Meilen kaufen – wann macht das Sinn?

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Meilen sammeln
Meilen kaufen - Avios

Ich informiere hier ja regelmäßig über attraktive Meilen- Sales von den verschiedensten Vielfliegerprogrammen. Während der Pandemie ist die Zahl der Vielfliegerprogramme, die Meilen verkaufen und auch die Frequenz der Sales gestiegen. Doch wann lohnt es sich wirklich, Prämienmeilen zu kaufen und wann sollte man lieber die Finger davon lassen? Ein paar grundlegende Tipps zum Meilenkauf für den Prämienflug.

Meilen zu kaufen, kann den Weg zum ersehnten Prämienflug in der Business oder gar First Class deutlich verkürzen. Doch nicht in jedem Fall macht es auch wirklich Sinn, Meilen eines Vielfliegerprogramms zu kaufen. Meilen- und Punkte- Sales können also ein super Deal oder auch ein totaler Reinfall sein. Es ist daher wichtig, ein paar Regeln im Hinterkopf zu behalten.

Wann es Sinn macht, Prämienmeilen zu kaufen

In vielen Vielfliegerprogrammen ist es schwierig oder mühselig, Meilen zu sammeln, so dass ein Meilen- Boost bei einem Sale mit einem ordentlichen Bonus attraktiv sein kann. Die Faustregel, wann ein Meilen- Sale attraktiv ist, ist erstaunlich einfach. Kaufe Prämienmeilen nur, wenn der Preis dafür niedriger ist als für den Flug, den du mit Meilen buchen willst.

Ein einfaches Beispiel: Ihr wollt nächste einen Flug für 100.000 Prämienmeilen zuzüglich 200 Euro Steuern und Gebühren buchen. Ihr schaut bei Google Flights und der Flug würde 2000 Euro kosten. Nehmen wir an, ihr könntet die Meilen in einem Sale für 1,2 Cent pro Meile kaufen, dann habt ihr ein recht ordentliches Geschäft gemacht. Ihr hättet 1200 Euro für die Meilen und 200 Euro Gebühren bezahlt und gegenüber dem Listenpreis 600 Euro gespart. Selbst wenn wir berücksichtigen müssen, dass ihr mit einem gekauften Ticket neue Meilen gesammelt hättet, die einen Wert haben, ist das ein guter Deal.

Probleme beim Meilenkauf

Allerdings haben wir in diesem Beispiel einige begünstigende Faktoren, die nicht bei jedem Meilenkauf vorliegen. Es ist nicht mehr lang bis zum Flug, d.h. die Buchung steht unmittelbar bevor. Ihr kauft Meilen in diesem Fall also nicht auf Vorrat sondern für einen ganz bestimmten Zweck. Dadurch könnt ihr auch den Wert sehr genau bestimmen, denn ihr könnt nachschauen, was dieser konkrete Flug kosten würde. Schließlich ist auch der Meilenpreis in unserem Beispiel attraktiv gering, so dass die Differenz zum Kaufpreis besonders groß wird.

Um ehrlich zu sein, hat man solche Konstellationen eher selten, dass genau dann, wenn man einen Flug buchen will, der passende attraktive Meilen- Sale auf einen wartet. In der Realität bewegt man sich eher im Graubereich. Was wäre denn z.B., wenn die Meilen im Sale 1,5 Cent kosten würden und der geplante Flug erst in sechs Monaten ist? In diesem Fall würdet ihr für den Flug mit Meilen 1500+200 Euro zahlen. Auf der anderen Seite wüsstet ihr nicht, wie sich der Flugpreis in den nächsten sechs Monaten entwickelt. Vielleicht wird der Flug ja in ein, zwei Monaten noch billiger und kostet dann nur noch 1600 Euro.

Wann es keinen Sinn macht, Meilen zu kaufen

Damit sind wir bei der Gegenfrage, wann man von Meilen- Sales lieber die Finger lassen sollte. Grundsätzlich kann man wohl sagen, dass es eigentlich nie Sinn macht, Meilen zum regulären Preis zu kaufen. Bonusprogramme verkaufen Meilen ja nicht nur in Sales sondern oft das ganze Jahr. Die Preise sind in allen Fällen unattraktiv. Es würde auch keinen Sinn ergeben, Meilen zum Dauertiefstpreis zu verkaufen und damit dem Ticketverkauf der Airline Konkurrenz zu machen.

Damit kann man als Grundregel festhalten, dass man nur während eines Meilen- Sales mit einem Bonus einen vernünftigen Gegenwert erzielen kann. Das führt uns in die Bredouille, dass wir Meilen möglicherweise auf Vorrat kaufen müssen. Wir wissen ja nicht, ob es vor der geplanten Buchung noch mal einen Sale – vielleicht sogar mit einem höheren Bonus – geben wird. Wenn ihr eine konkrete Einlösung vor Augen habt, aber vielleicht noch nicht wisst, wann ihr genau fliegt, kann man das Risiko eines Vorratskaufs vielleicht eingehen.

