Singapore Airlines First Class Suites Singapur – Shanghai, A380

Die neuen First Class Suites von Singapore Airlines sind gemeinsam mit Emirates‘ Gamechanger Suite vermutlich das Nonplusultra auf dem exklusiven Markt der First Class Produkte. Sie sind in einigen A380 auf der gleichen Grundfläche im Oberdeck verbaut, auf der vorher zwölf der alten Suiten Platz gefunden haben. Wie es mir auf meinem fünfstündigen Flug nach Shanghai in der First Suites ergangen ist, erfahrt ihr in diesem Review.

Singapore Airlines First Class Suites Singapur – Shanghai: Die Buchung

Singapore Airlines gibt Prämienvefügbarkeiten für seine Erste Klasse nicht an andere Vielfliegerprogramme der Star Alliance heraus, so dass man die Suites nur bei Singapore’s eigenem Krisflyer Programm buchen kann. Für den Flug nach Shanghai habe ich 53.000 Krisflyer Meilen und ein paar Euro Gebühren investiert. Die meisten der Meilen habe ich von meinem Membership Rewards Konto bei American Express herüber geschaufelt. Ich habe spaßeshalber mal geschaut, was der Oneway- Flug kosten würde, wenn ich ihn bezahlen wollte: ca. 2700 Euro wären dafür fällig geworden. Da ist die Investition von 53.000 Meilen ein guter Deal. So hat die Meile einen Gegenwert von 5 Cent gehabt.

Die Onlinesuche nach First Class Suites Verfügbarkeiten ist eine anstrengende Angelegenheit, denn nicht nur sind diese ziemlich rar sondern die Suites wird auch nur auf sehr wenigen Strecken überhaupt eingesetzt. Shanghai ist eine von nur zwei innerasiatischen Zielen mit einer neuen Suites- Bestuhlung (die andere ist Hongkong). Allerdings setzt SIA auf der Strecke nicht ausschließlich den A380 mit der neuen Suite ein sondern nur auf einigen Flügen. Man muss also für jeden Flug noch mal gegenchecken, ob denn auch wirklich die Suites fliegt. Wer Expertflyer hat, checkt dort; ansonsten gibt es auf Seatguru.com auch zumindest schon mal einen Überblick – auch wenn diese Variante nicht wasserfest ist. Außerdem kann man im Rahmen der Buchung bei der Sitzplatzauswahl natürlich schauen, ob einem hier 12 oder 6 Sitze in der 1. Klasse angeboten werden.

SQ830 First Class Kabine
SQ830 First Class Kabine @seatguru.com

Singapore Airlines First Class Suites Singapur – Shanghai: Check In

Da ich in der Nacht aus Kuala Lumpur angekommen war und Lounge Hopping gemacht habe, bin ich leider nicht in den Genuss des First Class Check In gekommen, weil ich keine Lust auf zwei Mal Immigration hatte. Außerdem war ich fälschlicherweise davon ausgegangen, dass es in der First Class Lounge im Terminal 3 Schlafkapseln geben würde. Das war leider nicht der Fall und das Mobiliar, so schön und ausgewählt es auch sein mag, taugt nicht unbedingt, um mal die Augen zuzumachen und sich zurückzulehnen.

Als ich nach Dusche und ausgedehntem Frühstück im Private Room dann schließlich den Weg zum Gate angetreten habe, kam nicht mal die Fahrt mit dem Buggy in Frage, weil das Gate nur ein paar Schritte von der First Class Lounge entfernt war. Da ich meine Bordkarte nach Online- Check In auch schon ausgedruckt hatte, habe ich nicht mal die schöne Bordkarte mit der Goldkante bekommen- und auch nicht die goldene Einladungskarte in den Private Room. Naja, geschenkt.

Am Gate angekommen, erwartete mich dann der Document check, der für die Einreise nach China ohne Visum etwas kribbeliger war als für die Einreise nach Singapur. Normalerweise benötigt man für die Einreise nach China ein Visum, doch seit einiger Zeit gibt es die Möglichkeit eines visafreien Transitaufenthaltes bis zu 144 Stunden an einigen ausgewählten Orten und unter bestimmten Bedingungen. Die Dame am Gate geht alles drei Mal durch. Offenbar musste SIA schon Passagiere aus China wieder mitnehmen, weil sie die Einreisebedingungen nicht erfüllt haben. Für einen Moment durchzuckt mich der Gedanke, wie scheiße es wohl wäre, wenn ich hier so kurz vor dem Eintritt in die Suite wegen irgendeines formalen Fehlers abgewiesen würde.

Aber alles läuft glatt und kurz darauf beginnt auch schon das Boarding, bei dem ich in der ersten Gruppe war. Sonst warte ich immer gerne, weil ich die Zeit in unbequemen Economy- Sitzen auf das Notwendige reduzieren möchte, doch in der Suite konnte ich gar nicht lange genug sitzen. Also die Fluggastbrücke schon etwas angeschickert vom Dom Perignon im Private Room hinauf gestürzt – tolles Gefühl die erste Tür Richtung First Class zu nehmen.

