Qatar Airways First Class A380 Review: Doha – Bangkok

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Qatar Airways First Class

Es wird einem immer ein bisschen wehmütig ums Herz, wenn man über ein Bordprodukt schreibt, das es bald nicht mehr geben wird. Die Qatar Airways First Class im A380 macht da keine Ausnahme. Vom Qatar Airways- Chef Al Baker als „größte Fehlentscheidung“ bezeichnet, steht der A380 bei der Fünfsterne- Airline aus dem Nahen Osten vor dem Aus. Seine „Ehrenrunden“ nach der Corona- Pandemie verdankt der Doppeldecker ausschließlich dem aktuellen Mangel an Fluggeräten bei den Kataris. Lewis vom Loungerocker & Friends Team ist von Doha nach Bangkok geflogen. Wie es ist, mit einem Dinosaurier zu fliegen, erfahrt ihr in diesem Review.

Qatar Airways First Class A380 – Buchung, Lounge, Boarding

Die First Class Kabine von Qatar Airways ist von 2014 und seitdem nicht mehr upgedated worden. Damit steht sie natürlich ein bisschen im Schatten der QSuite, die – zu Recht – als beste Business Class der Welt gefeiert wird. Qatar Airways selbst vermarktet die QSuite mit dem Slogan „Fly First in Business“. Wozu braucht es da schon noch eine eigene First Class?

Die First Class wird nur noch auf einigen wenigen Strecken eingesetzt (Qatar Airways: Wo fliegt die First Class?). Wir haben uns für die Strecke von Doha nach Bangkok entschieden, weil so noch der Besuch der Al Safwa First Class Lounge mit eingebaut werden konnte. Gekostet hat der Spaß 75.000 Avios – gebucht über den Qatar Airways Privilege Club. So richtig perfekt war die Wahl natürlich nicht, denn der Flug ist ein klassischer Nachtflug, der weit nach Mitternacht in Doha abhebt und sehr kurz nach dem Frühstück bereits in Bangkok landet.

Auch die Umsteigezeit war nicht überragend lang, so dass in der Al Safwa Lounge gerade mal Zeit für eine Dusche und ein paar Häppchen im Restaurant für ein Foto war.

Ich habe mir angewöhnt, in einem Airline- Review auch ein paar Worte zum Hub der Airline zu verlieren. Schließlich gehört das Umsteigen am Heimatflughafen der Airline maßgeblich zur „Experience“ dazu. Doha ist zwar über alle Maßen chaotisch – aber irgendwie auch effizient. Die Wege am Airport sind überschaubar und die Abläufe sitzen. Ich habe keine Ahnung, wie es ist, wenn man seine Reise hier beginnt, aber der Transit ist gut organisiert. Wer seine Reise als First Class Passagier hier beginnt, wird wohl auch vom Chaffeur am Hotel abgeholt. Als Premium- Gast verbringt man dazu die meiste Zeit eh in der Lounge und bekommt von dem Trubel unten auf der Plaza zum Glück wenig mit.

Qatar Airways First Class A380 – Die Kabine

Qatar Airways hat einen Mangel an Flugzeugen, was der Grund ist, warum der A380 überhaupt noch mal abheben darf. Der Mangel hat dazu geführt, dass Qatar Airways einige B777 von Oneworld- Partner Cathay Pacific geleast hat. Diese verfügen praktischerweise auch über eine First Class Kabine, so dass es aktuell zwei First Class Kabinen gibt. Die originale Kabine ist aber natürlich die im Oberdeck des A380. Diese besteht aus acht Sitzen, aufgeteilt in zwei Reihen mit einer 1-2-1- Konfiguration.

Anders als die QSuiten sind die First Class Sitze offen gestaltet – man kann also keine Tür hinter sich zumachen. Auch verfügt der A380 der Kataris über keine Dusche über den Wolken – wohl aber über eine Bar, die direkt hinter der First Class Kabine liegt. Obwohl es keine Dusche an Bord gibt, ist das Badezimmer groß genug. Vom Platzangebot her hätte man hier durchaus auch eine Dusche einbauen können.

Je nach Tageszeit heißt euch die Kabine in blauem oder pinkfarbenen Licht willkommen, was natürlich mit den Beige- und Brauntönen der Innenausstattung korrespondiert. Natürlich ist am Sitz und auf den Kissen auch die Qatar- typische Farbgebung in Burgund sichtbar.

