Miles&More Zusatzpakete

Seit Juni 2019 gibt es zu den Miles&More Kreditkarten egal welcher Farbe drei optional zubuchbare Pakete, die gegen einen monatlichen Aufpreis bestimmte Extra- Vorteile versprechen. Ich habe mir die Pakete mal genauer angeschaut und stelle sie euch in diesem Artikel kurz vor.

Wer noch gar keine Miles & More Kreditkarte hat, kann die Gold Card aktuell noch bis zum 29.02.2020 mit einem Willkommensbonus von 15.000 Meilen beantragen.

Miles&More Kreditkarte jetzt beantragen*

Die drei Zusatzpakete decken drei Bereiche ab: zum einen zusätzliche Meilen auf die Umsätze, zum zweiten weitere Versicherungsleistungen und zum dritten Shopping- Garantien oder Erweiterung von gesetzlicher Gewährleistung.

Alle drei Pakete gibt es in mehreren Ausführungen. Zum Abschluss eines Paketes winken euch zudem 100 Begrüßungsmeilen.

Miles&More Zusatzpakete

 

Zusatzpaket 1: Miles Plus

Für den Meilensammler am interessantesten ist natürlich die Option „Miles Plus“. Wenn ihr dieses Paket abonniert, könnt ihr gegen eine monatliche Gebühr bis zu unterschiedlichen Umsatzhöchstgrenzen zusätzlich eine Meile je ausgegebenem Euro sammeln. Die Pakete unterscheiden sich also nur in den Höchstgrenzen und dem Preis, den ihr dafür monatlich zahlen müsst. Wenig erstaunlich wird die Ratio pro „gekaufter“ Zusatzmeile mit den teureren Paketen besser. Hier die vier Optionen:

  • 6000 Meilen extra für 8,90 Euro/Monat
  • 12.000 Meilen extra für 15,90 Euro/Monat
  • 30.000 Meilen extra für 32,90 Euro/Monat
  • 60.000 Meilen extra für 59,90 Euro/Monat

Um den Preis pro (Zusatz-) Meile zu berechnen, müssen wir die Gesamtkosten pro Jahr durch die maximale Zahl an Zusatzmeilen teilen. Es ergibt sich dabei folgende Ratio:

  • 6000 Meilen für 106,80 Euro = 1,78 Cent/Meile
  • 12.000 Meilen für 190,80 Euro = 1,59 Cent/Meile
  • 30.000 Meilen für 394,80 Euro = 1,32 Cent/Meile
  • 60.000 Meilen für 718,80 Euro = 1,2 Cent/Meile

Wie ihr seht, ist die Ratio bei den beiden kleineren Paketen bescheiden. Hier gibt es für Miles&More- Meilen deutlich bessere Optionen, die genannte Zahl an Meilen günstiger zu erreichen. Bei den beiden teureren Paketen ist die Ratio zwar okay; mindestens bei den 1,2 Cent könnte man schwach werden, doch hat die Sache natürlich einen erheblichen Haken. Den 60.000 zusätzlichen Meilen muss auch ein Umsatz von 60.000 Euro im Jahr gegenüberstehen, denn ihr bekommt die Meilen ja für getätigten Umsatz und nicht fix für den Preis von 718,80 Euro.

Dazu kommt der Fakt, dass es die Zusatzmeilen pro vollem Euro getätigtem Umsatz gibt. Da man selten Rechnungen mit vollen Euro begleicht, werdet ihr also noch mehr als die 60.000 Euro Umsatz machen müssen, um die 60.000 Meilen zu bekommen. Kauft ihr z.B. etwas für 1,99 Euro gibt es nur eine Meile extra. Der Preis pro Meile bleibt zwar fix, aber um die Höchstsumme von 60.000 Meilen zu erreichen, benötigt ihr eben mehr als 60.000 Euro Umsatz. Die Meilen werden entsprechend mit jedem getätigten Umsatz gutgeschrieben und nicht als eine Summe am Ende des Jahres.

Macht ihr dagegen nur 40.000 Euro Umsatz im Jahr, erhaltet ihr auch nur maximal 40.000 Meilen (wie gesagt, auch hier wird die tatsächliche Meilenzahl niedriger sein, weil ihr nicht immer glatte Euro- Beräge ausgebt). Ihr zahlt aber trotzdem 718,80 Euro in dem Jahr, wodurch sich eine sehr viel schlechtere Meilen- Ratio ergibt.

Fazit: Miles Plus ist nur etwas für Leute mit deutlich über 60.000 Euro/Jahr Umsatz (das sind im Schnitt mehr als 5000 Euro im Monat). Die kleineren Pakete sind wegen des hohen Meilenpreises uninteressant.

