Air France Business Class Review Paris- Nairobi

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Business Class

Ich bin kürzlich mit der Air France Business Class von Hannover über Paris nach Nairobi geflogen. Wie mir mein erster Flug mit Air France seit zehn Jahren gefallen hat und was euch in der Air France Business Class im Dreamliner erwartet, erzähle ich euch ini diesem Review.

Air France Business Class Review – Buchung, Check In und Boarding

Gebucht habe ich den Flug über das AMEX Offer, bei dem es 200 Euro Cashback bei einer Flugbuchung ab 1500 Euro bei Air France gab. Das Ziel habe ich danach ausgewählt, dass ich auf einer Strecke Air France und auf dem Rückflug KLM fliegen wollte. Außerdem wollte ich auf beiden Strecken die jeweils neueste Business Class im Dreamliner haben und nicht in einer Uralt Business Class mit 2-3-2- Konfiguration fliegen. Alle Anforderungen erfüllte in dem Preissegment knapp über 1500 Euro nur die Strecke nach Kenia.

Der Hinflug war also ab Hannover mit Air France. Die Abflugszeit ab Hannover um 6:25 Uhr passte mir zwar nicht wirklich, aber so schlimm würde es schon nicht werden. Doch, wurde es.

Kenia gehört leider zu einem der Länder, die noch ein paar Corona- Restriktionen in Kraft haben und für das man ein Visum benötigt. In der Kombination führte das dazu, dass ein Online Check In zwar möglich war, ich die Bordkarte aber am Schalter abholen musste. Dann macht natürlich der Online Check In keinen Sinn. Als nächstes ergab sich, dass mein Flug genau am ersten Tag der niedersächsischen Sommerferien stattfinden würde und die personelle Lage am Flughafen Hannover genau so bescheiden ist wie im Rest der Republik. Natürlich gab es auch in Hannover unter diesen Bedingungen keine Fastlane für Business Class Passagiere. Ein Super- Einstieg in die Reise.

Also hieß es, um 3:30 Uhr am Flughafen zu sein, um meine Bordkarte abzuholen – und zu hoffen, dass ich irgendwie rechtzeitig ans Gate kommen würde. Eigentlich würde man meinen, dass das mitten in der Nacht kein so großer Akt sein kann. Doch muss man dazu wissen, dass Hannover kein Nachtflugverbot hat und über die Hälfte der täglichen Flüge vor 8 Uhr morgens abgehen.

Loungebesuch

Immerhin wurde ich in Hannover freudig überrascht, dass die Karl- Jatho Lounge nun nicht mehr landseitig sondern hinter der Sicherheitskontrolle ist. So konnte ich in Hannover zumindest noch einen Kaffee trinken.

In Paris war ich im Non Schengen Bereich des Terminal 2E an den M- Gates. Die dortige Air France Lounge war in den Morgenstunden gut besucht aber nicht überfüllt. Ich hatte nach dem konfusen Hin und Her am Charles de Gaulle Flughafen gerade noch eine knappe Stunde in der Lounge, von der ein Großteil für eine Dusche draufgegangen ist.

Connecting am CDG Airport

Charles de Gaulle in Paris gehört nicht nur zu den größten Flughäfen Europas sondern wahrscheinlich auch zu den am schlechtesten organisierten. Ich beziehe das Flughafenerlebnis mittlerweile immer mit in ein Review mit ein, denn mit jeder Airline bekommt man nun mal das Erlebnis an derem Hub mit dazu.

In meinem Fall war das Erlebnis eben „Connecting von Schengen nach Non- Schengen“. Vom Ankunftgate bzw der Parkposition auf einer Außenposition bis zum Abfluggate war ich geschlagene anderthalb Stunden unterwegs. Ihr solltet also genug Zeit für einen Umstieg in Paris einplanen.

Mit dem Bus wird man von der Außenposition zunächst in einen zentralen Bereich gebracht, wo alle Non Schengen Passagiere die Passkontrolle durchlaufen. Es gibt also offenbar nicht in jedem Terminal eine Passkontrolle. In meinem Fall hieß das also: Nach der doch sehr zähen Passkontrolle weiter mit dem nächsten Bus in das Abflugterminal. Ich bin mir sehr sicher, dass hier für den Flughafenbetreiber und Air France erhebliches Optimierungspotential besteht.

