Miles and More Meilen – kann man sie übertragen?

Keine Kommentare
Miles&More
Miles & More Meilentransfer

Vermutlich hat sich jeder Meilensammler bei Miles and More schon mal gefragt, ob man Miles and More Meilen zu einem anderen Account übertragen kann. Die überraschende Antwort lautet: Ja. Seit Mitte 2019 ist es tatsächlich möglich, eure ungenutzten Prämienmeilen an einen anderen Teilnehmer von Miles and More zu übertragen. Wie das funktioniert und wie viel das kostet, erfahrt ihr hier.

Miles and More Meilen übertragen für 1 Cent pro Meile

Seit 2019 gibt es ausschließlich in der Miles and More App die Möglichkeit, eure Prämienmeilen gegen eine Gebühr zu einem anderen Miles and More Teilnehmer zu übertragen. Dies hat mich eigentlich überrascht, da hierdurch natürlich das Risiko steigt, dass ein (illegaler) Handel mit Meilen entsteht bzw. sich ausbreitet. Dem versucht Miles and More durch eine Transfergebühr in Höhe von 10 Euro je 1000 Prämienmeilen einen Riegel vorzuschieben, weil ein Meilenkauf kaum noch rentierlich ist, wenn man schon einen Cent für die Übertragung zahlen muss. Da der Wert einer Meile aber bei richtiger Einlösung durchaus auch mal fünf Cent oder sogar noch mehr betragen kann, kann sich die Übertragung natürlich lohnen –  insbesondere, wenn der Sender einem die Meilen kostenlos überlässt, weil er z.B. das Meilensammeln eingestellt hat.

Oft sammelt man auch ungewollt Meilen in Programmen, bei denen man nie genug Meilen zusammen bekommen wird, um damit irgendetwas anfangen zu können. Bei mir liegen ein paar Tausend Meilen z.B. bei Finnair Plus rum, weil ich zu spät meine BAEC- Nummer hinterlegt habe. So gibt es sicherlich auch Miles and More Mitglieder, die eigentlich in einem anderen Vielfliegerprogramm sammeln, aber ein paar Meilen für einen Condor- oder Eurowings- Flug bei Miles and More liegen haben.

Miles and More Meilen übertragen – wie funktoniert das?

Die Funktion für den Meilentransfer gab es zunächst exklusiv in der Miles and More App. Mittlerweile gibt es auch eine Webseite von Loylogic, auf der ihr Meilen übertragen könnt. In der Miles and More App klickt ihr unten rechts auf die drei Punkte (…) mit der Beschriftung „Mehr“ und scrollt dann runter zu „Meilenschutz & Transfer“. Wenn ihr hier draufklickt, werdet ihr zu dem Miles and More Partner Loylogic umgeleitet.

Im nächsten Schritt wählt ihr die Zahl der zu übertragenden Meilen aus einem Dropdown Menu aus. Ihr könnt mittlerweile maximal 100.000 Meilen pro Jahr übertragen. Der Preis für den Meilentransfer beträgt immer unabhängig von der Zahl der Meilen einen Cent pro Meile. Transferiert ihr also die Höchstzahl an Meilen, kostet das 1000 Euro. Um eure Miles and More Meilen übertragen zu können, benötigt ihr natürlich die Servicekartennummer des Meilen- Empfängers.

Die Meilen werden euch unmittelbar nach der Transaktion abgezogen und in der Regel ebenso schnell dem Empfänger gutgeschrieben. Im Einzelfall kann die Übertragung einen bis drei Tage dauern.

Die Gebühren könnt ihr mit gängigen Zahlungskarten wie Debit- oder Kreditkarten bezahlen. Bei den Kreditkarten werden Mastercard, VISA, AMEX oder Diners Card akzeptiert. Ihr könnt auch die Währung, in der ihr die Transfergebühr bezahlen möchtet, in einem Dropdown Menu wählen. Für die meisten Teilnehmer wird die Zahlung in Euro Sinn ergeben. Doch ihr könnt auch z.B. in Schweizer Franken, US Dollar oder Britischen Pfund (und noch einigen weiteren Währungen) zahlen.

Die Zahl der zulässigen Transaktionen pro Jahr ist unbegrenzt. Der limitierende Faktor ist hier die Höchstmenge an Miles and More Meilen von 100.000 Meilen, die ihr pro Kalenderjahr übertragen dürft. Ein eventueller Meilenvorschuss, den ihr als Statusinhaber von Miles and More habt, kann nicht übertragen werden.

