Der zweite große Airline- unabhängige Lounge Pass neben dem Priority Pass ist der Dragon Pass mit chinesischen Wurzeln. Das Dragon Pass Netzwerk umfasst mit 1100 Lounges weltweit zwar weniger als der Priority Pass. Allerdings sind an den typischen Vielflieger- Airports überall Lounges vorhanden, meistens die gleichen wie im Priority Pass.
Dragon Pass – Wie funktionieren Loungepässe?
Auch in Deutschland sind alle größeren Airports mit dem Dragon Pass abgedeckt und auch hierzulande handelt es sich oft um die gleichen Lounges wie mit Priority Pass. Alle Lounges, die ihr mit dem Drachenpass besuchen könnt, habe ich weiter unten einmal aufgelistet.
Es ist wichtig zu verstehen, dass weder Priority Pass noch der Dragon Pass noch irgendein anderer Pass mit Loungezugang eigene Lounges betreibt. Vielmehr schließen die Loungepass- Betreiber Verträge mit den Betreiberfirmen der Lounges über die Nutzung der Einrichtungen ab. Dabei verhandeln sie natürlich mit der Marktmacht vieler potentieller Besucher günstigere Preise, als wenn man als einzelner Flugpassagier Loungezutritt an einem Flughafen kaufen würde.
Für die großen Lougebetreiber sind das wertvolle Zusatzeinnahmen, denn geringere Preise von einem Loungepass Besucher sind immer noch besser als eine leere Lounge. So sind viele der weltweit operierenden Loungebetreiber wie Primeclass, Marhaba, Aspire und viele andere Mitglied in den Loungepass Netzwerken. Andere Betreiber dagegen – wie die Plaza Premium Gruppe – haben sich vom Priority Pass verabschiedet (mit Dragon Pass kommt ihr weiter in die Plaza Premium Lounges). Tatsächlich ist es ein schmaler Grat zwischen willkommenem Zusatzumsatz und chronischer Überfüllung der Lounges durch zu viele Loungepass- Inhaber. Im Juni 2023 hat allerdings auch die Plaza Premium Gruppe den Weg zurück ins Priority Pass Netzwerk gefunden.
Viele Lounges limitieren daher inzwischen den Zugang von Loungepass Inhabern, weil diese weniger Umsatz bringen als zum Beispiel Business Class Passagiere einer Airline. Trotzdem ist das Konzept von Loungepässen unverändert populär. In Deutschland ist natürlich der Priority Pass dank American Express am populärsten – gefolgt von Loungekey, die z.B. mit Revolut zusammenarbeiten. Dragon Pass hat man zwar schon mal gehört, aber wo man einen solchen Pass eigentlich herbekommt, wissen dann doch die wenigsten. Wir schauen ihn uns deshalb einmal etwas genauer an.
Dragon Pass – was bietet er?
Klar, die Kernkompetenz des Dragon Pass ist der Lounge Zugang. Das ist auch der Grund, warum sich Leute einen Loungepass generell zulegen.
Der chinesische Anbieter scheint allerdings schon weiter mit dem Angebot an zusätzlichen Food Partnern an den Airports zu sein als seine meist aus UK stammenden Counterparts. An meinem Stammflughafen in Bangkok kann ich sogar zu Burger King gehen. Allerdings ist dies kein All- Inclusive- Angebot sondern es gibt lediglich einen Discount von „bis zu“ 25%. Das klingt dann schon wieder nicht mehr so überzeugend. Warum sollte ich einen teuren Airport- Whopper mit einem Discount von „bis zu“ 25% (das können also auch 5% sein) essen, wenn ich Snacks und warme Speisen in Buffetform in der Lounge genauso kostenlos habe wie all die Getränke?
Neben dem Lounge- Zugang bietet Dragonpass auch andere Airport- basierte Dienstleistungen, die eine Gesamt- Experience schaffen sollen. Dazu gehören vor allem ein Limousinen- Service an ca. 300 Flughäfen und Meet & Greet- Angebote. Limousine klingt entspannter als Taxi- Mafia, allerdings hat solche Form von Entspannung auch ihren Preis. Ob der Discount von 5% auf die Limousine da am Ende ins Gewicht fällt, ist schwer zu sagen.