Beinhaltet AF838 einen Fifth Freedom Flight?

Der Flug an sich von Paris nach Nairobi beinhaltet einen Zwischenstopp in Sansibar, Tansania. Das wird den einen oder anderen Afrika- Kenner irritieren, denn Sansibar ist weiter von Paris entfernt als Nairobi. Tatsächlich fliegt man auf dem Weg nach Tansania über Nairobi. Der Endpunkt des Fluges ist daher eigentlich Sansibar – und auf dem Rückweg von Sansibar nach Paris macht der Flug einen Stopp in Nairobi.

Das könnte eine schöne Gelegenheit für Aviation Geeks sein, einmal die Air France Business Class im Dreamliner auf einer Kurzstrecke kennenzulernen. Doch leider scheint Air France die Kurzstrecke – zumindest im Sommer – nicht zu verkaufen. Die Passagiere, die dort zusteigen, sind also Langstreckenpassagiere auf dem Rückflug nach Paris. Der Zwischenstopp wird auch nur auf einer Route – eben dem Rückflug nach Paris – eingelegt.

Für normale Menschen ist dieses Routing extrem nervig, weil es den Flug nach Nairobi um ungefähr zwei Stunden verlängert. Für Menschen wie mich kann die Zeit an Bord eines Flugzeugs – zumindest in der Business Class – gar nicht lang genug sein. Der Reinigungscrew beim Saubermachen des Flugzeugs zuzuschauen, hat mich allerdings einmal mehr bestärkt, die Hygiene an meinem Platz besser mit ein paar Desinfektionstüchern in die eigene Hand zu nehmen.

Air France Business Class Review B787 – Die Kabine

Die Business Class Kabine umfasst die Reihen eins bis acht im Dreamliner von Air France. Anders als andere Airlines hat Air France hinter der Galley keine kleinere zweite Business Class Kabine. Stattdessen befindet sich hier bereits die Premium Economy.

Die Air France Business Class in der B787-9 ist in 1-2-1- Konfiguration ausgelegt, wobei die erste Reihe nur aus zwei Sitzen and den Fenstern besteht. Insgesamt gibt es also 30 Business Class Sitze, die in Reverse Heringbone Anordnung verbaut sind. Dabei  sind sich die beiden mittleren Sitze jeweils zugewandt, während die beiden Außensitze Richtung Fenster ausgerichtet sind. Das Muster ähnelt einer Fischgräte. Anders als bei der Herringbone Anordnung ist bei der Reverse Herringbone der Außensitz nicht der Mitte sondern dem Fenster zugewandt, was für mehr Privatsphäre auf diesen Plätzen sorgt.

Air France Business Class Kabine B787

Air France Business Class Kabine B787

Die Sitze in der Mitte sind dagegen ideal für gemeinsam Reisende. Man kann aber auch als Alleinreisender einen Mittelplatz nehmen, da sich zwischen den beiden Mittelsitzen eine Trennwand hochfahren lässt. Die Außensitze sind zu den Mittelsitzen etwas versetzt verbaut. Auch das sorgt für ein wenig mehr Privatsphäre, weil man dem Nebenmann dann nicht andauernd auf den Teller schauen kann.

Leider war die Business Class auf dem Flug restlos ausgebucht. Ich hatte mich beim Boarding zwar an die Spitze der Priority Schlage geschlichen, doch wurde das Boarding dann einfach von der anderen Seite begonnen. So war ich nicht mehr Erster sondern Letzter und entsprechend gibt es nur wenig Bilder von der Kabine.

Die Air France Business Class im Dreamliner verfügt über zwei Toiletten, die beide im vorderen Bereich der Kabine – also direkt hinter dem Cockpit – sind. Die Toiletten sind mit Pflegeprodukten von Clarins bestückt. Hinter der Business Class Kabine gibt es keine Toiletten sondern dort befindet sich die Galley for den Premium Economy und Economy Bereich.

Welches sind die besten Sitze in der Air France Business Class?

