Lufthansa Business Class Kabine

Buchungsklassen sind für Lufthansa und alle anderen Airlines ein wichtiges Instrument der Preissteuerung. Wenn ihr euch schon mal geärgert habt, dass ihr mehr für ein Flugticket bezahlt habt als euer Sitznachbar, hattet ihr schon mal mit dem System. Welche Buchungsklassen es gibt und wie sie welchen Einfluss auf den Flugpreis nehmen, versuche ich in diesem Artikel zu erläutern.

Lufthansa Buchungsklassen vs. Reiseklassen

Während man von Buchungsklassen als Otto- Normalflieger wenig mitbekommt, kennt natürlich jeder die Reise- bzw. Beförderungsklassen. Diese sind übersichtlich in (höchstens) vier Kategorien unterteilt:

  • First Class
  • Business Class
  • Premium Economy
  • Economy Class

Die Unterschiede zwischen den Reiseklassen sind auf Anhieb zu erkennen. Es gibt unterschiedliche Sitze, unterschiedlichen Service und ein unterschiedliches Niveau an Annehmlichkeiten. Jedem leuchtet ein, dass sich die Preise zwischen den Reiseklassen teils sehr deutlich unterscheiden.

Doch es gibt weitere Preisdifferenzierungen innerhalb der jeweiligen Reiseklassen. Man zahlt also unterschiedliche Preise für denselben Sitz und das gleiche Level an Komfort – und damit sind wir bei den Buchungsklassen.

Welche Buchungsklassen gibt es?

Schauen wir uns zur Veranschaulichung einmal die Buchungsklassen der Lufthansa an. Der Kranich unterteilt seine Reiseklassen in folgende Buchungsklassen:

  • First Class: F, A, O
  • Business Class: J, C, D, Z, P, I
  • Premium Economy Class: G, E, N, R
  • Economy Class: Y, B, M, U, H, X, Q, V, W, S, T, L, K

Den unterschiedlichen Buchungsklassen sind nun jeweils verschiedene Tarife zugeordnet. In der Übersicht sortieren sich die Tarife von links nach rechts in teuer bis preiswert. Eine Sonderstellung haben die Buchungsklassen O, I, R und X. Sie bezeichnen mit Meilen buchbare Prämientickets und können nicht mit Geld bezahlt werden.

Lufthansa Buchungsklassen – wie funktioniert die Preissteuerung?

Lufthansa hat wie jede Airline ein Interesse daran, Flugtickets zum höchstmöglichen Preis zu verkaufen. Auf der anderen Seite will aber auch keine Airline leere Flugzeuge durch die Gegend fliegen lassen. Der Abverkauf der Tickets muss also so gesteuert werden, dass zwar möglichst hohe Ticketpreise erzielt werden, das Flugzeug am Ende aber trotzdem voll ist.

Da sich Tickets nicht ausschließlich zu Höchstpreisen verkaufen lassen, muss eine Preissteuerung her, die es erlaubt, auf Nachfrage flexibel zu reagieren. Das ist vereinfacht gesagt genau die Funktion der Buchungsklassen. Anhand von Erfahrungswerten werden die verfügbaren Sitzplätze den verschiedenen Buchungsklassen zugeordnet. Läuft der Verkauf schleppend, werden mehr Verfügbarkeiten in die günstigen Buchungsklassen T, L und K geschoben. Füllt sich das Flugzeug schneller als erwartet, werden diese günstigen Buchungsklassen für den Verkauf geschlossen und die Ticketpreise steigen.

Zu Ferienterminen oder rund um Feiertage ist die Nachfrage nach Flugtickets erffahrungsgemäß höher und entsprechend weniger Verfügbarkeiten werden für die günstigen Buchungsklassen freigeschaltet. Die Airline kann sich in diesen Zeiten sicher sein, dass sie das Flugzeug auch mit teureren Buchungsklassen voll bekommt. Bricht die Nachfrage ein, kann Lufthansa günstigere Buchungsklassen wieder öffnen und die Preise für Flugtickets sinken.

Es gibt also kein Naturgesetz, nach dem Flugtickets immer teurer werden je näher der Abflugtermin rückt. Doch die Buchungssysteme der Airlines haben dazu gelernt. Last-minute- Firesales wie vor 20 Jahren, als man Tickets im letzten Moment verramschen musste, um noch einen Deckungsbeitrag zu erzielen, sind seltener geworden.