Meilentransfer – lohnt sich das?

Bei der Frage, ob sich diese Form des Meilentransfers von einem Miles and More Konto zu einem anderen lohnt, geht es praktisch wieder um den Wert einer Meile. Wenn ich in der Lage bin, mit den transferierten Meilen einen höheren Wert zu erzielen als die Gebühr von einem Cent, dann kann sich das natürlich lohnen.

Auf der anderen Seite gibt es allerdings auch jede Menge andere Möglichkeiten, günstig Miles and More Prämienmeilen zu sammeln. Die Frage bleibt also: gibt es noch andere sinnvolle Einlösemöglichkeiten für die Meilen, als sie gegen Entgelt zu jemand anderem zu transferieren. Das wäre dann natürlich immer vorzuziehen.

Wenn ihr tatsächlich nur eine geringe Menge an Miles and More Meilen in eurem Konto habt, mit denen ihr nichts anderes anfangen könnt, ist ein Transfer natürlich sinnvoller als die Meilen verfallen zu lassen. Mehr zu den Verfallsregeln lest ihr im Artikel Miles and More Meilen – wann verfallen sie?

Bedenkt, dass die Mindestmenge für einen Meilentransfer 500 Meilen sind.

Miles and More Meilen verschenken

Ihr könnt eure Meilen natürlich auch spenden und dafür wird euch auch keine Transaktionsgebühr berechnet. Allerdings sind die Meilen dann auch weg – was irgendwie auch nicht Sinn der Sache ist.

Miles and More hat eine Partnerschaft mit der help alliance, die verschiedene Projekte weltweit betreut. Allen gemeinsam ist, dass Kinder von den Projekten profitieren. Was ich ganz schön finde, ist, dass es konkrete Projekte sind, also z.B.

  • Nahrhafte Mahlzeit für rund 50 Kinder in Afrika für 5000 Prämienmeilen
  • Pädagogische Betreuung von drei Kindern für sechs Monate in Südamerika für 10.000 Prämienmeilen
  • Schulgeld, Unterrichtsmaterial und Uniform für sechs Kinder in Indien für 3000 Meilen

Ich bin durchaus ein Fan solcher Projekte, aber nicht unbedingt ein Fan davon, Meilen dafür aufzuwenden. Mir sind persönlich Kampagnen lieber, bei denen ich für konkrete Projekte Geld spenden kann. Meine Meilen löse ich dann doch lieber für Prämienflüge ein. Aber das muss ja nicht jedem so gehen und deshalb geht es hier zu den Projekten der help alliance.

Warnung vor dem Meilenverkauf im Internet

Meine Vermutung ist, dass Miles and More mit dieser Möglichkeit, legal seine Meilen übertragen zu können, den Sumpf an illegalen Angeboten für Meilenverkäufe im Internet trockenlegen möchte.

Wenn ihr euch für das Meilensammeln interessiert, werdet ihr vielleicht bei Facebook oder anderswo im Internet schon mal Werbung von Meilenaufkäufern gesehen haben. Es gibt ständig wechselnde Plattformen im Internet, die Meilen von vielen verschiedenen Vielfliegerprogrammen aufkaufen. Man verspricht euch dort schnelles Geld für eure Meilen – wenn auch in der Regel deutlich unter dem eigentlichen Wert. Angeboten wird der Ankauf von Meilen, die eine harte Verfallsregel haben. Meilen, die man dagegen mit einer einfachen Transaktion verlängern kann, sind bei diesen Plattformen weniger beliebt.

Das Geschäftsmodell dieser Plattformen besteht darin, günstig Meilen einzukaufen und dann Prämienflüge in der Business oder First Class gegen Geld zu verkaufen.Dabei werden die Meilen in der Regel nicht transferiert sondern ihr gebt den Käufern Zugriff auf euer Miles and More Konto, die dann mit euren Meilen Flüge buchen, die sie an andere Kunden verkauft haben.

Ich bin in einer Facebook Gruppe, in der vor ein paar Monaten ein Mitglied plötzlich sehr offensiv begann, günstige Business Class Flüge mit bestimmten Airlines zu bestimmten Zielen anzubieten. Der Preis war mit ca. 1500 Euro für einen Langstreckenflug nach Südostasien dabei nicht mal so konkurrenzlos günstig, dass man ein solches Angebot nicht auch in einem (legalen) Sale hätte finden können. Dieses Gruppenmitglied hatte Kontakt zu solchen Meilenaufkäufern und er hat den Interessenten in privaten Chats auch gesagt, dass es sich um Prämienflüge handeln würde.