Zusatzpaket 2: Travel Security und Travel Security Plus

Das nächste Paket lockt mit einem Plus an Sicherheit durch mehr Versicherungen. In der Basisvariante für 2,90 Euro/Monat (= 34,80 Euro/Jahr) bekommt ihr drei zusätzliche Versicherungen:

  • Gepäckverlust- und -beschädigungsversicherung
  • Reiseunannehmlichkeitsversicherung
  • Reiseunfallversicherung

In der Plus- Variante für dann allerdings auch schon happige 11,90 Euro/Monat zusätzlich (142,80 Euro/Jahr) bekommt ihr zusätzlich zu den drei Versicherungen noch zwei Lounge- Zugänge für eine Lufthansa Business Lounge auf einem Flug mit einer Airline der Lufthansa- Gruppe und doppelte Meilen auf Lufthansa- Umsätze.

Was doppelte Meilen und Lounge- Zugänge mit Travel Security zu tun haben, muss man nicht verstehen, aber tatsächlich sind diese beiden Punkte noch das interessanteste an den beiden Paketen.

Die Versicherungen umfassen grob das, was Airlines ohnehin bei Verspätungen leisten müssen. Nehmen wir die Reiseunannehmlichkeitsversicherung. Als Beispiel werden hier Flugvespätungen von mehr als vier Stunden genannt. In diesem Fall

werden bis zu 500 Euro für nachweislich entstandene Kosten für Verpflegung und Hygiene erstattet

Die nachweislich entstandenen Kosten für etwas zu essen und einen Deoroller (ich übertreibe mal ein bisschen) werden im Regelfall deutlich unter 500 Euro bleiben. Abzuziehen sind dann Leistungen, die man von der Airline aufgrund gesetzlicher Bestimmungen ohnehin erhält. Diese so genannte Subsidiaritätsklausel ist natürlich nicht im Angebot zu finden, aber selbstverständlich in den Versicherungsbedingungen.

Natürlich gibt es auch Flüge außerhalb der EU, wo Verbraucherrechte sehr viel ungünstiger geregelt sind und die auch mal über vier Stunden verspätet sein können, aber die Frage ist ja bei jeder Versicherung immer: Wie wahrscheinlich ist ein Schadensfall und was leistet die Versicherung dann tatsächlich.

Hier mal die Auflistung der versicherten Unannehmlichkeiten:

Reiseunanehmlichkeitsversicherung

In allen Fällen ist es sehr wahrscheinlich, dass der Schadensverursacher in irgendeiner Weise haftet. In allen Fällen ist es außerdem zumindest wahrscheinlich, dass die tatsächlichen Aufwendungen unter der Höchstsumme von 500 Euro bleiben, zumal ja auch für jeden einzelnen Fall genau aufgelistet ist, was denn erstattet wird.

Ihr werdet inzwischen wahrscheinlich gemerkt haben, dass ich selbst kein Fan solcher Versicherungen bin. Ich nehme sie in Kauf, wenn sie wie in der American Express Platinum ohnehin dabei sind, aber auch nur einen Euro extra dafür zu bezahlen, würde mir nie in den Sinn kommen.

Das Plus- Paket kostet 142,80 Euro im Jahr und bietet neben den überflüssigen Versicherungen zwei Lounge- Zugänge und doppelte Meilen auf Lufthansa- Umsätze. Letztere werden aber nur bis zu 2400 Meilen gewährt, also ist bei einem Umsatz von 2400 Euro Schluss: Mit der Freundin mal in der Business Class in die USA reisen, schon ist man drüber. Wenn wir den Wert einer Meile mal großzügig mit 2 Cent beziffern, ist dieser Vorteil 48 Euro wert. Bleiben knapp 100 Euro für zwei Lounge- Zugänge. Kein überragender Deal, würde ich sagen.

Zusatzpaket 3: Shopping Guarantee

Das dritte Paket, die Shopping Guarantee für 34,80 Euro/Jahr und die Shopping Guarantee Plus umfasst eine Elektronikartikelversicherung ,die die gesetliche Gewährleistung des Händlers auf bis zu fünf Jahre verlängert (Laptops, Tblets u.ä. nur 3 Jahre). Die Geräte müssen mindestens 150 und höchstens 5000 Euro gekostet haben, müssen aber nicht mit der Miles&More Kreditkarte bezahlt worden sein. Mobiltelefone sind nicht Gegenstand der Versicherung, weshalb vermutlich viele Leute hier nicht mehr weiterlesen…

Darüber hinaus gibt es eine Preis- Garantie für 30 Tage. Findet ihr einen Artikel, den ihr gerade gekauft habt, innerhalb von 30 Tagen woanders mindestens 30 Euro billiger, so wird euch die Differenz erstattet.

