THAI Airways Royal Silk Busines Class B787-800 Kuala Lumpur- Bangkok

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Business Class
THAI Airways Business Class B787-8

Das Schöne an THAI Airways ist, dass man auch auf kürzeren Strecken immer in einem Langstreckenflugzeug sitzt. Die Schmalrumpfflugzeuge sind an die Tochter THAI Smile ausgelagert. So bin ich auf dem Rückflug von Kuala Lumpur nach Bangkok in den Genuss der THAI Business Class in der B787-800 gekommen. Wie mir die “Royal Silk Class” genannte Business Class im THAI Dreamliner gefallen hat, erzähle ich euch in diesem Review.

THAI Business Class B787-800: Buchung und Boarding

Der Rückflug von Kuala Lumpur mit THAI war Teil meines vollkommen verunglückten Versuchs, Oneworld Lounges in Bangkok, Kuala Lumpur und Singapur zu reviewen. Dazu bin ich drei Segmente mit der wenig beeindruckenden regionalen Business Class von Malaysia Airlines geflogen. Lediglich das letzte Segment von Kuala Lumpur zurück nach Bangkok bin ich mit THAI Airways geflogen.

Gebucht habe ich den Flug für 20.000 Punkte und ca. 55 Euro über Air Canada’s Vielfliegerprogramm Aeroplan. Die Punkte hatte ich dort noch von einem Sale liegen. Außerdem sammelt man bei Aeroplan sogar Punkte für Rewardsflüge. So hatte ich für meinen First Class Flug mit Oman Air, der mich 100.000 Punkte gekostet hatte, 4018 Aeroplan Punkte wieder gutgeschrieben bekommen. Man lernt nie aus.

Zurück zu THAI: Die Webseite von THAI macht einem den Online Check In mit dem Hinweis unnötig schwer, das dieser nicht verfügbar sei. Hier scheint mir noch eine alte Info aus Corona- Zeiten vorzuliegen, denn mit zwei Klicks Umweg kommt man dann doch zum Online Check In und der war auch relativ reibungslos. Da ich weiß, wie sehr man in Thailand auf ausgedruckte Formulare steht, habe ich mir die Bordkarte in Kuala Lumpur am Transitschalter von THAI Airways dann noch mal ausdrucken lassen. Ist auch wirklich einfacher, als die Bordkarte auf einem Handy Display andauernd größer ziehen zu müssen.

Als Lounge hatte ich mich auf eine Rückkehr in die THAI Royal Silk Lounge am Satelitenterminal in Kuala Lumpur gefreut. Leider ist diese weiterhin geschlossen und offen gestanden deutet nichts darauf hin, dass diese dort jemals wieder öffnen könnte. Der gesamte Bereich, wo vorher die Singapore Airlines Silverkris Lounge und die THAI Lounge waren, ist eine riesige Baustelle. Hier entsteht – das legen die Plakate dort jedenfalls nahe – ein großes Hardrock Cafe. Damit entfallen die einzigen beiden Star Alliance Lounges in der malayischen Hauptstadt mutmaßlich dauerhaft. Als Ersatz wird man in die Plaza Premium Lounge im Sateliten eingeladen.

THAI Business Class Dreamliner: Die Kabine

THAI Airways hat den Dreamliner B787 in der kürzeren 800er Ausführung seit ca. 2014 in der Flotte. Die sechs B787-800 verfügen über eine Zweiklassen- Bestuhlung mit 24 Business Class Sitzen und 234 Economy Class Sitzen. Die Business Class erstreckt sich über gerade einmal vier Reihen in 2-2-2- Konfiguration.

Während sich andere Airlines in der Kabinengestaltung zu Tode optimieren, gönnt THAI Airways seinen Business Class Passagieren erfrischend viel Platz. Allerdings ist natürlich die 2-2-2- Konfiguration einigermaßen outdated und nicht mehr wirklich konkurrenzfähig. Die Sitze ähneln denen in der alten Lufthansa Business Class. Während dort die Sitze in der Mittelreihe aber einander zugewandt sind, weisen diese bei THAI in die gleiche Richtung.

THAI Airways Business Class B787-800 Seatmap

THAI Airways B787-800 Seatmap by Seatguru

Ich hatte mich wie immer für einen Platz in der letzten Reihe entschieden und landete so auf 15J. Dabei hatte ich ein bisschen darauf spekuliert, dass der Nebensitz möglicherweise frei bleibt. Die Fensterplätze in der Reihe 15 sind nämlich recht unbeliebt, weil sie gar kein Fenster haben. Wenn man sich weit vorbeugt, kann man noch aus dem letzten Fenster in der Business Class schauen, doch die Reihe 15 starrt praktisch während des gesamten Fluges auf die Bordwand.

