British Airways Business Class A380 auf der Kurzstrecke

British Airways Business Class A380

Anderthalb Jahre war der A380 bei British Airways – wie bei den meisten Airlines – außer Dienst gestellt. Für sein Comeback auf der Langstrecke wurde die Crew auf zwei Kurzstrecken nach Frankfurt und Madrid trainiert. Ich hatte die Gelegenheit, mir das Bordprodukt auf dem Flug von Frankfurt nach London einmal genauer anzuschauen. Wie mir die British Airways A380 Business Class gefallen hat, erfahrt ihr in diesem Review.

Natürlich ist ein Flug im A380 mit einer Dauer von anderhalb Stunden etwas anderes als ein Langstreckenflug, doch man bekommt einen Eindruck von der “Hardware”. Während man also zwar keinen dreigängigen Menuservice erwarten kann, bekommt man durchaus einen Eindruck vom Sitz, vom Entertainment- System oder von der Privatsphäre.

Business Class British Airways A380 – Die Buchung

Wichtig zu wissen, ist dass nur der Vormittagsflug BA902/BA903 von London Heathrow nach Frankfurt und zurück vom A380 bedient wird. Die anderen täglichen Flüge werden mit kleinen Airbussen mit der üblichen Kurzstrecken- Business Class geflogen. Wenn ihr also von Frankfurt nach London fliegen wollt, müsst ihr darauf achten, dass ihr die Flugnummer BA903 mit Abflug um 11:25 Uhr bucht. Der Flug ist mit sehr ordentlichen Verfügbarkeiten auch beim British Airways Executive Club mit Avios buchbar. In der Business Class kostet euch das 8500 Avios und etwa 30 Euro Zuzahlungen. Avios könnt ihr regelmäßig sowie bei British Airways als auch bei Iberia Plus mit Bonus kaufen (Avios kaufen).

Ich habe sehr kurzfristig gebucht und war deshalb erstmal nicht erstaunt, dass kaum noch Plätze zu reservieren waren. Da ich keine 26 Euro für einen unattraktiven Sitz ausgeben wollte, habe ich keinen Sitz reserviert. Als ich zwei Tage später noch mal geschaut habe, waren plötzlich deutlich mehr Sitze verfügbar und ich habe bei einem Fensterplatz zugeschlagen.

British Airways A380 Business Class – Der Check In

Ich war erstaunt, dass der Check In von British Airways bereits um 8:30 Uhr geöffnet war. Für den Economy und den Priority- Schalter gab es allerdings nur eine Schlange, was nur bedingt Sinn macht. Es war aber auch nur eine Handvoll Gäste dort, so dass das egal war. Das Personal schaut sehr genau, ob ihr die Einreisebedingungen für Großbritannien erfüllt (PLF, obligatorischer Coronatest bei Einreise etc.). Dies soll mitunter zu langen Schlangen führen, weil insbesondere Tages- oder Wochenendgäste nicht verstehen, dass sie den Day 2- Test auch buchen müssen, wenn sie vorher wieder ausreisen.

Eine Lounge gab es für Business Class Gäste nicht, was ich etwas schwach finde. Ich habe zum Glück den Priority Pass über meine AMEX Platinum (Loungezugang mit AMEX Platinum) und war in der Priority Lounge. Auf dem Rückflug ab London konnte ich aber die dortige British Airways Business Class Gallery im Terminal 5 testen.

British Airways Business Class A380 – Die Kabine

Der A380 verfügt bei British Airways über drei Reiseklassen: First, Club World (Business) und Economy Class. Während die First Class im Main Deck in einer 1-2-1- Konfiguration angeordnet ist, kommt die Business Class in 2-4-2- Konfiguration daher. Das klingt erst einmal nicht sehr business- like, doch sind die Sitze gegensätzlich angeordnet, so dass man seinem Sitznachbarn gegenübersitzt. So hat auch jeder Fensterplatz direkten Zugang zum Gang, ohne über den Nachbarn drüber steigen zu müssen. Es ist zwar etwas ungewohnt, rückwärts zu fliegen, aber grundsätzlich ist diese Anordnung ganz pfiffig. Die Sitze gewähren dazu ausreichend Privatspäre, so dass man sich nicht wie in einem Jugendherbergs- Schlafsaal fühlt (wie in der Lufthansa Business Class im A380).

