Review: Lufthansa Business Class A350 Bangkok – Frankfurt

Das Konzept der offenen Kabine bei den Airlines der Lufthansa Gruppe hat mich nie so richtig überzeugt, weshalb ich selten insbesondere mit Lufthansa selbst fliege. Dieses Mal blieb mir keine Wahl. Wie mir die Lufthansa Business Class im A350 auf der Strecke von Bangkok nach Frankfurt im tiefsten Lockdown gefallen hat, erzähle ich euch in diesem Review.

Lufthansa Business Class A350 – Die Buchung

Die Entscheidung für Lufthansa war nicht wirklich aus freien Stücken. Mit Einführung des erforderlichen PCR- Tests für die Einreise nach Deutschland auch aus Nicht- Risikogebieten, der bei Einreise nicht älter als 48 Stunden ist, ist auf der Langstrecke faktisch nur noch ein Direktflug nach Deutschland möglich. Es war April 2021 auf dem Höhepunkt der Delta- Welle.

Wie viel Sinn eine Testpflicht für die Einreise aus einem Land mit einer seinerzeit nahezu Null- Inzidenz macht, mögen andere beurteilen, aber wenn die Probenentnahme frühestens 48 Stunden vor der Einreise stattfinden darf, kann es in Ländern ohne extensive Test- Infrastruktur schnell eng werden. Von den 48 Stunden kann man schon mal 12 Stunden für den Flug, 2 Stunden fürs Einchecken und je nach Anreise ein bis zwei Stunden für die Taxifahrt zum Flughafen abziehen. Dann bleiben noch etwa 34 Stunden für die Probenentnahme und das Warten auf das Testergebnis. Ein Transfer von mehreren Stunden z.B. in Doha oder Dubai ist da praktisch nicht mehr drin.

Buchung ohne Airline- Zuschläge über LifeMiles

Das vorweg geschickt gab es dieses Mal für mich aber auch noch einen weiteren sehr guten Grund für Lufthansa: Ich hatte viel Gepäck dabei. Während man z.B. bei Qatar Airways nur 2 x 23 kg Freigepäck in der Business Class hat und bei Turkish Airways sogar nur einmal 32 kg, ist Lufthansa mit 2 x 32 kg plus zwei Handgepäckstücke a 7 kg und einer Laptoptasche mit den Gepäckregeln sehr großzügig. Als Inhaber des Star Alliance Gold Status konnte ich sogar noch ein weiteres Stück Gepäck mit 32 kg aufgeben, so dass ich insgesamt über 100 kg ohne Zusatzkosten nach Deutschland schaffen konnte.

Gebucht habe ich den Flug mit Lifemiles, die ich zuvor in einem Sale für gut einen Cent pro Meile gekauft hatte. 78.000 Meilen wurden dafür fällig, was zwar 7000 Meilen mehr sind als bei Miles and More, doch dafür erhebt Lifemiles keine Airline- Zuschläge und gibt diese auch nicht weiter, so dass ich nur die tatsächlichen Steuern und Gebühren in Höhe von ca. 80 USD zahlen musste. Obwohl die Buchung nicht über Lufthansa oder Miles and More gelaufen ist, konnte ich im Anschluss an die Buchung auf lh.com Sitzplätze und Menus für meinen Flug nach Frankfurt und auch den Weiterflug nach Hamburg auswählen.

Lufthansa Business Class A350 Review – Der Check In

Beim Check In hat sich meine Befürchtung dann bewahrheitet, dass der überwiegende Teil der geringen Zahl an Passagiere offenbar Business Class gebucht hatte, um nicht in der Economy Class eingepfercht zu sein. Tatsächlich war am Business Class Check In deutlich mehr los als am Economy Schalter.

Ich bin dann gefragt worden, ob ich mit einem anderen Sitzplatz einverstanden wäre. Offenbar wollte man den privateren Bereich hinter der Galley mit nur zwei Reihen Business Class, wo ich meinen Sitzplatz reserviert hatte, wohl freihalten. Im Nachhinein ärgere ich mich, dass ich mich darauf eingelassen habe, denn der vordere Teil der Business Kabine war relativ voll. Immerhin hatte ich einen freien Sitz neben mir.

Der Check In war freundlich, aber es wurde sehr genau auf meinen PCR- Test geschaut und ob die Fristen dabei eingehalten wurden. Die Fastlane für Security und Immigration ist am Bangkok Suvarnabhumi sehr angenehm, weil die Wege so schön kurz sind. Wahrscheinlich war bei der normalen Siko und Immi auch nicht viel los, aber man latscht sich halt einen Wolf, weil man erst die Treppe rauf, dann durch die endlosen Siko- Serpentinen, dann Treppe wieder runter, Immi- Serpentinen – da spart man bei der Fastlane doch deutlich Weg und Zeit.