Reiseklassen unabhängig voneinander

Wichtig ist übrigens zu wissen, dass die Preissteuerung für die Buchungsklassen in einer Reiseklasse unabhängig von der Auslastung der anderen Reiseklassen ist. Es kommt also vor, dass die Economy Class eines Fluges sich gut verkauft und die günstigen Buchungsklassen T, L und K früh geschlossen werden. So steigt der Preis für Economy Tickets an. Bei Reisenden setzt jetzt oft der Panikeffekt ein und es wird schnell gebucht, bevor der Flug noch teurer wird. Dadurch steigt der Preis für Economy- Tickets noch schneller, weil sukzessiv günstigere zugunsten der teuersten Buchungsklassen geschlossen werden. Die Buchungsklassen Y, B oder M in der Economy sind normalerweise teurer als die günstigsten Buchungsklassen in der Premium Economy (N) oder sogar der Lufthansa Business Class (P).

Wenn sich Economy Tickets auf einem Flug nun besonders schnell verkaufen – z.B. weil deutsche Mannschaften in der Champions League auswärts spielen – heißt das nicht, dass die Premiumklassen sich im selben Maße verkaufen. So kann es kommen, dass in der Premium Economy immer noch die Buchungsklasse N geöffnet ist, während in der Economy schon M oder gar B verkauft werden. Kuriose Folge: Premium Economy Tickets werden kurzfristig günstiger als Economy- Tickets. Allerdings gleicht sich das natürlich auch sehr schnell aus.

Welche Unterschiede bringen Buchungsklassen den Passagieren?

Während Reiseklassen ganz handfeste und sichtbare Unterschiede haben, existieren die Buchungsklassen erstmal rein virtuell. Trotzdem haben sie auch Auswirkungen auf die Passagiere. So kommen teurere Buchungsklassen in der Regel mit mehr Flexibilität bei Umbuchung oder Stornierung daher. Günstige Buchungsklassen sind hier in normalen (Nicht- Pandemie-) Zeiten deutlich repressiver.

Für Meilensammler hat die Buchungsklasse dazu noch einen ganz erheblichen Einfluss, denn die Höhe der Meilengutschrift hängt auch von der Buchungsklasse ab. Während Lufthansa bei über die eigene Webseite gekaufte Tickets Prämienmeilen nur noch nach dem Ticketpreis vergibt, hängt die Menge der Statusmeilen weiterhin von der Buchungsklasse ab. Wie viele Meilen euch für welche Buchungsklasse gutgeschrieben werden, könnt ihr bei Where to credit rausfinden. Bei Lufthansa gibt es je nach Buchungsklasse 25% bis 300% der Entfernungsmeilen gutgeschrieben. Bei anderen Vielfliegerprogrammen sind einige Lufthansa Buchungsklassen dagegen vom Meilensammeln ausgeschlossen, weshalb es wichtig ist, seine BK zu kennen. Lest euch dazu am besten auch meinen Artikel Miles & More Meilengutschrift für Flüge durch.

Wo finde ich bei Lufthansa die Buchungsklassen?

Wenn ihr einen Flug buchen wollt, kann es ggf. wichtig für euch sein, in welche Buchungsklasse euer Ticket gebucht wird. Ich sammle meine Statusmeilen beispielsweise bei Asiana Club und dort gibt es für die günstigste Business Class Buchungsklasse P keine Meilen. Die meisten Online Travel Agencies (OTA) bilden leider Buchungsklassen im Buchungsverlauf nicht ab. Man bucht also im Blindflug ohne zu wissen, in welcher BK man landet. Einzige mir bekannte Ausnahmen sind Expedia und Jetbeds, die einem die Buchungsklasse der jeweiligen Tarife vor der Buchung anzeigen. (Hier geht’s zu den tagesaktuellen Lufthansa Business Class Deals).

Lufthansa selbst ist da deutlich kundenfreundlicher und zeigt die jeweiligen Buchungsklassen im Buchungsverlauf an. So kann man sich schon vorher ausrechnen, welche Meilengutschrift man erwarten kann. Auch aus dem elektronischen Ticket geht die Buchungsklasse hervor und schließlich ist diese auch auf eurem Boarding Pass aufgedruckt.

Tagesaktuelle Lufthansa Business Class Deals findet ihr übrigens hier.

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Lufthansa Buchungsklassen – Fazit

Das System der Buchungsklassen bei Lufthansa wie bei anderen Fluggesellschaften auch ist ein fein abgestimmtes System zur Preissteuerung, das den Airlines einerseits eine ordentliche Marge garantieren und andererseits halbleere Flugzeuge verhindern soll.

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Wer schreibt denn hier?

Loungerocker Kai in der Singapore Airlines Suites Class

 

Kai ist jahrelang als Backpacker um die Welt gereist, bis er gemerkt hat, dass man für wenig Geld auch recht luxuriös reisen kann. Auf Loungerocker.de teilt er seine Lounge- und Reise- Erlebnisse mit euch und zeigt euch Wege, wie auch ihr mit wenig Aufwand viel bequemer reisen könnt.

 

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