Wenn die Grundpreise ähnlich sind wie bei SIXT Ride – und das ist wohl anzunehmen – dann fahre ich doch lieber weiter Taxi. Auch bei SIXT Ride gibt es ja Länder und Strecken, die konkurrenzfähig sind – und dann die restlichen 95% der Welt.
Dragon Pass – welche Lounges in Deutschland?
Die meisten von euch werden wahrscheinlich aus Deutschland abfliegen. Deshalb schauen wir uns einmal an, welche Lounges ihr in Deutschland mit dem Dragon Pass besuchen könnt.
An hier nicht aufgeführten Airports wie Köln oder Bremen gibt es auch kein Loungeangebot durch den Dragonpass.
Was kostet der Dragon Pass
Schauen wir auf die harten Fakten: den Preis. Wenn ihr den Dragon Pass nicht über eine Kreditkarte oder eine A Small World- Mitgliedschaft kostenlos bekommt, könnt ihr ihn auch einfach kaufen. Wie auch beim Priority Pass gibt es drei Mitgliedschaftsstufen.
Lounge Zugang mit Dragon Pass Preise
Vereinzelt wird die Meinung vertreten, der Dragon Pass sei dem Priority Pass überlegen, weil er eben mehr biete für ungefähr das gleiche Geld. Das wäre nur überzeugend, wenn denn die Zusatzangebote auch kostenlos wären. Die Möglichkeit, mir ein überteuertes Taxi im Voraus zu bestellen, ist ja erstmal kein Wert an sich. Insofern kann man eigentlich nur die Lounge- Zugänge und die Preise dafür miteinander vergleichen.
Das Preis- Modell des Dragonpass ist dem Modell von Priority Pass ähnlich, insgesamt aber in der Tat etwas billiger. Das hängt allerdings auch stark vom jeweiligen Wechselkurs ab, denn den Dragon Pass kann man nicht in Euro bezahlen sondern nur in US Dollar oder Britischen Pfund.
Die Classic Variante ist mit 99 USD in etwa so teuer wie die 80 Euro teure Variante bei Priority Pass. Dafür ist bei Dragon Pass ein kostenloser Aufenthalt enthalten. Für weitere Aufenthalte gibt es hingegen auch hier nur einen Discount, immerhin in Höhe von 5 US Dollar pro Aufenthalt. Das bedeutet aber auch, dass ich mindestens 16 Mal im Jahr eine Lounge besuchen muss, bis sich die 99 Dollar Jahresgebühr gegenüber dem Zugang ohne Dragon Pass rentieren.
Wenn ich allerdings mehr als 16 Mal im Jahr eine Lounge besuche, dann macht natürlich ohnehin nur der Dragon Pass Prestige Sinn, der mit 399 Dollar ein paar Dollar Umrechnung günstiger ist als der Priority Pass, der in Deutschland 399 Euro kostet. Im Herbst 2022 ist der Dragon Pass aufgrund des starken US Dollar sogar teurer als der Priority Pass in Euro. Dafür zieht der Priority Pass Anfang 2023 die Preise etwas an.
Insgesamt gilt für den Dragon Pass das Gleiche, was ich schon über den Priority Pass geschrieben habe. Wenn es eine Möglichkeit gibt, den Dragon Pass mit Kreditkarte zu bekommen, die noch weitere Benefits bietet, dann ist die Kreditkarte natürlich immer vorzuziehen.
Dragon Pass als Inklusivleistung
Mir ist keine Kreditkarte in Deutschland bekannt, die einen Dragon Pass anbieten würde. Dragon Pass selbst scheint, wie gesagt, im chinesischen Markt zu Hause zu sein und spricht auf seiner Webseite von einer Zusammenarbeit mit Visa. Dies scheint sich aber nur auf die Zahlungsmöglichkeit für den Lounge Pass zu beziehen. Referenzen gibt es auf der Webseite jedenfalls keine.
Unter Kontakt werden ein paar Hotlines englischer Banken wie Barclays oder Cooperative Bank genannt. In Deutschland verbreitete Banken sind allerdings auch hier Fehlanzeige.
