Schauen wir uns aber einmal an, wie relevant diese Verschlechterungen wirklich für uns sind.

Aeroplan Preisänderungen zwischen Nordamerika und Atlantic Zone

Aeroplan Preisänderungen zwischen Nordamerika und Atlantic Zone

Wie ihr seht, sind auch in diesem Award Chart nur die beiden weitesten Distanzbänder zwischen 6000 und 8000 Meilen sowie über 8000 Meilen Entfernung betroffen. In beiden Distanzbänder steigen die Preise für Prämienflüge in der Business und in der First Class.

Ein Business Class Prämienflug von über 6000 Meilen, aber unter 8000 Meilen Entfernung kostet euch zukünftig 90.000 statt 85.000 Punkte. Ein First Class Flug verteuert sich von 120.000 auf 130.000 Punkte. Im längsten Distanzband über 8000 Meilen Entfernung verteuern sich Business Class Prämienflüge von 100.000 auf 110.000 Punkte und First Class Flüge von 130.000 auf 140.000 Punkte.

Aeroplan ändert Award Chart – Wer ist betroffen?

Kaum ein Direktflug aus Deutschland in die Nordamerika Zone ist länger als 6000 Meilen. An dieser Grenze kratzen würdet ihr mit Flügen nach Mexiko oder Los Angeles, bei Umsteigeverbindungen kann es auch mit San Francisco knapp werden. Aber Flüge nach Nordamerika waren auch für 85.000 Punkte schon kein gutes Geschäft, wenn ihr bedenkt, dass es diese bei Miles and More für 56.000 Meilen gibt.

Die Preiserhöhungen treffen vor allem nordamerikanische Vielflieger, die aus den USA/Kanada nach Middle East, Indien oder Südafrika fliegen. Die enorme Ausdehnung der Atlantic Zone von Oslo bis Kapstadt und von Rekjavik bis Mumbai hat eben für Amerikaner Umsteigeverbindungen, z.B. über Frankfurt nach Südafrika, Indien oder Dubai besonders attraktiv gemacht. Für Vielflieger, die ab Deutschland abfliegen, haben die Preiserhöhungen dagegen kaum praktische Relevanz.

Die Veränderungen führen übrigens dazu, dass die “Atlantic/Pacific- Arbitrage” – einer der Sweet Spots des Programms – noch größer wird. Durch die unterschiedlich geschnittenen Preisbänder und die unterschiedliche Bepreisung ist es nämlich für aus den USA/Kanada abfliegende Punktesammler attraktiver, einen Flug z.B. von der US- Ostküste auf die Malediven noch um einen Weiterflug nach Südostasien zu verlängern. Der Flug nur auf die Malediven wäre ein Flug von Nordamerika in die Atlantic Zone, der nun 110.000 Punkte kosten würde. Verlängert ihr diesen Flug um einen Abbringer nach Bangkok, handelt es sich um einen Flug von Nordamerika in die Pacific Zone mit einem Stopover in der Atlantic Zone. Dies würde euch nun 87.500 Punkte für den Flug nach Bangkok und 5000 Punkte für den Stopover kosten. Ihr spart in diesem Fall also 17.500 Punkte, wenn ihr nicht nur auf die Malediven fliegt, sondern noch mal vier Stunden weiterfliegt.

Alle neuen Award Charts findet ihr hier auf der Air Canada Webseite.

Fazit

Aeroplan verändert den Award Chart und kein Blog weit und breit hat es überhaupt bemerkt. Das spricht für die Ausgewogenheit der Veränderungen, denn Aeroplan hat sehr behutsame Veränderungen vorgenommen, die sowohl Preissenkungen wie Preiserhöhungen enthalten. Die allermeisten Änderungen haben zumindest für deutsche Teilnehmer von Aeroplan kaum praktische Relevanz. Betroffen sind vor allem ultralange Langstrecken, die maßvoll verteuert wurden. In Zeiten der teils sehr hemmungslosen Entwertungen von Award Charts ist Aeroplan hier sehr verantwortungsvoll vorgegangen.

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