Insgesamt verfügt der A380 bei British Airways über drei Business Class Kabinen. Im Main Deck sind lediglich sechs Reihen mit insgesamt 44 Sitzen verbaut. Im Oberdeck gibt es zwei weitere Teilkabinen mit je vier Reihen. Oben hat die Business Class eine 2-3-2- Konfiguration, bei der in der Mittelreihe der mittlere Sitz in Gegenrichtung fliegt.

Pärchen sind gut in der Mittelreihe aufgehoben, wo jeweils die beiden mittleren Sitze rückwärts angeordnet sind, während die Außensitze nach vorne zeigen. Leider ist die Business Class Kabine auf dem Main Deck komplett über den mächtigen Tragflächen des A380, was die Aussicht ein bisschen einschränkt. Vermeiden solltet ihr die Fensterplätze in der Reihe 12, also 12A und 12K, weil diese “Fensterplätze” gar keine Fenster haben.

British Airways A380 – Die besten Business Class Sitze

Die besten Business Class Sitze im British Airways A380 sind dagegen die Sitze 53A und 53K im Oberdeck sowie die Sitze 15A und 15K auf dem Main Deck. Es sind jeweils die letzten Reihen der Kabine und ihr habt einen klaren Weg zum Gang, ohne über die Füße des Hintermanns steigen zu müssen, wenn dieser den Sitz zu einem Bett ausgefahren hat.

Für Pärchen sind die Mittelsitze oder “Honeymoon Sitze” natürlich ideal. Wenn ihr gemeinsam reist, aber kein Pärchen seid, sind die Außensitze eigentlich besser. Hier sitzt ihr euch gegenüber und könnt euch bei Unterhaltungen anschauen. Die Trennwand könnt ihr in dem Fall unten lassen.

Für Solo Traveller sind die oben schon erwähnten Fensterplätze in der jeweils letzten Reihe die besten Plätze. Wenn ihr keinen Fensterplatz ergattern könnt, würde ich sagen, dass die Mittelplätze in der Mittelreihe im Oberdeck die zweitbeste Lösung sind. Hier müsst ihr zwar euren euch gegenübersitzenden Nebenleuten über die Füße steigen, aber dafür haben diese Sitze extra Stauraum.

Auf den Trainingsflügen war das Oberdeck gesperrt. Die First Class Sitze wurden ebenfalls nicht verkauft. Es wurden aber kleine Touren durch die Kabine angeboten.

Der Business Class Sitz im A380

Der Sitz in der Business Class ist jetzt keine technische Offenbarung, aber es ist ein solider Sitz, der sich natürlich zu einem Flatbed ausfahren lässt. Der Sitz ist mit 50 cm Breite schmaler als andere Business Class Sitze, was man merkt, wenn er zu einem Bett ausgefahren ist. Der Vorteil der gegensätzlichen Sitzanordnung ist dafür, dass die Füße nicht in einem viel zu engen Fußraum verschwinden, der die Bewegungsfreiheit im Schlaf einschränken würde. Die Länge des Bettes ist mit 183 cm sehr kurz.

Daneben verfügt der Sitz über alle technischen Einstellungen und Anschlüsse, die man erwartet. Man kann den Sitz in eine der vorkonfigurierten Posititionen fahren oder ihn individuell einstellen. Der Monitor des Entertainment Systems klappt aus der Sitzverschalung des Nachbarsitzes heraus. Direkt darunter ist auch der Klapptisch verstaut, auf dem ihr eure Mahlzeiten serviert bekommt. Der Tisch macht keinen sehr stabilen Eindruck und erinnert auch von der Größe eher an die Economy Class.