Singapore Airlines First Class Suites Singapur – Shanghai: Die Kabine

Die First Class Kabine im A380-800 von Singapore Airlines besteht genau genommen aus sechs Kabinen. die einzelnen Suiten haben eine Tür, die man zuziehen kann. Sind die Türen offen, schaut man dem Passagier in der gegenüberliegenden Suite allerdings auf den Teller, denn obwohl die Suiten ein bisschen versetzt angeordnet sind, besteht hier Sichtkontakt. Die Suiten 2A/3A sowie 2F/3F kann man zusammenlegen, indem die Trennwand zwischen den Suiten heruntergefahren wird, so dass man in der Mitte der Suite ein Doppelbett über den Wolken hat.

Die First Class verfügt über zwei Toiletten, die mit den Bordtoiletten, die man aus der Economy kennt, nichts gemeinsam hat. Die Toilette links vom Aufgang ist riesengroß mit einem Waschbecken, einem Schminktisch mit Schminkspiegel und einem Stuhl davor, einem herausklappbaren Wickeltisch und im hinteren Bereich dann der Toilette mit gepolstertem Klodeckel. Neben der Toilette ist noch ein weiterer gepolsterter Sitz, dessen Sinn sich mir jedenfalls nicht vollständig erschließt und der wohl das ewige Geheimnis des Konstrukteurs bleiben wird.

Zugang zur First Class hat man entweder vom Main Deck kommend über die Treppe hinauf. Hier hat man dann zunächst die beiden Toiletten rechts und links und dahinter dann je drei Suiten rechts und links. Auf meinem Flug waren gerade mal drei der sechs Suiten belegt.

Die First Class hat natürlich keine Overhead Compartments, so dass einem der Raum insgesamt viel größer vorkommt. Die einzelnen Suiten haben einen spind- ähnlichen Schrank am Eingang, in dem ein Handgepäck Trolley problemlos verstaut werden kann. Auch seine Jacke und einen zusätzlichen Rucksack bekommt man hier bequem unter.

Singapore Airlines First Class Suites Singapur – Shanghai: Der Sitz

Das zentrale Element der Suite ist natürlich der drehbare Ledersessel, wobei er aus Sicherheitsgründen natürlich nicht frei drehbar ist sondern mit einem in der Armlehne eingebauten Panel elektrisch bewegt wird. Die Grundstellung ist in Flugrichtung auf einen kleinen Monitor gerichtet, auf dem man ein vom großen Bildschirm abweichendes Programm abspielen kann. So kann man auf dem kleinen Bildschirm beispielsweise die Airshow laufen lassen, während man auf dem großen TV- Bildschirm einen Film schaut. Zur Rechten hat man in dieser Position eine Ablagefläche, aus der auch zum Essen der relativ große Esstisch herausgeklappt wird.

Links an der Außenwand hat man ebenfalls eine kleine Ablage. Hier befindet sich auch das ipad, mit dem man normalerweise das Entertainment- System steuert. In meinem Fall war dieses leider defekt und der Versuch, es mit dem ipad aus der unbesetzten Neben- Suite zu tauschen, scheiterte an Kompatibilitätsproblemen. Wenn ich auf eine Langstreckenflug ausgiebig Filme hätte schauen wollen, wäre das ärgerlich gewesen, insbesondere weil man das ipad mit ins Bett nehmen kann, während die Fernbedienung in der Armlehne des Sitzes verbaut ist. Als Kopfhörer bekommt ihr hochwertige Bang&Olufsen Kopfhörer mit Noise Cancelling Funktion. Die waren schalldichter als die meisten Kopfhörer, die ich bisher so in der Business Class hatte.

Die Window Blinds werden elektrisch heruntergefahren, wie auch das Licht mit einer Bedienkonsole auf verschiedene voreingestellte Programme gedimmt werden kann.

Das Bett, das an der Wand zur Nachbarsuite hochgeklappt ist, wird auf euren Wunsch jederzeit hergerichtet. Es ist natürlich nicht so breit wie mein Bett zuhause, aber man kann dort sehr viel bequmer schlafen als in einem ausgefahrenen Sitz. Den großen Monitor über dem Bett kann man über die Fernbedienung in der Armlehne des Sessels hin und herschwenken, so dass man überall optimale Sicht hat. Ich hatte gehofft, dass es vielleicht den neuen Star Wars Film geben würde, aber dafür war es wohl selbst in der First Class noch zu früh.

Singapore Airlines First Class Suites Singapur – Shanghai: Entertainment

Im Grunde genommen ist die Suite an sich schon reichlich Entertainment und ich hatte genug damit zu tun, mir all die kleinen Details anzuschauen und mich kulinarisch verwöhnen zu lassen, so dass ich nur einen oberflächlichen Blick auf die Movie- Auswahl hatte.  Es waren deutlich über 100 Filme zur Auswahl; echte aktuelle Blockbuster habe ich aber vermisst. Ansonsten unterscheidet sich die Funktionalität des Entertainment Systems nicht wesentlich von anderen- nur dass der Bildschirm über dem Bett eben sehr viel größer ist.