Stilbildend sind neben den weichen sandigen Farbtönen die geschwungenen Formen. Quasi alle Elemente in der Kabine sind abgerundet. Das setzt sich auch im Barbereich fort, der praktisch keine scharfen oder eckigen Kanten aufweist.

Vom Vordermann ist man durch eine „Wand“ in Holzoptik getrennt, in der der Bildschirm des Entertainment- Systems verbaut ist. Die Wand ist aber nicht sehr hoch sondern verhindert Blicke lediglich auf Sitzhöhe. Das Platzangebot ist für acht Passagiere äußerst generös und die Kabine wirkt sogar noch größer, weil keine Overhead Bins verbaut sind. Euer Handgepäck wird also vor dem Start von der Crew verstaut.

Qatar Airways First Class A380 – Der Sitz

Wie gesagt, Fans großer Privatspäre werden von den Sitzen in der First Class vielleicht etwas enttäuscht sein. Allerdings ist es auch nicht so, dass man vollkommen auf dem Präsentierteller sitzt. Die Sitze haben ähnlich wie in der Lufthansa First Class Trennscheiben, die man hochfahren und damit vermeiden kann, dass einem der Nachbar auf den Teller schaut. Die Mittelsitze werden durch eine komplette ausfahrbare Trennwand getrennt. Die Fensterplätze haben die Trennwand in der Armlehne zum Gang. Entsprechend deckt sie auch nur den Bereich der Armlehne ab.

Der Sitz lässt sich natürlich in ein komplett flaches Bett verwandeln, das noch flacher wirkt, weil Qatar Airways noch Auflagen verwendet. So werden jegliche Unebenheiten begradigt und ihr liegt wirklich flach. Da der Sitz auch recht breit ist und keine störenden Verschalungen im Weg sind, können auch „Wühler“ gut schlafen. Ihr könnt euch nach Herzenslust drehen und wenden.

Am Sitz sind natürlich die üblichen Lademöglichkeiten vorhanden. Einen USB- Port findet ihr ebenso wie die obligatorische Universalsteckdose. Ehrlich gesagt, war bei Abflug um zwei Uhr morgens allerdings ausschließlich das Bett von Belang.

Qatar Airways First Class A380 – Speisen und Getränke

Es ging mir schon öfter so: Wenn der Flug Richtung Bangkok in Doha irgendwann lang nach Mitternacht abhebt, möchte man eigentlich nur noch schlafen. Doch sobald man an Bord ist und man sich an die Leckereien erinnert, die Qatar Airways einem auf den Tisch zaubert, bekommt man mindestens wieder etwas Appetit. Hey, it’s a kind of magic.

Qatar Airways verfolgt auch das Dine-on-demand- Konzept, bei dem ihr essen könnt, was ihr wollt und wann ihr wollt. Das hilft bei einem sechsstündigen Flug um ein Uhr morgens nicht so richtig viel, aber das Konzept ist stimmig. Der Gast soll entscheiden, wann er Hunger hat und nicht an den schnellen Service nach dem Start gebunden sein, damit die Crew danach ihre Ruhe hat.

Lewis hat sich – obwohl er schon in der Al Safwa Lounge eigentlich keinen Hunger mehr hatte – noch für den Kaviar- Service mit schottischem Räucherlachs aufgeopfert. Und so ein paar Kleinigkeiten gibt es dann quasi unvermeidlich dazu, so dass wir noch in den Genuss einiger Fotos kommen.

Das First Class Menu von Qatar Airways hätte aus den folgenden Komponenten bestanden, die man sich in beliebiger Reihenfolge und Menge zusammenstellen kann.

Starter:

  • Artisan Brot und Suppe des Tages

Vorspeisen:

  • Kaviar mit schottischem Räucherlachs
  • Crunchy Duck confit Croquettes
  • Waygu Beef Roll mit Thai Lemongrass Dressing
  • Klassische Arabische Vorspeisen

Hauptspeisen:

  • Riesengarnelen mit Zitronen- Butter Sauce
  • Angebratenes Waygu Beef tenderloin mit Massaman Curry
  • Katarisches Hühnchen mit gefüllten Weinblättern
  • Knusprige gebratene Nudeln mit Khao Soi Sauce

Nach der unvermeidlichen Käseplatte wartet dann noch eine feine Auswahl an Desserts auf euch.