Die Business Class Kabine verfügt nur über zwei Toiletten. Eine befindet sich wie bei Schmalrumpfflugzeugen direkt links vor dem Cockpit und die zweite hinter meinem Sitz 15J/K. Die Toiletten sind nicht größer als in der Economy Class, verfügen aber über mehr Pflegeprodukte.

THAI Airways Royal Silk Class B787:  Der Sitz

Wie gesagt, der Sitz ähnelt dem der Lufthansa in ihrer alten Business Class. Die Sitze lassen sich in ein flaches Bett verwandeln, dass dann eine Gesamtlänge von 198 cm aufweist. Dabei sind sie 53 cm breit, was sicherlich nicht führend in der Industrie ist. Positiv fällt an dem Sitz auf, dass man im Liegen sehr viel Beinfreiheit hat, weil die Verschalung des Vordersitzes angenehm weit weg ist. Besonders für Seitenschläfer, die mit angewinkelten Beinen schlafen, ist das sehr bequem. Auf der anderen Seite ist der eigentliche Fußraum relativ schmal, so dass Menschen mit großen Füßen hier ihre Probleme haben werden.

Die Anschlüsse sind nicht – wie bei vielen Airlines – irgendwo auf Kniehöhe versteckt sondern auf Kopfhöhe an einer kleinen Ablage hinter eurem Sitz. Hier findet ihr die Anschlüsse für Kopfhörer und USB sowie eine Universalsteckdose. Die kleine Ablage bietet auch genug Platz für euer Handy, so dass ihr dieses laden könnt, ohne dass die Kabel euch am Sitz irgendwie behindern. Das finde ich ganz schön gelöst.

Was mich ein bisschen erstaunt hat, waren die doch sehr kleinen Overhead Bins. Ich bin mir gerade nicht sicher, ob die in der B787 immer so schmal sind. Wenn die Overhead Bins so schmal geraten sind, um die Kabine größer wirken zu lassen, finde ich das gut. Einige Airlines verzichten ja komplett auf die Overhead Bins in der Mitte. Das führt dann natürlich schnell zu Engpässen bei der Verstauung des Handgepäcks. Die Bins über den Mittelreihen etwas kleiner zu machen, scheint mir da eine clevere Lösung, denn vom Raumgefühl wirkt die Kabine tatsächlich größer, ohne dass übermäßig viel Stauraum verloren gehen würde.

Mangelnde Privatsphäre bei 2-2-2- Konfiguration

Ein Riesenmanko ist bei einer 2-2-2- Bestuhlung natürlich immer die mangelnde Privatsphäre. Während andere Airlines hier mit einem ordentlichen hochfahrbaren Divider die Möglichkeit schaffen, sich ein wenig zum Sitznachbarn abzuschirmen, täuscht der starre Mini- Divider bei THAI dies allenfalls vor. Das hat mich schon auf dem vergleichsweise kurzen Zweistundenflug gestört. Ich kann mir nicht richtig vorstellen, dass ich mir das auf einem Nachtflug antun wollen würde. Der Abstand zur vorderen Sitzverschalung lässt es zwar zu, dass der Sitznachbar einigermaßen unproblematisch in den Gang hinaustreten kann, wenn ich sitze. Doch wenn ich liege, muss der Nebenmann über mich drübersteigen, was für beide Beteiligten äußerst lästig ist.

So sind die besten Plätze für Alleinreisende in der THAI Business Class B787 tatsächlich die Sitze in der Mittelreihe. Hier hat jeder Passagier direkten Zugang zum Gang – wie man es heutzutage in einer Business Class wohl auch verlangen kann.

THAI Airways Royal Silk Class: Service, Speisen und Getränke

Das Essen ist bei THAI Airways traditionell gut – und das auch über Reiseklassen hinweg. Das Gleiche gilt für den Service, für den THAI geradezu berühmt ist. Es mag nicht immer alles hocheffizient sein, aber herzlich und freundlich kommt der Service stets daher.

Bei den Begrüßungsgetränken meine ich einen Trend dahin zu erkennen, dass man keine alkoholischen Getränke anbietet. Während ich das bei Oman Air und Malaysia Airlines auf den islamischen Background geschoben hatte, finde ich das bei THAI Airways verwunderlich. Vorpandemisch gab es hier natürlich auch Champagner. Aktuell gibt es dagegen nur Orangensaft, Wasser oder – immerhin – den Signature Drink – den “Violet Bliss” Mocktail. Immerhin gibt es nach dem Start die übliche Auswahl an Alkohol, inklusive Champagner. Dazu wurde nach dem Start ein Nussmix mit getrockneten Früchten verteilt, den ich leider nicht bekommen habe, weil ich auf der Toilette war. Man hätte mir die Nüsse auch einfach an den Platz stellen können. Sei’s drum.