Meilen besser nicht auf Vorrat kaufen

Man muss aber immer daran denken, dass Meilen auf eurem Konto nicht wie bei einem Sparbuch Zinsen abwerfen. Im Gegenteil, der Wert eurer Meilen ist eher der Gefahr der Devaluation ausgesetzt, denn Programme erhöhen regelmäßig und unangekündigt die Meilenpreise. Wenn euer Flug plötzlich 120.000 Meilen kostet oder das Vielfliegerprogramm Airline- Zuschläge erhöht, drückt das den Wert eurer bereits gekauften Meilen. Das kann soweit gehen, dass ein Prämienflug mit Meilen am Ende gar keinen Sinn mehr ergibt. Deshalb ist einer der wichtigsten Tipps eben, Meilen nur dann zu kaufen, wenn man in der Entscheidungsfindung für eine Buchung schon weit fortgeschritten ist.

Zugegeben: Dagegen steht der gegenläufige Trend, dass mit Nachlassen der Pandemie die Boni niedriger und die Frequenz von Meilenverkäufen geringer werden. Tatsächlich gab es LifeMiles während der Pandemie mit bis zu 200% Bonus und ich wünschte, ich hätte mir da meinen Meilenspeicher gefüllt. Diese Zeiten scheinen bei den Kolumbianern nun vorbei zu sein, denn die letzten Sales waren wieder im vorpandemischen Bereich von 145%.

Auch der Weg der beliebten Vielfliegerwährung Avios ist nach dem Einstieg von Qatar Airways ungewiss geworden. Die Kataris gehören nicht eben zu den Fans von Meilensales, bei denen ihr Premiumprodukt verramscht wird. Lest dazu auch „Qatar Airways führt Avios als Programmwährung ein„.

Wo kann man Meilen kaufen?

Ich beschräke mich hier auf die Vielfliegerprogramme, die Meilen häufiger mit einem Bonus verkaufen. Meilen ohne Bonus sind fast immer ein schlechtes Geschäft, weshalb ich davon grundsätzlich abrate. Folgende Programme haben häufig attraktive Boni.

Die Attraktivität der Meilen ist nicht nur von der Höhe des Bonus abhängig. Vielmehr ist maßgeblich, was ihr mit den Meilen buchen könnt und wie viele Meilen ihr jeweils benötigt. Flying Blue Meilen z.B. gibt es immer mal wieder mit 100% Bonus. Das klingt viel, doch das Programm ist aufgrund des dynamischen Meilenpreises relativ unattraktiv. Bei Iberia und British Airways gibt es dagegen selten mehr als 50% Bonus, doch gibt es in beiden Programmen auch eine Fülle an Sweetspots.

Kann man Miles and More Meilen kaufen?

Die beliebtesten Meilen in Deutschland sind und bleiben die Miles and More Meilen. Bis 2014 konnte man diese sogar ganz einfach in 1000’er Päckchen für 24 Euro bei Lufthansa kaufen. Kann man Miles and More Meilen kaufen, fragen sich deshalb viele Meilensammler immer noch, doch die enttäuschende Antwort lautet nein. Dass sich daran auch so schnell nichts mehr ändern wird, mag auch an einem Gerichtsprozess von 2019 liegen, bei dem zu klären war, ob es sich bei Bonusmeilen von Miles and More eigentlich um E- Geld handeln könnte. Das hätte regulatorische Folgen nach dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG) für den Herausgeber dieser elektronischen „Währung“ zur Folge. Mehr zu der Klage lest ihr in diesem Artikel des Handelsblatt.

Doch ist es bei Miles and More auch ohne die Möglichkeit, Meilen zu kaufen, relativ einfach, viele Meilen zu sammeln. Durch die Möglichkeit, beim Onlineshopping Miles and More Meilen zu sammeln, bietet sich oft faktisch die Möglichket, Meilen zu kaufen. Beim Abonnieren von Zeitungen oder Zeitschriften erhaltet ihr oft so viele Miles and More Meilen oder Payback Punkte, dass sich das Geschäft fast auch ohne die Zeitung lohnt.

Daneben gibt es aber auch heute noch, halblegale Angebote bei ebay, wo Miles and More Meilen zum Kauf angeboten werden. Dabei wird der Käufer dann meist in den Meilenpool des Verkäufers aufgenommen und so kann über die gepoolten Meilen dann verfügt werden. Die Möglichkeiten des Meilenpoolings bei Miles and More sind aber stark eingeschränkt und am Ende ist der Verkauf von Meilen schlicht ein schwerer Verstoß gegen die Programmbedingungen, der mit Ausschluss und Verfall der Meilen geahndet werden kann. Deshalb ist hiervon dringend abzuraten.

Meilen kaufen – wann macht das Sinn? Fazit

Meilen taugen nicht als Geldanlage, weil sie keine Zinsen abwerfen sondern eher der schleichenden Inflation unterliegen. Deshalb solltet ihr immer eine konkrete Einlösung vor Augen haben, wenn ihr Meilen in einem Sale kaufen wollt. Meilen auf Vorrat zu kaufen, kann dagegen ein Risiko bis hin zum Totalverlust (bei Insolvenz der Airline) sein.

Als Langzeit- Auslandskrankenversicherung empfehle ich die HanseMerkur*, die als eine der wenigen keinen Pandemie- Ausschluss in ihren AGV hat.

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