Lufthansa Lounge London Heathrow

Zu einem Flug in der Business- oder gar First Class der Lufthansa gehört für die meisten Passagiere der Aufenthalt in einer Lounge vor dem Flug einfach mit dazu. Lufthansa- Passagiere werden sich bis mindestens Ende des Jahres nun wohl ein Lunch- Paket mit zum Flughafen nehmen müssen, denn der Kranich hat die Verträge mit den unabhängigen Lounges gekündigt.

Vor allem im Ausland bedienen sich Airlines oft so genannter Vertrags- Lounges, weil es sich meist nicht rentiert, eine eigene Lounge dort zu betreiben. Die Lounges rechnen dann je nach Zahl der Gäste mit den jeweiligen Fluggesellschaften ab. Meistens sind das die Lounges, in die man üblicherweise auch mit einem Priority Pass kommt. Während der Zutritt für Inhaber des Priority Passes auch weiterhin möglich ist, schauen Lufthansa Premium- Passagiere der Business oder First Class sowie Vielflieger der Lufthansa in die Röhre. Ihnen wird beim Betreten der Auslands- Lounges mitgeteilt, dass sie aufgrund der Kündigung durch Lufthansa keinen Zutritt mehr zu den Lounges haben bzw. dafür ungefähr 30 Euro bezahlen müssen.

Nicht nur, dass Lufthansa dieses nicht ganz unwichtige Detail weder auf der Webseite noch im Buchungsverlauf kommuniziert, was zu peinlichen Situationen führen kann; auch strategisch ist das Streichen von Selbstverständlichkeiten, das Lufthansa eigentlich immer macht, wenn es ein paar Euro irgendwo einzusparen gibt, ein Schuss ins eigene Knie, weil man damit die treuesten Passagiere nachhaltig vergrault.

Statt mit werthaltigen Benefits wie eben Lounge- Zugang oder einem vernünftigen Essen auf dem Flug versucht Lufthansa nun kostenfreie Vorteile zu erfinden, wie Pünktlichkeit oder die vor kurzem unter dem Gelächter der Fachpresse eingeführten „Rückfluggarantie“. Diese hatte der Konzernlenker in einem FAZ- Interview Anfang Juni großspohrig als „Service a la Lufthansa eben“ bezeichnet. Ein geflügeltes Wort, das nun bei jeder neuen Sparmaßnahme wie ein Bumerang zurück kommt: Kein (kostenloses) Essen mehr an Bord wegen Corona? Service a la Lufthansa eben. Kein Lounge- Zugang mehr für First Class Passagiere? Service a la Lufthansa eben.

Öffnung der Lufthansa- Lounges zu langsam

Auch bei der Wiedereröffnung der eigenen Lounges hinkt die Lufthansa dem Bedarf offenbar hinterher. In Vielfliegerforen häufen sich die Beschwerden über zu volle Lounges in Frankfurt und München, wo sich das Passagieraufkommen in den letzten Wochen deutlich erhöht hat; Lufthansa reagiert darauf aber nicht mit weiteren Lounge- Öffnungen sondern zieht sich auch hier darauf zurück, dass Corona Schuld sei, weil man ja Abstandsregeln einhalten müsse und deshalb nicht so viele Passagiere in eine Lounge lassen dürfe wie sonst üblich.

Das mag zwar richtig sein, doch wenn es genügend Nachfrage gibt, sollte Lufthansa einfach mit Öffnung weiterer Lounges nachziehen. Die Kosten hierfür sind vermutlich Peanuts im Vergleich zu dem Imageschaden, den man sich einhandelt, wenn die eigenen Premium- Gäste die Zeit vor dem Flug in Hartschalensitzen am Gate verbringen müssen.

Lufthansa kündigt Vertrags- Lounges – Fazit

Es reiht sich ein in eine Serie von Pannen und schlechten Entscheidungen: Lufthansa kündigt offenbar zunächst bis Jahresende die Vertrags- Lounges, in denen ihre Passagiere an Orten ihre Zeit verbringen, an denen Lufthansa selbst keine Lounge betreibt. Hoffen wir, dass das eine temporäre Entscheidung bleibt, die korrigiert wird, sobald der internationale Flugverkehr wieder anzieht. Ansonsten gibt es natürlich auch weiterhin die Möglichkeit, einfach eine American Express Platinum zu beantragen, die einen in dieser Frage unabhängig von den Entscheidungen des Lufthansa- Konzerns macht.

Zur AMEX Platinum *

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Wer schreibt denn hier?

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Kai ist jahrelang als Backpacker um die Welt gereist, bis er gemerkt hat, dass man für wenig Geld auch recht luxuriös reisen kann. Auf Loungerocker.de teilt er seine Lounge- und Reise- Erlebnisse mit euch und zeigt euch Wege, wie auch ihr mit wenig Aufwand viel bequemer reisen könnt.

 

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