Laut Versicherungsbedingungen besteht Versicherungsschutz ab Buchung des Pakets. In diesem Fall muss ich die Versicherung also drei Jahre lang buchen, um sie in Anspruch nehmen zu können, denn in den ersten beiden Jahren gilt ja die gesetzliche Gewährleistung. Die Versicherung bezieht sich ausdrücklich nur auf Herstellungs- und Materialfehler, geht also nicht über die Gewährleistung hinaus. In den ersten zwei Jahren nach einem Kauf werde ich also vermutlich von der Versicherung an den Hersteller verwiesen werden. Erst im dritten Jahr des Pakets, wenn ich also inzwischen 104,40 Euro bezahlt habe, kann ich tatsächlich eine Leistung von der Versicherung ewarten. Dabei obliegt es mir zu beweisen, dass es sich um einen Herstellungs- oder Materialfehler gehandelt hat und nicht um (unversicherten) Verschleiß.

Geräte mit Materialfehler gehen in aller Regel schon in den ersten zwei Jahren in die Brüche. Unwahrscheinlich daher, dass die Elektronikartikelversicherung jemals leisten muss.

Die Preis- Garantie  scheint mir dagegen eine schöne Sache zu sein. Allerdings sind auch hier die Versicherungsbedingungen weniger einfach als die Werbung. Es muss sich um einen identischen Gegenstand handeln (identisches Modell, identische Ausstattung und Leistungsumfang, identische Modellnummer), der nicht aus einer Geschäftsliquidation stammen darf und natürlich von einem Händler aus D-A-CH angeboten werden muss.

Ich kann mir schon vorstellen, dass es gerade zwischen stationärem und Onlinehandel entsprechene Preisunterschiede geben kann. Der Sinn dieses Pakets hängt also ein bisschen vom eigenen Kaufverhalten ab. Wie oft kauft ihr euch teure Artikel, bei denen eine Preisdifferenz von mindestens 30 Euro auftreten kann?

Das Plus- Paket wirbt zusäztlich zu den beiden Versicherungen mit 10 Meilen zusätzlich pro Transaktion bei einem Preis von 6,90 Euro/Monat. Da rast dem Meilensammler schon der Puls, während er ausrechnet, wie oft er am Tag beim Bäcker eine Tüte Brötchen für zwei Euro kaufen kann und dann jedes Mal 10 Meilen extra bekommt.

Die Antwort gibt Miles&More im Kleingedruckten: genau 240 Mal im Jahr, denn die so zusätzlich zu sammelnden Meilen sind auf 2400 im Jahr begrenzt. Für 2400 Meilen bezahlt ihr also 48 Euro im Jahr mehr als für das Basis- Paket. Ihr kauft also eine Meile für 2 Cent – wie oben schon erwähnt, ist das kein guter Deal. Auch dieses dritte Paket kann also nicht wirklich überzeugen.

Zusatzpakete zur Miles&More Kreditkarte: Fazit

Alle drei Pakete haben eines gemeinsam. In verschiedenen Variationen erregen alle drei Zusatzpakete durch eine Option, vermeintlich kostengünstig zusätzliche Meilen zu generieren. Beim ersten Paket ist dies sogar der einzige Existenzzweck. Alle drei Pakete haben aber außerdem gemeinsam, dass die zusätzlichen Meilen eine teure Luftnummer sind. Bei dem Meilen- Paket kann sich das teuerste Paket immerhin für Leute rechnen, die einen Jahresumsatz deutlich über 60.000 Euro generieren.

Alle angebotenen Versicherungen sind meines Erachtens das Geld nicht wert. Bei Travel Security Plus Paket sind die 2400 zusätzlichen Meilen und die zwei Lounge Zugänge das „Plus“ nicht wert, das sie mehr kosten und bei der Shop Guarantee Plus kauft man sich 2400 Meilen für 2 Cent/Meile.

Alles, was eine Miles&More Kreditkarte braucht, hat die Gold Card bereits enthalten. Weitere teure Zusatzpakete, die die Jahresgebühr teilweise mehr als verdoppeln, sind für meine Begriffe überflüssig.

Miles&More Kreditkarte jetzt beantragen*

 

Der Artikel enthält Links zu externen Seiten. Links, die mit einem (*) gekennzeichnet sind, führen zu Partnerseiten. Wenn ihr auf diesen Seiten etwas kauft, einen Flug bucht o.ä., dann bekomme ich vom Anbieter eine kleine Provision. Der Preis ändert sich für euch dadurch natürlich nicht.


Wer schreibt denn hier?

Singapore Suites Menu

Kai ist jahrelang als Backpacker um die Welt gereist, bis er gemerkt hat, dass man für wenig Geld auch recht luxuriös reisen kann. Auf Loungerocker.de teilt er seine Lounge- und Reise- Erlebnisse mit euch und zeigt euch Wege, wie auch ihr mit wenig Aufwand viel bequemer reisen könnt.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.