Wie gesagt, alle Business Class Sitze im Dreamliner von Air France sind in einer Kabine. Es gibt also keinen privateren Bereich hinter der Galley, weil hier bereits die Premium Economy beginnt.

Die Sitze sind weitgehend identisch. Ihr habt also überall die gleiche Beinfreiheit und den gleichen Platz. Es hängt also von euren persönlichen Vorlieben ab, wo ihr sitzen möchtet. Tendenziell sind sicherlich die Einzelplätze am Fenster besser für Alleinreisende geeignet und die Mittelplätze für Paare. Wer viel schlafen will, wird zudem vermutlich auf einem Platz in der Mitte der Kabine besser aufgehoben sein als in der ersten oder letzten Reihe. Der Geräuschpegel ist vorne und hinten durch Galley oder Toiletten schon ein bisschen höher und kann beim Schlafen ggf. stören.

Air France Business Class B787-9 – Der Sitz

Ich habe mir traditionell wieder einen Platz am Fenster in der letzten Reihe gesichert. Seatguru weist bei diesen Sitzen immer darauf hin, dass die Nähe zu Bordtoiletten oder – in diesem Fall – zur Galley als störend empfunden werden kann. Ich bin immer ganz froh, niemanden mehr hinter mir zu haben, dem ich mit Videoaufnahmen oder Schnarchen auf den Keks gehen könnte. Auch gefällt mir der Blick auf die Kabine ganz hinten besonders gut.

Die Sitze in einer Reverse Herringbone Anordnung bieten alle den gleichen Level an Komfort und das gleiche Borderlebnis (anders als versetzte – „staggered“ – Sitze wie z.B. bei Swiss). Verbaut sind die populären Cirrus Business Class Sitze von Zodiac Aerospace. Bei Air France haben die Sitze erfreulich viel „Beinfreiheit“. Zum einen ist der Sitz, wenn er zum Bett ausgefahren wird, mit 200cm lang genug auch für Menschen über 1,90 Meter. Zum anderen ist aber auch der Fußraum, der oft zu einem Problem werden kann, hoch und breit genug, dass man sich im Schlaf auch mal drehen kann. Dies wird noch dadurch verstärkt, dass der Ottomane im Fußraum nicht verschalt ist. So kann man die Füße auch mal seitlich über den Ottomanen ablegen, ohne dass eine Plastikverschalung einem die Blutzufuhr in die Füße abschneidet (wie mir das kürzlich bei Iberia passiert ist).

Ein weiteres Plus – jedenfalls beim Schlafen – ist, dass sich der Monitor anders als bei KLM aus- und wieder einklappen lässt. Auch das verschafft einem etwas mehr Spielraum im Sitz generell und beim Schlafen im Besonderen.

Air France B787 – Ablage

Ablageflächen sind ja auch immer ein Thema bei Business Class Sitzen. Air France bietet neben dem Tisch ein rot ausgelegtes Fach, in dem die Kopfhörer und eine Flasche Wasser verstaut sind. Hier ist sicherlich noch genug Platz für Reisepass, Bordkarte, Schlüssel, Portemonnaie etc. Die kleine Tür dieses Fachs hat auch einen Spiegel in der Innenseite, mit dem ihr euer Make Up checken könnt. Ansonsten ist nur noch ein kleines Fach, in dem die Safety Card und das Sickness Bag (ich kenn da kein anderes deutsches Wort als „Kotztüte“ für) eingeklemmt sind. Hier ist noch Platz für Zeitschriften oder die Menukarte natürlich.

Unter dem Ottomanen ist natürlich Platz für eure Schuhe oder ggf. auch eine Laptoptasche – für beides könnte es eng werden. Schließlich bleiben euch natürlich die Overhead Bins, um einen Handgepäck Koffer oder anderes schweres Gerät zu verstauen. Schön finde ich bei der 1-2-1- Konfiguration immer, dass jeder Sitzplatz sein eigenes Gepäckfach hat.