Als Lounge wurde die Turkish Airlines Lounge angeboten. Ich hätte mit meinem Priority Pass auch noch in die Miracle Lounge am F Gate gehen können, aber die Turkish Lounge gefällt mir ganz gut. Dort gab es a la Carte- Service. Man konnte aus ein paar Menus etwas auswählen, das dann am Platz serviert wurde. Getränke konnte man sich aus dem Kühlschrank selbst nehmen oder von der Bar servieren lassen. Auf dem Buffet gab es ein stark reduziertes Angebot an abgepackten Snacks.

Das Boarding ging natürlich relativ zügig, da nun nicht wirklich viele Passagiere abgefertigt werden mussten.

Lufthansa Business Class A350 – Die Kabine

Bei Lufthansa legt man in der Business Class Kabine nicht so viel wert auf Privatspäre wie man das bei vielen anderen Airlines kennt. Die Kabine ist relativ offen gehalten, die Sitze schirmen kaum ab und die Business Class ist in 2-2-2 konfiguriert, bei der die beiden zusammengehörigen Sitze auch noch einander zugewandt sind. Was eine perfekte Konfiguration für Paare ist, ist für Alleinreisende eher abschreckend.

Die Business Class besteht aus insgesamt acht Reihen, von denen zwei hinter der Galley sind. Für einen Nachtflug bieten sich die hinteren zwei Reihen sicherlich an, zumal dahinter als Puffer zur Economy Class auch noch drei Reihen Premium Economy sind, so dass sich vermutlich nicht so viele Economy Passagiere in die Business Class verirren, um dort die Toilette zu nutzen, was nachts ansonsten durchaus nervig sein kann.

Lufthansa Business Class A350-900

Copyright: Seatguru.com

Lufthansa Business Class A350 – Der Sitz

Der Sitz in der Business Class verfügt über drei vorgegebene Einstellungen. Darüber hinaus kann man natürlich Beinstützen, Sitzfläche und Rückenfläche manuell verstellen. Für Nachtflüge lässt sich der Sitz natürlich auch in ein flaches Bett verwandeln. Lufthansa reicht dazu noch eine Auflage, die den Liegekomfort zusätzlich erhöht.

Ein erheblicher Vorteil gegenüber der Schwester- Airline Austrian besteht m.E. darin, dass der Fußraum nicht unter dem Vordersitz verbaut ist sondern zwischen den Sitzen und damit nach oben offen ist. Wer große Füße hat, hat bei Austrian schnell das Gefühl, in einem Sarg zu liegen, weil der Fußraum stark limitiert ist und man sich kaum drehen kann. Das ist bei Lufthansa deutlich freundlicher gelöst, auch wenn man sich die Fußbank zumindest in der Mittelreihe mit seinem Sitznachbarn teilt. Immerhin sorgt eine Trennwand dafür, dass jeder mit seinen Füßen auf seiner Seite bleibt. In den Fensterreihen ist das besser gelöst. Hier sind die Sitze parallel zum Fenster ausgerichtet und entsprechend hat jeder seine eigene Fußbank.

Unter der Fußablage kann man seine Schuhe und vielleicht eine Laptoptasche verstauen. Viel mehr Staufläche gibt es am Sitz nicht, so dass ihr weiteres Handgepäck natürlich im Overhead Compartment verstauen könnt.

Das Bett ist insgesamt knapp zwei Meter lang und damit auch für große Menschen durchaus ausreichend. Ich habe erstaunlich gut geschlafen. Hilfreich ist dabei, dass ihr die äußere Armlehne herunterfahren könnt.

Lufthansa Business Class A350 – Entertainment

Das Entertainment System ist auf Nachtflügen für mich meist von nachrangiger Bedeutung. Vielleicht schaue ich noch einen Film vor dem Dinner, aber das war es dann auch schon. Wichtig sind für mich vernünftige Noise Cancelling Kopfhörer, die in der Armlehne verstaut sind und ihren Zweck voll erfüllt haben.

Das Entertainment Programm umfasst etwa 150 Filme in acht Sprachen und über 200 TV- Programme sowie jede Menge Musik. Der Touchscreen Bildschirm hat eine Diagonale von 15 Zoll, was immerhin 38 cm sind. Ihr könnt den Bildschirm ein Stück weit verschieben und drehen. Neben dem Touchscreen habt ihr in unter der Mittelkonsole natürlich auch noch einen Controller, mit dem ihr navigieren könnt.

Internet über das Flynet- Angebot ist für Passagiere der Business Class leider nicht kostenlos sondern kostet von 7 Euro für ein paar Textnachrichten im Messenger bis 29 Euro für ein GB Datenvolumen. Das finde ich relativ happig, wenn ich bedenke, dass schnelles Internet z.B. bei Singapore Airlines aber auch bei Finnair kostenlos ist.