Wie oben schon erwähnt, wird das System normalerweise mit dem ipad gesteuert (wenn es denn funktioniert). Ich musste leider mit der altertümlichen Fernbedienung in der Armlehne zurecht kommen. Ich habe es dabei belassen, ein bisschen Chill Out Musik mit den hervorragenden Noise Cancelling Kopfhörern von B&O zu hören und dabei die Voyaer Airshow zu verfolgen. Wie gesagt, man könnte die Airshow auch auf dem kleinen Monitor an der Wand laufen lassen, während man auf dem großen Monitor einen Film schaut. Um im Bett fernzusehen, ist der Monitor für meinen Begriff ein bisschen zu hoch, aber es geht schon.

Singapore Airlines First Class Suites Singapur – Shanghai: Catering und Service

Während die Flugbegleiterinnen in der Economy vor allem servieren, sind die persönlichen Assistenten in der First Class eher Butler und das kann einem erst einmal unangenehm sein, wenn man es nicht gewohnt ist. Man wird aber schnell damit zurecht kommen, dass jeder Versuch, etwas selbst zu machen, höflich und professionell abgelehnt wird. Man wird hier von vorne bis hinten gepampert und das Personal ist geschult genug, einen das so selbstverständlich wie möglich empfinden zu lassen.

Man wird persönlich mit Namen angesprochen und es werden einem alle Wünsche von den Augen abgelesen. Teil des außergewöhnlichen Service ist natürlich der vollkommen maßlose Umgang mit der Champagner Flasche. Eine Flasche Krug kostet ca. 400 Euro, der Dom Perignon etwa 250 Euro und es wird permanent nachgeschenkt. Das war mir fast schon etwas zu viel, denn schließlich war es der Morgenflug und ich bin es nicht gewohnt, morgens um 10 Uhr in Champagnerlaune zu geraten.

Dazu gibt es mehrgängige Menus, die man vorab über „Book the Cook“ online buchen kann. Natürlich kann man sich auch für eines der hervorragenden drei Menus aus dem Bordservice entscheiden. Ich habe mich leider für indonesisches Beef Rendang entschieden, was, ehrlich gesagt, nicht sehr gut war. Aber die Gänge drum rum mit Kaviar, einem Süppchen, Salat, dem Dessert und der Käseauswahl waren exquisit. Leider war ich nach dem üppigen Frühstück im Private Room nicht mehr wirklich hungrig. so dass ich bei vielen Gängen einfach nur ein paar Happen probiert habe.

Singapore Airlines First Class Suites Singapur – Shanghai: Amenities

Der einzige Vorwurf, den ich Singapore Airlines machen kann, ist die Knauserigkeit bei den Amenities. Bei jeder Popel- Airline gibt es teilweise selbst in der Economy ein kleines Täschchen mit so ein paar Kleinigkeiten: Zahnbürste + Zahnpasta, Kamm, Ohrstöpsel, Schlafbrille; in der Business Class gibt es dann meist auch noch ein Lip Balm und eine Feuchtigkeitscreme oder so was dazu. In der Singapore Airlines Suites gibt es: NIX.

Natürlich gibt es auf der Toilette am Schminktisch eine Schublade, wo man das Notwendigste findet, doch wäre eine kleine Tasche mit Singapore Logo drauf sicherlich nicht zu viel verlangt. Ich dachte, dass es das nicht gibt, weil es ein Tagflug war, aber auch bei meinem Nachtflug nach Istanbul gab es nichts. Angesichts der Tatsache, dass es bei anderen Airlines in der Business schon kleine Rimowa- Köfferchen gibt, finde ich das schwach.

Immerhin gab es diese beiden Singapore Airlines Teddys, über die sich mein kleiner Sohn sehr gefreut hat.

Singapore Airlines First Class Suites Singapur – Shanghai: Fazit

Das Borprodukt mit diesen geräumigen Suiten ist natürlich herausragend. Der persönliche Umgang ist freundlich und professionell, das Essen war nicht überragend, aber es war gut und ausreichend. Der Geiz bei den Amenities trübt das Gesamtbild nur ein ganz kleines bisschen. Wer auch immer einmal die Gelegenheit bekommt, in einer Suite zu fliegen, sollte diese unbedingt nutzen

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Wer schreibt denn hier?

Singapore Suites Menu

Kai ist jahrelang als Backpacker um die Welt gereist, bis er gemerkt hat, dass man für wenig Geld auch recht luxuriös reisen kann. Auf Loungerocker.de teilt er seine Lounge- und Reise- Erlebnisse mit euch und zeigt euch Wege, wie auch ihr mit wenig Aufwand viel bequemer reisen könnt.

 

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