Flugbuchungen mit gekauften Meilen werden gelöscht

Es haben in dieser Gruppe über den Zeitraum von ein, zwei Monaten etwa 50 Personen Flüge gebucht. Es kam, wie es kommen musste. Irgendwann gingen bei den verwendeten Vielfliegerprogrammen die Sicherheitssysteme an. Das passiert vor allem dann, wenn viele Prämienflüge auf andere Namen als den des Accountinhabers gebucht werden.

Da die gewerbliche Nutzung von Prämienmeilen in den Teilnahmebedingungen jedes Vielfliegerprogramms untersagt ist, wurden die missbräuchlich verwendeten Meilen einfach gelöscht. Das wiederum führte bei den Kunden, die Flüge gebucht hatten, dazu, dass die Flüge plötzlich als „nicht bezahlt“ aufpoppten.

Wenn ihr eure Meilen an solche Plattformen verkauft, habt ihr zwar das Geld dafür erst mal in der Tasche, doch da die Flüge in der Regel über euren Account gebucht werden, kann es trotzdem zu Problemen führen.

Häufige Fragen

Kann ich Miles and More Meilen zu Payback übertragen?
Miles and More Meilen könnt ihr nicht zu Payback übertragen. Es geht nur der umgekehrte Weg. Ihr könnt also eure Payback Punkte im Verhältnis 1:1 in Meilen umwandeln, aber keine Meilen in Payback Punkte.
Kann ich Miles and More Meilen zu Krisflyer übertragen?
Ihr könnt Miles and More Meilen leider nicht zu anderen Vielfliegerprogrammen übertragen. Anders als z.B. Avios, die zwischen verschiedenen Programmen transferiert werden können, sind Miles and More Meilen nur bei Miles and More verwendbar.
Kann man Miles and More Meilen verschenken?
Direkt verschenken kann man Miles and More Meilen nicht, aber ihr könnt sie für einen guten Zweck spenden. Miles and More arbeitet mit help alliance zusammen, die viele Projekte in Asien, Afrika oder Südamerika durchführen, bei denen Kindern geholfen wird. Wollt ihr dagegen eure Meilen einer bestimmten Person vermachen oder überlassen, so müsst ihr die Meilen gegen die o.g. Gebühr transferieren.

Miles and More Meilen übertragen – Fazit

Anders als das Meilenpooling kann man den Meilentransfer mit beliebig vielen anderen Miles and More Mitgliedern durchführen, um z.B. verwaiste Meilen zusammen zu führen. Der Preis von einem Cent pro Meile kann durchaus Sinn ergeben, wenn man die Meilen nicht noch zusätzlich bezahlt (was ohnehin nicht erlaubt wäre). Von Angeboten von Meilenaufkäufern sollte man dagegen Abstand nehmen.

Als Langzeit- Auslandskrankenversicherung empfehle ich die HanseMerkur*, die als eine der wenigen keinen Pandemie- Ausschluss in ihren AGV hat.

Der Artikel enthält Links zu externen Seiten. Links, die mit einem (*) gekennzeichnet sind, führen zu Partnerseiten. Wenn ihr auf diesen Seiten etwas kauft, einen Flug bucht o.ä., dann bekomme ich vom Anbieter eine kleine Provision. Der Preis ändert sich für euch dadurch natürlich nicht.


Miles & More Meilen sammeln mit Eurowings Kreditkarte

  • 1.500 Miles & More Meilen Willkommensbonus
  • 69 Euro Jahresgebühr gibts im ersten Jahr geschenkt
  • Keine Fremdwährungsgebühren, keine Gebühren für Bargeldabhebung
  • Auslandskrankenversicherung ohne Selbstbeteiligung
  • Mietwagen- Vollkaskoversicherung
  • Fastlane- Nutzung an 22 europäischen Flughäfen und andere Statusvorteile
  • Priority Check in, kostenloses Sportgepäck
  • Eine Miles & More Meile pro ausgegebenen zwei Euro

Das könnte auch interessant sein:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Sie müssen den Bedingungen zustimmen, um fortzufahren.

Teilen
Teilen
Teilen