Der Sitz lässt sich natürlich freihändig auf die bevorzugte Sitzposition einstellen und nach dem Start könnt ihr auch die Armlehne zum Gang hin ausfahren. Aus Sicherheitsgründen muss diese natürlich bei Start und Landung versenkt werden. Ich fahre die Armlehne auch zum Schlafen immer runter, weil das ein paar Extra- Centimeter Spielraum bringt. Was vor allem optisch ganz schön ist, ist die Lederpolsterung der Sitzverschalung, was die Verschalung im Oberkörperbereich weicher macht. Praktischen Nutzen hat dagegen auch die Kopfstütze aus Leder.

Der kleine Esstisch, der sich aus dem Pult herausklappen lässt, ist wie meist in der Herringbone- Anordnung sehr klein und macht einen nicht wahnsinnig stabilen Eindruck. Aber das bringt wohl die Anordnung so mit sich, weil der Tisch mit der Sitzschale des Vordermanns kollidieren würde, wenn er im ausgeklappten Zustand größer wäre.

Air France Business Class Esstisch

Was mich ein kleines bisschen an dem Sitz gestört hat, ist die fehlende Verschalung in Kopfhöhe. Viele Airlines – u.a. auch die Schwester- Airline KLM verschalen den Sitz in Kopfhöhe noch ein Stückchen weiter, um etwas mehr Privatsphäre zu gewährleisten. Auf meinem Sitplatz war das nicht ganz so dramatisch, weil ich niemanden mehr hinter mir sitzen hatte. Doch in den vorderen Reihen würde ich das vielleich als störend empfinden.

Etwas abgemildert wird dies natürlich dadurch, dass die Sitze zwischen Seiten- und Mittelreihen um einige Centimeter versetzt sind. So wird der direkte Blickkontakt vermieden.

Blick zum Nebensitz

Gut versteckt sind übrigens die Steckdosen und USB- Anschlüsse. Diese sind an der Vorderseite eurer Armlehne zum Fenster hin eingebaut. Nicht ganz einfach dort heranzukommen, dafür ist dort aber eine kleine Ablage, auf die ihr euer Handy legen könnt. Es gibt eine Universalsteckdose und einen USB- Port.

Universalsteckdose und USB Port

Im Sitz über eurer Schulter ist eine kleine Leselampe eingebaut. Ansonsten geizt Air France mit individuellen Beleuchtungsmöglichkeiten.

Air France Business Class Review B787 – Speisen und Getränke

Zur Begrüßung gab es ein Gläschen Champagner, wahlweise Saft oder Wasser. Als Champagner serviert Air France in der Business Class die Flagschiff Cuvee des Hauses Duval Leroy, den Brut 1er Cru Fleur de Champagne. Dabei handelt es sich um einen Champagner aus der Preisklasse um die 50 Euro. Für mich war der Champagner ein bisschen zu sehr von seiner Säure dominiert.

Zum Lunch gab es zunächst eine Auswahl von kleinen Vorspeisen, von denen mir der Lachs sehr positiv in Erinnerung geblieben ist. Als Hauptgang standen vier Gerichte zur Auswahl:

  • Geschmorte Rinderbacke mit Kartoffelmus und Zwetschgen- Chutney und bestreutem Estragon
  • Putenbraten mit Risotto, Zucchini mit grünem Cardamom
  • Seelachs mit Algen in Liebstöckelsauce und Fenchelkompott
  • Provence- style artichoke, creamy polenta, molten burrata cheese with smoked vanilla, tangy tomato coulis

Das vegetarische Gericht habe ich gar nicht erst versucht sinnvoll zu übersetzen. Ich hatte mich schon auf das geschmorte Rind gefreut, doch leider traf mich der Fluch der letzten Reihe und Rind war bereits vergriffen. Die Ersatz- Pute war lecker, aber die zweite Wahl bleibt natürlich immer nur das zweitbeste Essen. Auch das Dessert las sich auf der Karte besser, als es dann tatsächlich ankam. Wenn man davon ausgeht, dass die Kernkompetenz der Franzosen das Kulinarische ist, so bin ich satt geworden, und das Essen war auch lecker – aber ein Feuerwerk war das nicht.