Gut gefallen hat mir, dass in der THAI Business Class auch auf Kurzstrecke der Tisch eingedeckt wird. Dass das Essen dann nicht in Gängen sondern auf einmal auf dem Tablett serviert wird, finde ich auf der Kurzstrecke okay. Der Service in Gängen dient ja vor allem dazu, die lange Flugzeit durch ein ausgedehntes Menu ein bisschen zu kürzen. Die Essenswünsche wurden schon vor dem Start von der Crew aufgenommen, die sich bei der Gelegenheit auch persönlich vorstellte und einen mit Namen begrüßte. Finde ich sehr aufmerksam.

Menuauswahl

Leider gab es auf dem kurzen Flug keine Menukarte, in der man sich die Gerichte in Ruhe hätte anschauen können. Stattdessen musste die Flugbegleiterin bei jedem Gast die drei zur Auswahl stehenden Gerichte herunterbeten. Wenn ich es recht erinnere, gab es eins mit Beef, eins mit Fisch und ein vegetarisches Gericht. Ich entscheide mich in der Regel für Beef – es sei denn, es ist ein Curry.

So gab es für mich Hackbraten mit Bandnudeln und gedünstetem Gemüse. Als Vorspeise gab es ein paar Cold Cuts und als Dessert einen kleinen Schokoladenkuchen in Konfektqualität. Zum Abschluss warteten ein paar Käsehappen mit Datteln und Walnüssen. Da ich nach dem kurzen Flug noch eine weitere Strecke zu fahren hatte, verzichtete ich auf alkoholische Getränke und beließ es bei Coke Zero. Im direkten Vergleich mit Malaysia Airlines auf der gleichen Strecke gewinnt die THAI Airways Business Class um Längen.

THAI Business Class B787: Entertainment System

Das Personal Entertainment System in der THAI Business Class B787 verfügt über einen 15 Zoll Monitor, der eher zu den weniger imposanten in der Branche gehört. Da die Rückseite des Vordersitzes relativ weit weg ist, ist der Monitor schon sehr klein. Gesteuert werden kann das Programm entweder über das Touchscreen Display am Monitor selbst oder über den Handheld Controller, der im Sitz verstaut ist. Dieser hat ein eigenes Display, auf dem ihr Programme auch anschauen könntet.

Die Noise Cancelling Kopfhörer schlucken Umgebungsgeräusche und sorgen für einen sauberen Klang. Die Auswahl an Filmen und Programmen ist dagegen vergleichsweise enttäuschend. “Über 30 Filme und Serien” sind zwar für einen 2- Stunden- Flug absolut ausreichend, aber auf der Langstrecke kann einem da schnell langweilig werden. 110 Musik- Alben und 31 Spiele reißen einen da auch nicht unbedingt vom Hocker. Was mich als Flightmap- Fan dagegen am meisten gestört hat, war die Airshow aus dem 20. Jahrhundert, die ein bisschen an Pacman erinnert hat. Nicht interaktiv, kein Hineinzoomen in die Karte, natürlich auch keine Außenkamera – das ist nicht berauschend.

THAI Business Class B787: Amenities

Ein eigenes Amenity Kit gibt es bei THAI Airways Flügen auf der Kurzstrecke nicht. Auf dem etwa fünfstündigen Tagflug nach Seoul hatte ich dagegen schon ein Kit bekommen. Auf der Kurzstrecke reicht auch mal ein breites Kissen und eine Decke. In den Toiletten gibt es zudem eine Handcreme und ein Eau de Toilette.

Fazit

Der Flug im THAI Airways Dreamliner hat mir besser gefallen als derselbe Flug in der THAI Airways Business Class B777 vor ein paar Jahren. Trotzdem ist auch die THAI Business Class B787 mit ihrer 2-2-2- Konfiguration hoffnungslos veraltet. Passagiere erwarten heutzutage in einer Business Class nicht nur ein flaches Bett und besseres Essen sondern auch ein erhöhtes Maß an Privatsphäre. Dem müssen Airlines durch entsprechende Sitze Rechnung tragen, wenn sie im harten Wettbewerb um die Premium- Gäste bestehen wollen.

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