Die einzige mir bekannte Möglichkeit, in Deutschland einen Dragonpass als Inklusivleistung zu bekommen, ist die Prestige- Mitgliedschaft in dem Lifestyle Club „A small world„, die mit 5200 Euro Jahresgebühr allerdings auch nicht gerade im Schnäppchen- Segment angesiedelt ist. Der Fairness halber muss man allerdings dazu sagen, dass die ASW- Mitgliedschaft 250.000 Prämienmeilen für Miles and More beinhaltet.
Ich kann zu A small World nicht viel sagen, weil ich dort nie Mitglied war, aber ich kann den Börsenkurs verfolgen und Reviews lesen. Beides rät mir innerlich davon ab, dort Geld auszugeben.
Dragon Pass Classic kostenlos bei Regus
Ende 2022 wurde eine Möglichkeit bekannt, sich einen kostenlosen Dragon Pass Classic mit einer ebenfalls kostenlosen Mitgliedschaft bei Regus zu verschaffen. Nun bedeutet der kostenlose Classic Pass allerdings noch nicht, dass die Loungezugänge auch kostenlos sind. In diesem Paket ist auch nicht der erste Loungezugang kostenlos, wie es sonst beim Dragonpass üblich ist. Stattdessen erhaltet ihr lediglich einen vergünstigten Eintritt. Der Lounge Zugang kostet euch dann nur noch 19,50 GBP.
Das ist nicht in allen Gegenden der Welt ein überragender Discount, wenn man bedenkt, dass man in Südostasien eh kaum mehr als 30 Euro für einen Loungezugang bezahlt. Allerdings gibt es auch viele Lounges, die deutlich teurer sind wie die Plaza Premium Lounges, die i.d.R. um die 50 Euro kosten. Da ist ein Lounge Pass mit pauschalem Eintritt für ca. 22,50 Euro kein schlechter Deal für Leute, die nur gelegentlich fliegen und dann längere Zwischenstopps haben.
Ihr müsst euch dazu bei Regus, einem Anbieter und Vermittler von Coworking Spaces anmelden und einen Account erstellen. Wichtig dabei ist, dass ihr einen Geschäftsnamen eintragt und eine Billing Adress. Viele der weiteren abgefragten Daten sind dagegen nicht notwendig sondern können übersprungen werden.
Wenn ihr den Account angelegt habt, loggt ihr euch ein und geht über „Quick Access“ zu den „Partner Offers“ auf der linken Navigationsleiste. Dort klickt ihr in der Travel Section auf „Airport Lounges“. Dort werdet ihr auf die Dragonpass Seite von Regus weitergeleitet, wo ihr euch registrieren könnt.
Ihr müsst euch dann die App von Dragon Pass herunterladen, wo ihr ähnlich wie beim Priority Pass eure Mitgliedskarte digital hinterlegt habt. Die kostenlose Mitgliedschaft läuft für ein Jahr ab Ausstellung der Karte. Um nun in eine Lounge gehen zu können, müsst ihr Visits in der App aufladen, die eben jeweils 19,50 GBP kosten. Alternativ könnt ihr 28 US Dollar zahlen – in Euro könnt ihr leider nicht zahlen.
Ihr könnt beliebig oft Lounges in dem Jahr eurer Mitgliedschaft nutzen, solange ihr genug Visits in der App aufgeladen habt. Das gleiche gilt für Gäste, die ihr ebenfalls mit eurem Dragon Pass mitnehmen könnt. Auch die Gäste müssen nur 19,50 GBP zahlen bzw. die Gebühr von euren Prepaid Visits abgezogen.
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Kai Berke
487 Beiträge
Kai ist jahrelang als Backpacker um die Welt gereist, bis er gemerkt hat, dass man für wenig Geld auch recht luxuriös reisen kann. Auf Loungerocker.de teilt er seine Lounge- und Reise- Erlebnisse mit euch und zeigt euch Wege, wie auch ihr mit wenig Aufwand viel bequemer reisen könnt. Damit Ihr am Ball bleibt, könnt ihr auch den Newsletter abonnieren.
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