Es macht natürlich einen Riesenunterschied, ob ihr einen Fensterplatz mit deutlich mehr Privatsphäre habt oder ob ihr am Gang sitzt, wo der Platz relativ offen ist. Der Sitz an sich verfügt über keinen überzeugenden Privacy Shield, der einen in Kopfhöhe ein bisschen vom Gang abschirmen würde. Zum Schlafen ist der offene Gangplatz vermutlich besser – insbesondere wenn ihr mit angewinkelten Beinen schlaft. Beim Schlafen ist man auf einem Fensterplatz jedenfalls deutlich eingeengter. Wie gesagt, der Sitz ist nur 50 cm breit – und der Platz zwischen Fenster und der Wand eurer Suite ist auch nicht viel breiter

Ein weiteres Manko ist für mich das Fehlen von Ablagemöglichkeiten. Im Grunde habt ihr am Platz nur das Schuhfach als Ablage. Natürlich hat der A380 auch große Overhead Bins, doch ist es besonders vom Fensterplatz etwas unkomfortabel, jedes Mal in den Gang zu gehen, um an seine persönlichen Sachen zu kommen. Das ist ein klarer Nachteil der 2-4-2- Konfiguration, die kaum Platz für zusätzlichen Stauraum am Sitz lässt.

 

British Airways Business Class A380 – Entertainment System

Das Entertainment System ist seitlich im Nachbarsitz verstaut und kann auf Knopfdruck herausgefahren werden. So vermeidet man eine allzu große Distanz des Monitors zum Sitz. Das ist auch wirklich notwendig, denn die Monitore sind mit 20cm Bildschirmdiagonale gefühlt kaum größer als in der Economy Class. Den Controller für das Entertainment System, das ich auf den knapp zwei Stunden nach London nicht getestet habe, habt ihr direkt neben der Sitzfläche auf Schulterhöhe in der Verschalung.

Es wurden Noise Cancelling Kopfhörer ausgeteilt, die ich aber ebenfalls nicht benutzt habe, so dass ich zur Klangqualität nichts sagen kann. Für mich ist – offen gestanden – auch nur wichtig, dass der Kopfhörer die Geräusche an Bord dämmt und das tun NC- Kopfhörer eigentlich immer.

British Airways – Der Service

Das Wichtigste neben dem Sitz ist natürlich die Crew und der Service. Ein Langstreckenflug kann eine ziemliche Quälerei werden, wenn die Crew schlecht gelaunt ist. Das habe ich allerdings bei British Airways (anders als bei der Schwester- Airline Iberia) noch nicht erlebt. Hier ist man professionell und oft mit einer Prise britischem Humor unterwegs, was ich mag.

Das Essen ist auf der Kurzstrecke natürlich auch nicht mit einem Drei- Gänge- Service zu vergleichen. Es gibt die Komponenten auf einem Tablett serviert – immerhin auf Porzellan- Geschirr und mit einer Stoffserviette. Es gab zwei Gerichte zur Auswahl: irgendwas mit Couscous oder Cold Cuts. Ich habe mich für die Cold Cuts entschieden und bin satt geworden. Der Kaffee war nicht wirklich gut, aber was will man da auch von Engländern erwarten.

Etwas enttäuschend fand ich, dass es kein Getränk zur Begrüßung gab. Es muss ja kein Dom Perignon sein, aber mit einem Tablett rumzugehen und einen Sekt oder O- Saft anzubieten, kann ja kein so großer Aufwand sein – zumal der Flieger zu Trainingszwecken auch deutlich überbesetzt war.

British Airways Business Class Menu

British Airways Business Class A380 – Fazit

In einem A380 auf der Kurzstrecke zu fliegen, ist in Europa schon noch ein Ereignis. Entsprechend gespannt war ich auf das Bordprodukt von British Airways. Die fehlenden Ablagemöglichkeiten und die Enge beim Schlafen am Fenster würden mich bei einem Nachtflug stören. Einen Tagflug in die USA könnte ich mir dagegen gut im British Airways A380 vorstellen. Verglichen mit anderen Business Class Produkten – insbesondere aus dem Nahen Osten oder Asien – ist British Airways Business Class aber natürlich bestenfalls Mittelfeld.

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