Cathay Pacific Business Class

Bei Cathay Pacific konnte ich wieder einmal erkennen, dass Business Class nicht gleich Business Class ist sondern dass es extrem auf den Flugzeugtyp und damit verbunden die Bestuhlung in der Kabine ankommt. So hatte ich kurz nacheinander einen der besten und einen der schlechtesten Business Class Flüge. Beginnen wir mit dem guten Flug.

Cathay Pacific Business Class A330-300: Die Buchung

Gebucht habe ich den Flug von Shanghai nach Hongkong mit Avios beim British Airways Executive Club. Genau genommen habe ich einen Flug von Shanghai nach Bangkok gebucht. Gezahlt habe ich dafür 33.000 Avios und ca. 68 Euro Zuzahlung. Hongkong war bis vor kurzem eines der Länder, die die Erhebung von so genannten Treibstoffzuschlägen, die nicht anderes als Zuschläge der Airline auf den Ticketpreis sind, gesetzlich verboten hatten. Diese Regelung ist zwar inzwischen gekippt, doch nur wenige Airlines machen im Moment von der neuen Freiheit Gebrauch, so dass es weiterhin sehr günstig ist, Prämienflüge ab Hongkong zu buchen (zum System der Airline- Zuschläge und wie ihr sie vermeiden könnt).

Den Online- Service von Cathay Pacific kann man leider anders als die Crews an Bord, die ich bisher erleben durfte, vergessen. Bei der Übertragung meiner persönlichen Daten von British Airways zu Cathay Pacific ist bei letzteren etwas durcheinander geraten. Statt der (korrekten) Reihenfolge HERR VORNAME NACHNAME wurde bei Cathay Pacific daraus NACHNAME, VORNAME HERR, so dass ich plötzlich einen neuen Mittelnamen „Herr“ hatte.

Ich nutze also den Online Chat und habe auch schnell einen Menschen am anderen Ende der Datenleitung. Vielleicht wäre ein Chatbot aber hilfreicher gewesen, denn alles, was der Mitarbeiter für mich getan hat, war… nichts.

Ich erkläre ihm, dass die Systeme bei seinem Arbeitgeber Anrede und Mittelnamen verwechselt haben und bitte ihn, den Fehler zu korrigieren. Er fühlt sich genötigt, die Computersysteme seines Arbeitgebers in Schutz zu nehmen und erklärt patzig, dass man in Hongkong wohl kaum wissen könne, dass Herr eine deutsche Anrede und kein Mittelname sei.

Ich kürze das mal ab: Ergebnis des unfreundlichen Chats mit dem patzigen Mitarbeiter war, dass ich besser kostenpflichtig noch mal buche, da mir ansonsten Einreiseverweigerung drohen würde. Gut, dass es solche Leute bei Cathay nicht in die Kabine schaffen… am Ende bin ich mit einem anderen Namen auf meinem Ausreiseticket als in meinem Reisepass in die Volksrepublik China eingereist. Auch eine Erfahrung.

Cathay Pacific Business Class A330-300: Der Check In

Check In in Shanghai war zum Glück schon sehr früh auf, so dass ich schnell einchecken und dann noch laaaange in die hervorragende Cathay Pacific Lounge in Shanghai gehen konnte. Kurzer Blick auf Vor- und „Mittelnamen“, Kopfschütteln, Ausdrucken der Bordkarten, Guten Flug. Geht doch!

Sitzplätze hatte ich mir natürlich schon online kostenlos reserviert und auch schon online eingecheckt. Es war trotzdem gut, dass ich noch zum Check In gegangen bin, denn hier wurde mir die Einladungskarte für die Lounge ausgedruckt, die man in China offenbar unbedingt vorzeigen muss, um in die Lounge gelassen zu werden.

Cathay Pacific Business Class A330-300: Die Kabine

Die Business Class an Bord des A330-300, den es bei Cathay Pacific auch noch in einer Variante mit 3- Klassen- Bestuhlung zu geben scheint, bestand aus zehn Reihen, die in 1-2-1- Konfiguration angeordnet sind. Sieben Reihen sind vor der Galley, drei dahinter. Ist immer Ansichtssache, ob hinten wirklich mehr Privatsphäre herrscht. Im schlechtesten Fall latschen alle Nase lang Economy- Passagier an einem vorbei und nutzen das Business Class- Klo. Die Sitze sind in der so genannten Reverse- Heringbone versetzt ausgerichtet. Die Außensitze sind dabei zum Fenster gewandt, während die Mittelplätze einander zugewandt sind, was natürlich schön ist, wenn man zu zweit reist.

Business Class Cathay Pacific A330-300
Business Class Cathay Pacific A330-300 @seatguru.com

Mir gefallen Sitze mit Privatsphäre immer besser als die offenen Kabinen z.B. der Lufthansa- Gruppe. Für Alleinreisende und Nachtflüge ist das hoch komfortabel.

Cathay Pacific Business Class A330-300: Der Sitz

Die Sitze sind mit sehr hohen Verschalungen ausgestattet, so dass eine hohe Privatspäre gewährleistet ist. Ich hatte einen einzelnen Fensterplatz, aber auch die Mittelsitze, die zwar einander zugewandt sind, können mit einer ausziehbaren Trennwand abgeschirmt werden.