Wenn ihr euer Smartphone aufladen wollt, werdet ihr vermutlich auch etwas ungläubig schauen und euch fragen, ob es sein kann, dass man in der Business Class keinerlei Lademöglichkeiten am Sitzplatz hat. Tatsächlich sind die USB Ports und Steckdosen ganz gut versteckt relativ weit unten vorne in der Mittelkonsole. Man benötigt ein relativ langes Ladekabel, um das Handy sicher auf dem Mitteltisch liegen zu lassen. Ihr solltet übrigens sehr vorsichtig mit dem Ausfahren des Sitzes sein, wenn ihr gerade euer Handy aufladet.

Lufthansa Eintertainment

Lufthansa Business Class A350 – Der Service

Für die Mahlzeiten wird der ausklappbare Tisch aus der Mittelkonsole hervorgeholt. Es scheint ein generelles Problem beim A350 zu sein, dass dies oft nur unter Gewaltanwendung möglich ist. Ich hatte schon den Eindruck bekommen, dass ich einfach zu blöd wäre, die Hydraulik hzu verstehen, doch tatsächlich tat sich auch der Flight Attendant sehr schwer mit dem Tisch.

Ist der Tisch erst einmal ausgeklappt, lässt dieser sich immerhin nach vorne drehen, so dass man auch beim Essen mal aufstehen kann. Leider lässt er sich aber nicht in einer Schiene nach vorne oder hinten verschieben, so dass Passagiere mit einem größeren Bauchumfang hier möglicherweise Probleme bekommen könnten.

Der Service an Bord hat mir insgesamt sehr gut gefallen. Der persönlich zuständige Flight Attendant hat mich namentlich begrüßt und sich vorgestellt. Höflich und teilweise auch witzig, dabei aber immer hochprofessionell und effizient wurden die Wünsche aufgenommen, der Tisch eingedeckt, Essen serviert und vor allem die richtigen Getränke zum richtigen Gang gereicht. Als ich mich bei den Vorspeisen nicht richtig entscheiden konnte, hätte der Flugbegleiter mit ein paar zusätzlichen Infos einspringen können, aber das wäre Jammern auf hohem Niveau. Die Crew war wirklich klasse auf diesem Flug.

Das Essen wurde unter Pandemiebedingungen nicht so kredenzt, wie das vielleicht normalerweise üblich ist, aber das Essen war sehr gut. Zum Beginn gab es den obligatorischen warmen Nuss- Mix zum Aperitif, Vorspeise, Hauptspeise und Dessert wurden dann coronabedingt auf einem Tablett serviert. Ich hatte mich für den schottischen Räucherlachs mit Honig- Senf- Dressing, die Hochrippe vom Rind mit Rotkohl und eine Käseauswahl entschieden. Der FA hatte ein Auge darauf, was ich gerade gegessen habe und mir dann die entsprechenden Getränke gereicht.

Zum Frühstück hatte ich das sehr leckere Müsli mit frischen Früchten, eine Auswahl an Cold Cuts sowie ein Omelett mit Rösti, Würstchen, Ratatouille und Rahmspinat.

Lufthansa Business Class A350 – Amenities

Während das Amenity Kit von Lufthansa etwas merkwürdig daher kam, war ich von dem Schlaf- Shirt durchaus angetan, auch wenn es gerne auch ein ganzer Pyjama hätte sein dürfen. Pyjamas sind allerdings in der Business bei fast allen Airlines selten geworden. Selbst Slipper habe ich in diesem Jahr 2022 noch in keiner Business Class bekommen. Insofern lag Lufthansa damit 2021 noch vorn Das Amenity Kit war ein brauner Lederbeutel, der mit zwei Druckverschlussknöpfen statt eines Reißverschlusses geschlossen wird.

Das Amenity Kit umfasste eine Zahnbürste mit Zahnpasta, Ohrstöpsel, Socken, eine Augenmaske sowie ein Pfefferminzbonbon für den frischen Atem nach der Landung. Feuchtigkeitscreme oder Lippenbalsam? Fehlanzeige.

 

Lufthansa Business Class A350 – Fazit

Lufthansa hat mich und meine 110 kg Gepäck sicher nach Hause gebracht. Der Service und die Qualität des Essens war gemessen an der Tatsache, dass wir uns immer noch in einer Pandemie befinden, sehr gut. Der Sitz und die Konfiguration der Lufthansa Business Class Kabine überzeugen mich dagegen nicht. Ich freue mich darauf, mal wieder Lufthansa zu fliegen, wenn die neuen Maschinen mit den neuen Sitzen dann irgendwann einmal in die Lufthansa Flotte kommen.

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