Desserts:

  • Pandan Sago Mousse mit Mango- Passionsfrucht Kompott
  • Gefüllter Schokoladen Lavakuchen mit Süßkartoffelcreme, Blaubeeren und Mandelsplittern
  • Frische Beeren mit Rosenwasser- Syrup
  • Auswahl an Gourmet Eiscreme

Wer davon auf dem sechsstündigen Flug mit Qatar Airways First Class noch nicht satt geworden sein sollte, kann sich zum Frühstück noch ein paar „Light Options“ kommen lassen. Dazu gehört die Brunch Platte mit Madras Shrimp open Sandwich, mosaic sushi and vegatable tempura maki roll, Duck Rillettes, Omelette mit hausgemachter Weißwurst und Yuzu White Chocolate Mousse.

Alternativ geht natürlich auch immer das Hummer Sandwich und anderes mehr. Es ist ein Jammer, so einen Flug mitten in der Nacht absolvieren zu müssen.

Getränkeauswahl

Bei der Speisekarte kann man sich bereits ausmalen, dass die Getränkekarte ähnlich extensiv daherkommt. Und in der Tat ist die Champagnerauswahl mit einem Krug von 2004 und einem Bollinger Rosé von 2006 schon exzellent. Bei den Rotweinen testet Qatar Airways offenbar, ob ihr Kenner seid. Denn neben dem hochgelobten Biondi Santi Brunello di Montalcino von 2011, für den ihr im Fachgeschäft schon mal 200 Euro pro Flasche auf den Tisch legt, gibt es mit dem spanischen Bodegas Borsao Zarihs Syrah Campo de Borja DO 2015 eine aufreizend preiswerte Alternative, die ihr schon für um die 15 Euro einkaufen könnt.

Lewis hat es dagegen bei einem schönen Schluck 20 Jahre altem Dow’s Portwein als Absacker belassen. Eine gute Wahl, sind die Tawny Portweine durch die lange Lagerung in Eichenholzfässern und – zugegeben – die Aufspritung auf 20% Vol Alkohol doch besonders vollmundig und damit hervorragend als Dessertweine geeignet. Ich trinke inzwischen praktisch gar keinen Rot- oder Weißwein mehr sondern nur noch Port.

Qatar Airways – Amenity Kit

Qatar Airways ist bekannt und beliebt dafür, nicht geizig mit Geschenken zu sein. Entsprechend umfangreich und werthaltig sind daher meist die Amenity Kits. Bei einem Nachtflug kommt noch ein Pyjama dazu – übrigens bei Qatar Airways auch in der  Business Class. Qatar Airways ist die einzige mir bekannte Airline, die in der Business Class einen Pyjama verteilt. Wer Tipps hat, wo man noch ein stattliches Nachtgewand in der Business Class gestellt bekommt, schreibt mir bitte in die Kommentare.

Qatar Airways hat Anfang 2022 angekündigt, dass man bei den Amenity Kits mit dem französischen Label Diptyque einen neuen Partner der Luxusklasse gefunden habe. Seitdem gibt es in Business und First Class nicht mehr die auch sehr schönes Brics Taschen sondern entsprechende von Diptyque, die neben den üblichen Utensilien wie Socken und Augenmaske eine Reihe von Pflegeprodukten und einen Duft von Diptyque enthalten. Die Amenity Kits sind entsprechend auf männliche und weibliche Fluggäste abgestimmt.

Qatar Airways First Class Amenity Kit

Fazit

Qatar Airways ist nicht umsonst in den letzten zehn Jahren sechs Mal zur besten Airline der Welt gewählt worden. Auch wenn die First Class im Schatten der formidablen QSuite Business Class steht, bietet sie natürlich herausragenden Service. Leider gibt es die First Class im A380 von Qatar Airways voraussichtlich nur noch bis Mitte 2023. Auch sind die Strecken, die mit dem A380 bedient werden, sehr limitiert. Dafür erfordern sie nicht so wahnsinnig viel Meilen. Wer also die Möglichkeit bekommen sollte, die Qatar Airways First Class A380 fliegen zu können, sollte sie nutzen.

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