Die Sitze lassen sich natürlich zu einem flat bed ausfahren. Das war auf dem gut dreistündigen Tagflug nicht unbedingt ausschlaggebend, aber ich habe das mal getestet und selbst mit meinen 1,92 Meter hatte ich genügend Platz. Das Bett wird am Ende von einem Ottomanen verlängert, auf dem man bei nicht ausgefahrenen Bett die Füße ablegen kann.

Den Sitz kann man mit der Schaltfläche in der Konsole stufenlos verstellt werden. Allerdings sind Rückenlehne und Fußstütze nicht einzeln verstellbar sondern nur in der Gesamtbewegung Richtung Bett. Ich kann mir vorstellen, dass ich mir das auf einem Langstreckenflug auch gerne etwas individueller einstellen wollen würde, aber man sitzt natürlich auch so hochbequem.

Die Armlehne zum Gang hin ist absenkbar, so dass man sich nicht auf seinem Sitz herausschälen muss, um auf den Gang zu kommen. Das ist vermutlich gerade für große und übergewichtige Passagiere ein wichtiges Feature.

In der Konsole neben dem Kopf sind Netzsteckdose mit 110V und USB- Anschluss verbaut. Dahinter befindet sich eine kleine Klappe zu einer Ablage, wo vor dem Start die Noise Cancelling Kopfhörer verstaut sind. Der Bildschirm des Entertainment Systems lässt sich schräg nach hinten wegklappen. Im Fußbereich befindet sich noch eine Verstauungsmöglichkeit für etwas Schmales wie Laptop etc. Ich habe hier meine Schuhe untergebracht- ging auch.

Der ausklappbare Tisch für das Menu schwingt aus der Seitenkonsole heraus und ist deutlich größer als die Economy Tische. Er ist zudem in der Höhe ein Stück weit anpassbar, so dass man beim Essen nicht eingeklemmt wird, wenn man den Sitz ein bisschen in bequemere Position verstellt.

Cathay Pacific Business Class A330-300: Entertainment System

Der Bildschirm des persönlichen Entertainment Systems ist riesengroß und wird aus dem Vordersitz herausgeklappt. Bedient wird das Personal Entertainment System per Touchscreen oder per altertümlicher Fernbedienung, die in der Konsole neben einem verstaut ist.

Die Flightshow, auf die ich mich auf der Mittelstrecke meist beschränke, war in 3D. Die Auswahl an Filmen, Serien und Musik war gut, ohne dass mir beim flüchtigen Überfliegen nun die ganz großen Highlights aufgefallen wären. Eine große Auswahl an Filmen ist mir persönlich nur auf Langstreckenflügen wichtig und da auch nur, wenn es Tagflüge sind.

Die Noise Cancelling Kopfhörer haben ihre Funktion voll erfüllt. Ich habe mich nach dem Essen ein bisschen mit Chillout Musik berieseln lassen und der Klang war absolut brillant.

Cathay Pacific Business Class A330-300: Der Service

Die Crew war eine der freundlichsten und lustigsten, die ich bisher erlebt habe; dabei aber immer hochprofessionell. Lachende Flight Attendants sind sicherlich nicht jedermanns Sache, aber mir hat es gefallen.

Zur Begrüßung gab es die obligatorische Auswahl aus Piper Heidsieck Brut Champagner oder Softdrinks. Ich hatte in der Lounge eine solide Grundlage geschaffen und mich deshalb für den Schampus entschieden. Nach dem Start wurde dann das Mittagessen serviert. Zur Auswahl standen Chicken in einer Pfeffersauce, gegrillter Lachs oder Beef koreanisch. Mir war nach Lachs und die Wahl habe ich nicht bereut. Der Tisch wurde mit Stoff- Tischdecke eingedeckt, wie es sich gehört. Der Hauptgang kam in Porzellan- Schale und war nicht überragend angerichtet, aber sehr lecker.

Als Dessert gab es Häagen Dazs Eiscreme, die zwar auch lecker ist, aber ein bisschen Auswahl hätte das Menu insgesamt abgerundet.

Die Crew war während des gesamten Fluges in der Kabine präsent und hat sich regelmäßig nach Wünschen erkundigt. Hat mir insgesamt wirklich sehr gut gefallen.

Cathay Pacific Business Class A330-300: Fazit

Cathay Pacific hat seine fünf Sterne zu Recht. Die Kabine im A330-300 gefällt mir sehr gut, die Crew war freundlich und immer da, wenn man was wollte. Ein sehr guter Grund, in nächster Zeit mal häufiger Oneworld zu fliegen.

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Wer schreibt denn hier?

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Kai ist jahrelang als Backpacker um die Welt gereist, bis er gemerkt hat, dass man für wenig Geld auch recht luxuriös reisen kann. Auf Loungerocker.de teilt er seine Lounge- und Reise- Erlebnisse mit euch und zeigt euch Wege, wie auch ihr mit wenig Aufwand viel bequemer reisen könnt.

 

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