Das Beste an dem ersten Service in der Air France Business Class war, ehrlich gesagt, der Portwein. Ich bin seit dem Champions League Achtelfinale meiner Schalker 2008 in Porto ein Freund des Portweins. Erfreulicher Weise hat fast jede Airline auf der Langstrecke auch einen Portwein an Bord – meist als Dessertwein oder Digestif. Air France reicht den zehn Jahre alten Quinta do noval Tawny Portwein dagegen als Aperitif und bekommt von mir einen Preis verliehen, weil sie den guten Tropfen in einer angenehmen Trinktemperatur servieren. Bei den meisten Airlines gibt es Portwein schockgefrostet, was dem Geschmack nicht gut tut.

Als zweiten Service kurz vor der Landung in Tansania hat Air France in der Business Class dann noch ein kleines Abendessen serviert. Es gab ein Blätterteigbrötchen mit Quark und viel Lachs. Dazu Früchte auf Joghurt und etwas Vanilliges als Dessert. Lecker.

Air France Business Class Review – Der Service

Ich war fast zehn Jahre nicht mehr mit Air France geflogen, was an einem traumatischen Erlebnis mit der Airline gelegen hat. Beim letzten Mal hatte sich der zuständige Flight Attendant praktisch geweigert, etwas anderes als Französich mit mir zu sprechen. Tatsächlich sieht sich Air France häufiger dem Vorwurf ausgesetzt, gegenüber Nicht- Franzosen recht maulfaul zu sein.

Ich weiß nicht, ob Air France an diesem Image gezielt gefeilt hat oder ich einfach nur Glück mit der Crew hatte. Aber jedes Crewmitglied, mit dem ich gesprochen habe, hat wie selbstverständlich in fließendem Englisch geantwortet. Komisch, dass man bei einer Bewertung auf solche Selbstverständlichkeiten achtet.

Insgesamt war ich wirklich angetan von dem professionellen, freundlichen und auch proaktiven Service von Air France. Im Grunde genommen hatte man mich schon, als kurz nach dem Start ein heißes Tuch ausgeteilt wurde. Das berühmte heiße Tuch ist ja fast schon Sinnbild des Sparwahns bei einigen Airlines geworden. Waren heiße Tücher zur Erfrischung vor dem Start und nach dem Aufwachen am Ende des Flugs vor Corona Gang und Gäbe, verschwanden diese schnell zu Beginn der Pandemie und kehrten, wie gesagt, bei vielen Airlines nicht mehr zurück. Schön, dass Air France an dieser Stelle dem Sparzwang nicht nachgegeben hat.

Ansonsten habe ich mich gefreut, dass beim Lunch das Essen in Gängen serviert wurde und der Tisch vorher mit einer Tischdecke eingedeckt wurde. Ich habe mich diesbezüglich ja schon häufiger als Pedant geoutet. Bei mir und meinem Gegenüber in der Mitte war zunächst die Tischdecke vergessen worden. Als die Flugbegleiterin dann bereits mit dem Tablett in der Hand auf dem Weg zu meinem Sitz war, hatte ich gedanklich schon Abzüge in der B- Note notiert. Doch sie brachte das Essen wieder zum Wagen und schickte ihren Kollegen los, noch zwei Tischdecken zu holen – und schon hatten sie ein happy bunny auf 8A.

Air France Business Class B787 – Entertainment

Eigentlich bin ich, was das Entertainment angeht, vollkommen anspruchslos. Ich kann stundenlang auf eine schön animierte Airshow starren, brauche nicht die neuesten Blockbuster und kann sogar mal für zehn Stunden auf Internet verzichten. Wenn es einen neuen Star Wars Film gibt, freue ich mich, wenn der im Programm ist, aber ansonsten schlafe ich einfach auch gerne ein Stündchen länger.

Seit ich zuletzt bei einigen Airlines Live TV hatte, bin ich wieder etwas anspruchsvoller geworden. Wenn es CNN oder BBC live gibt, halte ich mich da gerne auf dem Laufenden. Live TV gab es in der Air France Business Class aber leider nicht. Was es gerade an Filmen und sonstigen Neuigkeiten bei Air France gibt, könnt ihr auf dieser Seite nachschauen.

Der Bildschirm ist mit 16 inch Bildschirmdiagonale weit entfernt von Heimkino. Allerdings ist der Bildschirm sehr nah, wenn ihr ihn auf Knopfdruck aus der Seitenwand ausfahren lasst. Bedienen lässt sich das Entertainment System direkt am Bildschirm oder mit dem kabelgebundenen Controller, der in der Konsole verbaut ist. Wie gesagt, der Bildschirm ist sehr dicht vor euch, so dass ihr selbst im Liegen den Controller eigentlich nicht braucht.

Air France Play und Internetzugang

Mit der Air France Play App könnt ihr euch kostenlos ab 30 Stunden vor dem Flug internationale Tageszeitungen und Magazine runterladen und diese während des Flugs auch offline lesen. Der Schwerpunkt liegt dabei naturgemäß auf französischen Titeln.

Internet ist an Bord der Air France Dreamliner natürlich auch verfügbar. In der Langstreckenflotte von Air France ist Internet mittlerweile fast überall verfügbar. Lediglich einige B777 sollen wohl noch nicht mit WLAN ausgestattet sein. Es gibt drei Pakete zur Auswahl, von denen das Messenger Paket sogar kostenlos ist. Damit könnt ihr während des ganzen Fluges unbegrenzt Textnachrichten im Messenger senden.

Darüber hinaus gibt es die beiden Pakete

  • „Surf“ für acht Euro eine Stunde lang im Internet surfen und eure Mails abrufen
  • und „Stream“ für 30 Euro: Internet und Streaming während der gesamten Flugdauer

Die Airshow ist die interaktive 3D Flightmap von Voyager, in die ihr selbst reinzoomen könnt und die viele verschiedene interessante Ansichten bietet. Live- Kamerabilder gibts dagegen nicht bei Air France.

Air France Business Class Review – Amenity Kit

Mit dem Amenity Kit können Airlines in der Regel keine Extrapunkte sammeln, aber sie können Sympathie einbüßen, wenn das Kit allzu rudimentär rüberkommt oder – noch schlimmer – gar kein Amenity Kit ausgeteilt wird. Air France fällt in die Kategorie „Solide“. Es gibt eine hübsche Tasche, in der allerdings nichts Überraschendes drin ist. Socken, Schlafbrille, Ohrstöpsel, Zahnbürste + Pasta sowie zwei Cremes von Clarins. Ist okay, reißt aber auch niemanden vom Hocker.

Was mir allerdings aufgefallen ist, war das Fehlen jeglicher Hygiene- Amenities zum Desinfizieren. Bei Air France ist Corona ganz offensichtlich offiziell beendet.

Was bei den Amenities fehlte – obwohl es vor Corona noch ausgeteilt wurde – war der Schuhsack und die Filzpantoffel. Da es die Slipper inzwischen kaum noch in irgendeiner Business Class gibt, hatte ich meine bequemen Emirates Slipper dabei. Sinn der Sache ist das aber natürlich nicht.

Das Bettzeug war auf einem Tagflug natürlich nicht ganz so wichtig. Kissen und Decke waren aber in Ordnung. Das Kissen hätte etwas voluminöser sein können. Die Decke war dagegen genau richtig. Ich habe nicht gefroren, aber auch nicht geschwitzt. Nichts zu bemängeln.

In den Toiletten gab es Handcreme und Moisturizer von Clarins. Ich komme langsam in ein Alter, wo man das Austrocknen der Haut auf einem Langstreckenflug tatsächlich bemerkt. Schön, wenn es dann außer der kleinen Probepackung im Amenity Kit noch was zum Gegenan- Cremen gibt.

Fazit

Obwohl die ganz großen Highlights, die ich mir vor allem im kulinarischen Bereich erhofft hatte, fehlten, war ich mit der Air France Business Class im Dreamliner ganz zufrieden. Ich würde Air France zukünftig aber wahrscheinlich trotzdem vermeiden, weil der Transfer im Charles de Gaulle Airport eine Katastrophe ist.

Als Langzeit- Auslandskrankenversicherung empfehle ich die HanseMerkur*, die als eine der wenigen keinen Pandemie- Ausschluss in ihren AGV hat.

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